Norwegen Sommer 2020

Endlich nach Norwegen! Lange haben wir nicht gewußt, ob wir nach Norwegen reisen dürfen. Durch die Ausbreitung des Corona-Virus hat Norwegen die Grenzen geschlossen und erst wieder Mitte Juli für Touristen geöffnet. 
Von heute auf morgen buchen wir unsere Fährverbindung nochmals um und fahren etwas früher los, am 13.08. Richtung Dänemark nach Hirtshals.
Für uns stand Norwegen schon lange auf unserer Reiseliste. Mit unserem Mobil "Moby Dick" ist das natürlich ideal da wir absolut unabhängig sind. 
Für eine genaue Vorbereitung auf diese Reise blieb uns wenig Zeit. 
Die Reise geht in Larvik los, über Stavanger, Folgefonna Nationalpark, Bergen, Naerøfjord, Jostedalsbreen Nationalpark, Geirangerfjord, Atlantikstrasse, Insel Runde, Oslo und Setesdal.
Norwegen ist bekannt für seine Berge, Gletscher und tief eingeschnittenen Küstenfjorde.  Eine wunderschöne und wilde Natur. 
Das Wetter während dieser vier Wochen war sehr schön. Ab und zu ein Regentag dazwischen. Laut den Norwegern ist es wohl in dieser Zeit der beste Sommer seit 
50 Jahren gewesen. 

Die Fahrt geht los

Die Fahrt vom Bodensee bis nach Hirtshals in Dänemark verläuft problemlos. Wir fahren mit der Fährgesellschaft Colorline. Das Wetter bei der Überfahrt ist traumhaft.  

Bilder können zum anschauen angeklickt werden 

Risør bis nach Stavanger zum Preikestolen

Die ersten Tage verbringen wir in Risør ganz im Süden Nach der anstrengenden Anfahrt ruhen wir uns hier etwas aus. Hier in Risør liegt einen kleiner Campingplatz direkt am Wasser und wir können super mit dem SUP paddeln. 
In Stavanger schauen wir uns kurz die Innenstadt an und essen köstliches Eis. Hauptgrund warum wir hier sind ist der Preikestolen. Der Wanderweg zum "Predigerstuhl" ist gut für die Kinder machbar. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen "einmal über die Kante zu schauen" oder "an der Kante zu stehen". Und tatsächlich es geht weit hinunter. 

Lysefjord und Kjerag Bolten 

Mit der Fähre geht es den Lysefjord entlang. Auf dem Weg dorthin sehen wir den Preikestolen noch von unten. Morgen möchten wir zum Kjeragbolten laufen. Der Kjeragbolten ist ein Monolith der in einer Felsspalte 1000 m über dem Lysefjord eingeklemmt ist. Er ist auch bekannt bei den Basejumpern. Wir finden ein nettes Plätzchen zum übernachten. Idyllisch an einem Wasserfall gelegen. Für den nächsten Tag meldet es am späten Vormittag starker Wind. Der Parkranger meinte nur zu uns "get hurry". 
Der Kjerag Bolten ist ein Erlebnis und wir haben es uns nicht nehmen lassen auf ihn aufzusteigen. Man sollte schwindelfrei sein und nicht nach unten bzw. nach hinten schauen. Auch diese 1000 m Abgrund sind ein Erlebnis. Am Mittag sind wir wieder zurück und sitzen im Øygardstøl und essen Waffeln. Der Sturm kommt wie angekündigt. 

Auf nach Bergen

Bergen ist die regenreichste "Stadt" der Welt. Das ist tatsächlich so. Unser Campingplatz "Lone Camping" liegt etwas außerhalb von Bergen. Die Busverbindungen sind aber nach Bergen perfekt. In Bergen kaufen wir uns erst mal echte norwegische Regenmäntel und die brauchen wir wirklich. Am ersten Tag schüttet es enorm. Wir besuchen das Aquarium, die Innenstadt und essen "Bergens Fischsuppe". Sogar unsere Kinder sind von ihr hin und weg. Endlich finden wir tolle Trolle. Einer schöner und witziger wie der Andere. Es wird eingekauft. 


Folgefonna Nationalpark

Von Bergen geht es weiter in den Folgefonna Nationalpark. Hier gibt es einen netten Platz bei einem Bauern direkt unterhalb des Buarbreen Gletschers. Am Ankuftstag laufen wir noch hoch bis an den Rand der Gletscherzunge. Tosend rauscht das Gletscherwasser ins Tal. Ein wunderschönes Plätzchen. Am nächsten Tag laufen wir anfangs noch bei Regen die  "4 Wasserfälle Wanderung". Teilweise geht es durch dichten Wald mit moosbewachsenem Boden. Könnte es ein Trollwald sein? 

Naerøyfjord

Den Naerøyfjord möchten wir unbedingt mit einen Schiff befahren und hoffen auf schönes Wetter. Und wir haben Glück. Der Naerøyfjord ist ein Nebenarm des Sognefjords. Die Fahrt zu dem kleinen Campingplatz in Bakka direkt am Fjord beginnt abenteuerlich. Ein einspuriger Tunnel. Die Fahrt dorthin lohnt sich, Stellplatz am Wasser und nur wenige Campingmobile sind da. Für den nächsten Tag meldet es traumhaftes Wetter. Wir fahren mit unseren Mountainbikes den alten Fahrweg, (dieser wurde allerdings vor 4 Wochen durch einen Felssturz fast zerstört). Mit dem Rad durch den Tunnel wurde uns abgeraten. Es dauert nicht lange und wir steigen auf ein Elektroschiff um. Still und leise gleitet es im aalglatten Wasser des Fjordes.  Die Fahrt geht bis hinunter nach Flam und wieder zurück. Ein tolles Erlebnis. 

Jostedal Breen Gletscher

Der Jostedalsbreen liegt nördlich des Sognefjords und ist der größte Festlandgletscher Europas. Von unserem Campingplatz "Melkevoll Bretun" ist es nicht weit bis bis zur Gletscherzunge. 
Um zu unserem nächsten Halt zu kommen fahren wir über die Dalsnibba Passstraße die unser Moby Dick perfekt meistert. Von oben schauen wir auf den Geirangerfjord hinab. 

Geirangerfjord, Trolligsten

Der Geirangerfjord ist einer der bekanntesten Fjorde Norwegens. Er ist von mächtigen Berggipfeln umgeben, die bis zu 1700 m in die Höhe ragen. Die Sieben Schwestern sind direkt nebeneinander in den Fjord stürzende Wasserfälle. Das Besondere ist, dass dieses Jahr kein einziges Kreuzfahrtschiff im Geirangerfjord fährt. Das genießen wir total und mieten uns ein 50 PS Motorboot um den Fjord zu erkunden. Natürlich haben Lena und Anna enormen Spass dabei das Boot selber zu steuern. 
Die Trolligsten Passstraße schlängelt sich in elf Haarnadelkurven vom Tal Isterdalen zur Passhöhe Stigrøra hinauf. Die Aussicht auf die umliegenden grünen Berghänge und auch die Passstraße von oben zu sehen hat uns sehr gut gefallen.

Atlantikstrasse (Atlanterhavsvegen)

An Molde vorbei geht es weiter zur Atlantikstrasse die sich über sieben Brücken von Insel zu Insel schwingt, sie ist auch als "Die Straße des Meeres" bekannt. Hier gefällt es uns besonders gut. Ein toller Übernachtungsplatz direkt am Wasser. Am nächsten Tag mieten wir uns für 2 Tage ein Motorboot und gehen "fischen". Zu unserer großen Freude fangen wir zum ersten Mal Fisch und gleich 4 Makrelen. Das Ausnehmen schaut sich Ralf bei sog. "Profifischern" in der Ausnehmküche ab. Die Sonnenuntergänge sind wunderschön, müde und zufrieden schlafen wir ein. 

Insel Runde, Flø

Die Fahrt von der Atlantikstrasse über Ålesund bis zur Insel Runde ist lang. Ålesund ist ein nette Stadt, die Stellplätze gefallen uns nicht besonders. Dafür essen wir das beste selbstgemachte Eis in einer selbstgebackenen Waffel. Wir beschließen nach Flø zu fahren. Dort gibt es einen netten sehr kleinen Campingplatz direkt am Wasser. Von Flø bis zur Insel Runde ist es etwa 1 Stunde Fahrtzeit. Leider versperrt uns ein zu niedriger Tunnel (Moby Dick passt nicht durch) die Durchfahrt. Stirnlampe auf und ab aufs Rad. Die Insel Runde ist bekannt als die "Vogelinsel". Verschiedene Vogelarten wie Papageitaucher, Basstölpel, Seeadler und noch mehr brüten dort und ziehen ihre Jungen groß. Die jungen Papagei-
taucher fliegen Mitte bis Ende August von der Insel fort. Wir sehen Basstölpel, Seeadler und Raubmöwen. Die Aussicht von der grünen Insel ist grandios. 

Strynjefellsveg und  Beitostolen           

        "bei den Huskys"

Die Strynjefellsveg ist eine 27 km lange schmale Schotterstrasse die nur von Mai bis September für den Verkehr freigegeben wird. Sie führt über die Hochebene des Strynefjell. Heute ist das Wetter ungemütlich und wir verbringen die meiste Zeit mit Autofahren. Beitostolen ist das nächste Ziel. Hier haben wir einen Tag auf der Huskyfarm "Beitostolen Huskies" reserviert. Auf der Farm leben ca. 50 Huskies. Wir dürfen mit den Junghunden ins Gelände und die  Mädels fahren danach noch rasant mit dem Trainingswagen mit. Natürlich wird die gesamte Huskymannschaft noch mit Streicheleinheiten von uns verwöhnt. 

Oslo

Lena feiert ihren 12. Geburtstag. Zuerst schauen wir uns die Innenstadt an, besuchen das Königliche Schloß und fahren mit dem Schiff auf eine vorgelagert Insel. Dort befindet sich das Fram Museum. Ein absolut tolles Museum. Man erfährt alles über die Fram und die Expedition zum Südpol mit Roald Amundsen. Das Opernhaus besteigen wir zu Fuß bis auf das Dach hinauf. Hier hat man einen tollen Ausblick auf Oslo. Das beste selbstgemachte Eis in Oslo gibt es beim "Italiener". 
 

Setesdal "Elchfarm"

Im Setesdal liegt die Elchfarm "Elgtun". Dort kann man die beiden Elche Olga und Orvar besuchen. Sie werden im Elgtun als zahme Elche gehalten. Es gibt dort auch eine Führung in deutscher Sprache was für unsere Kinder super ist. Wir erfahren alles über Elche und dürfen sie mit Banane füttern. Um einen Elch in freier Natur zu entdecken braucht es etwas Glück. Sogar unter den Norwegern hat nicht jeder einen Elch zu Gesicht bekommen. Die Elchfarm ist deshalb eine tolle Gelegenheit einmal einen echten Elch zu sehen. 

Die Heimreise

Die Fähre von Colorline bringt uns nach Dänemark zurück. Das Wetter ist strahlend schön und es ist sehr mild. Dem ein oder anderem von uns kullert eine Träne herunter. So richtig "heim" wollen wir noch nicht und planen für den Sommer 2021 den nächsten Aufenthalt in Norwegen. Wo es genau hingehen soll das haben wir schon einstimmig beschlossen. 

Dänemark

Zum Abschluss fahren wir noch mit Moby Dick über den Sandstrand.