Sehnsucht nach Norden 

Teil 1

Für uns liegen anstrengende Monate hinter uns. Ralf hat seine Operation am Sprunggelenk gut hinter sich gebracht und Lena erfolgreich ihren Realschulabschluss geschafft. Um so mehr freuen wir uns auf den Sommer im entspannten Norwegen, der für uns etwas sehr Besonderes ist. Seit unserer Rückkehr im April aus Norwegen zähle ich jeden Tag bis zum letzten Schultag vor den Sommerferien. Was die Reiseplanung  angeht bin ich dieses Mal etwas spät dran. Habe aber ein paar schöne Touren heraus gesucht. Die grobe Richtung ist auf jeden Fall fix (außer das Wetter spielt so gar nicht mit). Der Norden Norwegens ist für uns wieder das Ziel. Geplant sind die Region Steigen mit Engeløya, die Insel Senja, Lofoten, Ofoten mit Stetind, Küste um Bodø, und die Insel Rodøya. Aber man weiß ja nie, könnte auch sein, dass alles anders wird. 

 Moby Dick wird bereits schon seit Tagen vorbereitet und bepackt. Wir wählen wieder die für uns bewährte Strecke. Mit Hits aus den 80er düsen wir gut gelaunt geradeaus durch Deutschland bis zur Insel Fehmarn. Warum die 80er Hits? Bei den Kids in Lenas Alter ist das gerade voll „in“! Was macht man nicht alles… aber tut mal gut wieder bekannte Hits aus vergangenen Zeiten zu hören. Von Fehmarn setzen wir mit der Fähre nach Dänemark über, weiter über die Öresundbrücke nach Schweden und  entlang der schwedischen Westküste bis Oslo. Damit wir so schnell wie möglich hoch in den Norden kommen ist die E3 über Elverum und die E6 die beste Wahl. Die erste Etappe schaffen wir bis Trondheim. Es gibt bei unserem Lieblingsitaliener doch tatsächlich den ersten Aperol Spritz in diesem Sommer. Nach einer Nacht auf dem Bobilplatz in Trondheim fahren wir im Regen weiter auf der E6. Der Regen kommt uns gerade recht um Strecke zu fahren und rasch am Ziel zu sein. Vor Mo i Rana ziehen wir noch ein 7,5t MAN Expeditionsmobil aus dem Kartoffelacker. Ralf in Birkenstock Latschen und ich mit Gummistiefel. Die deutsche Familie ist uns sehr dankbar und wir bekommen eine Flasche Erdbeer Prosecco geschenkt. Wir schaffen es noch bis zum Polarkreis auf der Svartisen-Saltfjell Hochebene, den wir pünktlich um 18.01 Uhr überqueren.  Dort verbringen wir auch mit weiteren Wohnmobilen die Nacht. 

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Wir verlassen Deutschland mit der Fähre von Fehmarn nach Dänemark.  Die Öresundbrücke. 
Aperol Spritz bei unserem Lieblingsitaliener in Trondheim. Sonnenuntergang Trondheim vom Bobilplatz aus. Endlich erreichen wir Nordland. 
Unsere gute Tat! Einen 7,5t MAN aus dem Kartoffelacker ziehen. Polarkreisüberquerung auf der Svartisen-Saltfjell Hochebene. 

Endlich angekommen! „Insel Engeløya“ in der Region Steigen

Teil 2

 Die Region Steigen (Salten) kann man bislang noch guten Gewissens als einen der beeindruckendsten Geheimtipps in Nordland bezeichnen. Die Insel 

 Engeløya (Engelsinsel) zählt wohl zu einer der schönsten und noch recht unbekannten Insel in der Region Steigen. Die Mischung aus schroffen Bergen, kreideweißen Sandstränden, saftigem Grün und kristallklarem Wasser, das in der Sonne türkisgrün schimmert macht die Insel zu etwas Besonderem. Eine wunderschöne Region, fernab klassischer Touristenströme, die es zu entdecken gilt. Nur wenige Fahrminuten südwestlich vom großen Bøstranden liegt direkt am Meer ein wunderschöner Bobilplatz (gehört einem Landwirt) mit ein paar Stellplätzen. Ein Blick aus dem Wohnmobil lässt die Lofotenwand zum Greifen nah erscheinen. Wir werden es uns hier für ein paar Tage gemütlich machen um uns von der langen Fahrt zu erholen. Am Strand liegen, die angenehmen Temperaturen genießen und mit dem SUP paddeln. Es ist auch eine Tour zum Trohornet geplant, dem höchsten Gipfel auf Engeløya. 
Lange sitzen wir in der Abendsonne am Strand. Die Sonne ist um 23 Uhr noch nicht untergegangen…. Es gibt keine fiesen Schnaken die einen verstechen und auch keine Bremsen die einen verfolgen. Herrlich. 

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Küstenidyll Engeløya. Unser Schlafplatz am Bobilplatz direkt am Strand. Alte Küstenanlage „Batterie Dietl“. Jazz hat auf jeden Fall Spaß am Strand. Blick auf die vorgelagerten Inselchen. Sonnenuntergang am Womo, gegenüber die Lofotenkette. 

God morgen! 
Der Tag startet sonnig und warm. Wir haben wie Murmeltiere geschlafen obwohl es nicht wirklich richtig dunkel wird in der Nacht. Heute wird’s gemütlich, am Strand Latte trinken und genüsslich in der Sonne liegen. Gleich in der Früh gehe ich mit Jazz auf einen „Hügel“, um unsere Bucht von oben zu fotografieren. Ralf und ich gehen mittags mit Jazz zum benachbarten Bøsanden Strand, während Lena und Anna in der Bucht mit dem SUP paddeln. Mit uns in der Bucht sind fast ausschließlich Norweger unterwegs. Wir haben sehr nette norwegische Nachbarn die uns einiges über ihr Leben in Fjordnorwegen erzählen. 
Lange sitzen wir am Abend noch in der warmen Sonne,  gegenüber der Lofotenwand. Der Plan für morgen steht. Hoch hinauf aus Trohornet. 

Bødsanden Strand mit der Drohne 

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Rote hytta, gelbe hytta. Eine etwas andere Bushaltestelle in Bø. 

Die acht Hörner von Engeløya

Das Trohornet. 

Auf Engeløya gibt es eine Bergkette, die acht Hörner. Das Trohornet (645 Meter) ist das höchste Horn und somit der höchste Berg auf Engeløya. Die Tour ist 8 Kilometer lang, herausfordernd und spektakulär. Die Aussicht traumhaft. Die ersten paar hundert Höhenmeter führen durch einen steileren Birkenwald, der langsam flacher wird. Auf einer Höhe von etwa 300 Metern erreicht man die Baumgrenze. Weiter geht es über einen breiten Heidehang nach oben bis zu einem Geröllfeld. Hier treffen wir auf neugierige Schafe und eine gut getarnte Schneehuhnfamilie. Das Geröllfeld müssen wir zuerst noch etwas abwärts laufen um dann auf der Gegenseite steil bis zum Gipfel aufzusteigen. Ein unverwechselbares Panorama. Der Blick reicht über die meisten Gipfel der Insel und wir sehen die komplette Lofotenwand, Lundøya, Hamarøy, Hatten, Bogen und die Bergkette rund um Nordskot. Dieses Glück haben wir heute. Nach einer langen Genusspause geht’s zurück und wir schaffen die Tour in 4,5 Std. Auch dieser Abend ist noch lange nicht zu Ende. 

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Hier geht’s zum Trohornet. Jazz hat so viel Power. Unsere Freunde die Schafe, Jazz freut sich, es wurde keines verspeist.  Lena’s Verschnaufspause. Immer dem roten „T“ hinterher. 
Schneehuhnmama… gut getarnt. 

Im Gänsemarsch. Der Vassdalsvasnet See. Ausblick vom Gipfel auf die Insel Lundøya, Blick bis Hamarøya. 

Bøsanden mit Vestfjord und Lofotenkette. 

Das „bygdetun“ Heimatmuseum im Steigen. 

Unser letzter Tag auf Engeløya ist bewölkt und es regnet leicht. So wie es der Wetterbericht yr.no vorausgesagt hat. Aufgrund des Wetters machen wir heute einen Pausentag und schauen im Freiluftmuseum in Steigen vorbei. Spontan bietet uns die nette Dame (eine Österreicherin, die in Steigen lebt) eine Führung an. Das Freiluftmuseum gibt einen interessanten Einblick in die früheren Lebensbedingungen der Menschen auf Engeløya. Danach machen wir es uns in „Elses Cafe Oase“ bei Original norwegischer Kartoffelsuppe mit geröstetem Speck gemütlich. Natürlich können wir es nicht lassen und jeder von uns sucht sich noch aus der Leckereientheke ein Stück Kuchen heraus. 
Unsere Fahrt geht weiter bis Bognes, von dort mit der Fähre nach Skargeret. Wir durchfahren die wunderschöne Region der Ofoten (behalten wir uns evtl. für später auf), über Narvik und weiter bis zum Polar Park bei Bardu. Hier haben wir schon vor 2 Jahren einmal geschlafen. Fasziniert hören wir dem Geheule der Wolfsrudel zu. Morgen geht’s weiter. 
              „Ein Wiedersehen mit der Insel Senja.“

Das alte Pfarrhaus von Steigen 

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Das Bygdetun Museum mit altem Bauernhaus, Arztpraxis und Kaufmannsladen. 
Elses Café Oase. 

Ein Wiedersehen mit Senja, 

Teil 3

Zuletzt waren wir 2022 auf Senja und für uns war klar, dass wir wieder auf diese wunderschöne Insel gehen möchten. Damals hat es uns der mächtige Berg Segla angetan, auch konnten wir Fischen und einige andere Touren laufen. Aber es gibt ja noch so viel hier zu entdecken. Wenn da nicht das mit dem Wetter wäre, denn hier braucht man wirklich stabiles Wetter… es gibt nicht anderes als steile, spitze Berge und Wasser. Wenn es regnet kann man so gar keine Tour machen, ist die Sicht schlecht ist von dieser Schönheit der Insel eigentlich nichts zu erkennen. Ein Museum, Cafés oder anderes Schlechtwetterprogramm findet man hier nicht.  

Die Nacht am Polarpark war ruhig. Wir haben uns am Abend noch mit dem Park Ranger unterhalten. Er erzählt uns, dass es hier in dieser Gegend gerade sehr viele Bären und Wölfe hat und es große Problem mit Schafsrissen gibt. Ups! Irgendwie hab ich dann doch Bammel. 
Es wird nochmals yr.no gecheckt und tatsächlich meldet es ab Freitag ein stabiles Hoch für eine Woche. Donnerstag Mittag erreichen wir Finnsnes, sozusagen das Eingangstor zur Insel Senja. Noch letzte Einkäufe im Supermarkt werden erledigt. Es geht über die große Gisundbrua (Brücke) und schon sind wir auf Senja. 
Was für ein nettes Plätzchen. Oberhalb Gryllefjord auf der Anhöhe Ballesvikskaret und unterhalb des Småtindan ist es perfekt für uns frei zu stehen. Blick aufs offene Meer. Noch ist es bewölkt und die umliegenden Gipfel sind schwer zu erkennen. Anna packt das Rentierfell aus und macht es sich gleich mal mit Jazz auf einer Art Holzsofa kuschelig. Es werden noch Molte -und Blaubeeren gesammelt. Abends wird Lachs gegrillt und es gibt Marshmallows. 

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Blick auf Gryllefjord. Netter Platz oberhalb Gryllefjord. 

Der Sukkertoppen (Zuckerhut)

Der Freitag startet oberhalb Gryllefjord mit tiefhängenden Wolken.. so wie es yr.no vorausgesagt hat. Vom Småtinden ist so gar nichts zu sehen. Eigentlich möchten wir, wenn es mittags aufreißt noch auf den Sukkertoppen oberhalb von Hamn i Senja. Wir beschließen aber das schlechte Wetter vormittags zu nutzen um zu packen. Wir verlassen diesen schönen Platz oberhalb von Gryllefjord und fahren hinab Richtung Hamn.
Die großen Rucksäcke werden bepackt mit Schlafsack, Isomatten, Zelt, Trail Müsli/Fertignahrung und was man sonst noch braucht um eine Nacht am Berg zu sein. 
Tatsächlich reißt es mittags noch auf und wir starten zum Sukkertoppen. Der Gipfel ist leider noch eingehüllt in einer Wolke. Trotzdem können wir unterhalb des Gipfels schon die Aussicht auf Hamn i Senja und Bergsøyan (ein Paradies für Kajakfahrer) genießen. 
Abends fahren wir zum Tunnel und Parkplatz Svartholvatnet, dort ist der Ausgangspunkt zu unserer geplanten Tour auf den Breidtinden. 

Hamn i Senja 

Der Breidtinden

Breidtinden ist der höchste Berg (1001 m) auf Senja im Kreis Troms. Er liegt südöstlich des Mefjord und südwestlich des Dorfes Mefjordbotn. Der Breidtinden ist in den norwegischen Führern mit schwarz/schwer markiert,  6-7 Std durchweg steiles Gelände, dazwischen mal ein paar Erholungsmeter, die letzten 150 Höhenmeter bis zum Gipfel Kletterpassagen in exponiertem Gelände. 

Der Abend am Ausgangspunkt ist warm und schön. Eine Wolke umhüllt den Gipfel des mächtigen Seglas, die sich dann aber bald im Abendlicht auflöst. Ralf tauscht sich noch mit unserem Freund Christoph aus (ein absoluter Skandinavienspezialist),  der wiederum stellt uns den Kontakt zu Bent, einem Bergführer der Senja Lodge & Mountainguides aus Mefjordvær her. Es geht um einen guten Platz für unsere Zelte, was am Breidtinden nicht so einfach ist (entweder steinig, zu steil oder zugig). Er gibt uns gute Tips! 


Der Breidtinden

Der Segla von der Westseite

Segla. 
Oberhalb von uns ein spitzer, unbekannter Gipfel in einer Wolke. Abendlicht am Mefjord. 
Der Segla umhüllt. 

Der Morgen beginnt angenehm warm, blauer Himmel und Sonne pur. Genau richtig für unsere 2 -Tagestour. Bloß, wir haben alle schlecht geschlafen. Ralf und ich sind motiviert, die Mädels eher weniger.. und Jazz, na ja, Hauptsache er kriegt sein Futter und darf dann laufen. 
Der Anfang der Tour startet gleich mal steil durch einen kurzen Birkenwald und geht nahtlos steil eine Geröllrinne hinauf. Die Rucksäcke sind schwer, von hinten höre ich schon Gestöhne, oder „was mache ich eigentlich hier“! Die Mädels jammern. Das gibt es auch bei uns. Weiter geht es etwas entspannt am Svartholvatnet entlang, dort stehen vereinzelt Hütten. Die Freude währt nicht lange und es geht irgendwie endlos erscheinend steil hoch bis zu einem kleinen See, den Breidtindenvatnet. Hier finden wir zwei Plätze, wo wir die Zelte aufschlagen können. Direkt oberhalb des Mefjordes mit Blick auf Segla und Co. Die Laune der Mädels bessert sich…denn wer will schon so schwere Rucksäcke hoch schleppen, Sie dürfen hier mit Jazz bei den Zelten bleiben und sich genüsslich am Bergsee in die Sonne legen. Der Breidtinden ist für die zwei zu schwierig und mit Hund unmöglich zu machen.
Ralf und ich laufen mit leichtem Gepäck los. Die steile Gras/Steinhangrinne ist anstrengend,  es ist warm, sehr warm. Oben angekommen im Joch eine kurze Verschnaufspause. Die letzten 150 Höhenmeter natürlich wieder steil und vorallem exponiert mit kniffeligen Kletterpassagen. Ich denke jetzt schon wie das Abklettern wird und sehe meine Cola eisgekühlt im See liegen. Das hat Ralf vorher noch für mich erledigt. 
Oben am Gipfel angekommen, ein Traum von Aussicht. Der Segla und die darunterliegenden Berge erscheinen so klein. Wir teilen uns das Gipfelplateau mit ein paar Norwegern, die dann aber bald absteigen. Und wir sind doch tatsächlich allein und genießen nochmals dieses fantastische Panorama. 
Das Abklettern klappt gut und wir kommen schnell voran. Dir Rinne herunter sind die Knie fast schneller als die Beine.  Am Zeltplatz angekommen, trinke ich gleich mal meine eisgekühlte Cola… und wir gehen doch tatsächlich in diesem herrlichen, frischen und sehr kaltem Bergsee baden. Jetzt geht’s uns gut! 
Der Hunger ist groß und wir essen Trail Fertignahrung. Der Abend ist lang, die Sonne taucht die Bergwelt und alles um unser Zelt herum in ein wunderschönes Abendlicht. Um 23.15 Uhr geht die Sonne unter. 

Unser wunderschönes Plätzchen unterhalb des Breidtindengipfels. 

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Gut gelaunt starten wir! Die erste Etappe hoch hinauf durch einen kurzen Birkenwald und durch ein Geröllfeld. Auch Jazz schafft die Leiter. Blick auf Segla und Co + Mefjord. Jede Menge Moltebeeren. Blick auf den Svartholvatnet. Das erste Zelt steht. 

Aufstieg zur Felsenrinne. Kraxelei die letzten 150 Höhenmeter. 
Gipfelglück, Aussicht auf Mefjord, Øyfjord, Gipfel gegenüber mit unbekanntem Namen. 

Hier wird gechillt und gedöst. Ein kühles Bad. Kaffeepause und eisgekühlte Cola. Sehr leckere Expeditionsnahrung, wirklich lecker! 
Abendlicht. Jazz hat es gemütlich. Unser Zeltplatz von oben.  Anna ist bereit für den Sonnenuntergang. So langsam wird es frisch. Um 23.15 Uhr geht die Sonne unter. 

 Die Nacht ist kurz. Im Zelt war es fast taghell. Lena und Anna krabbeln irgendwann zerknauscht um 9 Uhr aus ihrem Zelt. Es wird gefrühstückt und danach gepackt. Irgendwie haben wir das Gefühl, dass unsere Rucksäcke nicht wirklich leichter sind. Bei Sonne  pur treten wir gemeinsam den Abstieg an und kommen glücklich aber total müde am Moby Dick an. 
Was für eine wunderschöne und doch anstrengende Tour! 

Es tut sich was im Nachbarszelt. 

God morgen! Oh,schlecht geschlafen.. Lena erster Satz:“ Ich hab einen Genickbruch!“
Jazz wartet auf sein Frühstück und… ich  bleibe jetzt hier liegen! 
Wer packt die Rucksäcke. 
Startbereit und Abschied von diesem schönen Fleckchen. 

Skaland

Nach unserer Breidtinden Tour fahren wir mittags entlang des Ersfjordes / Ersfjordstrand, vorbei an der Bergkette „Zähne des Teufels“ und weiter den Steinfjord entlang Richtung Skaland. Dort gibt es einen kleinen Supermarkt (der einzige weit und breit) und einen von wenigen Campingplätze auf Senja. Der Platz ist nichts Besonderes. Wir nutzen den sehr kurzen Aufenthalt um ausgiebig zu duschen. Gegen Abend füllt sich der Platz, er ist ausgebucht. Wir haben das Gefühl, dass allgemein auf Senja mehr los ist als vor zwei Jahren. Aber viele Touristen sind hier auf der Durchreise um die Highlights an der Nationalen Touristikstrasse abzufahren. In Skaland gibt es kleine Buchten mit  weißen Stränden und natürlich der lange Bøvær Strand am Ende der Straße. 
Morgens um 5 Uhr packen schon die ersten Womobilisten zusammen und mit Ausschlafen wird das für uns nix. Die Mädels wünschen sich heute einen Strandtag. Wir finden am Ende von Skaland eine kleine schöne Bucht und es wird in der Sonne gechillt und gebräunt.
 Später geht’s nach Fjordgård zum Burger und Fish & Chips essen. Wir finden am kleinen Hafen ein Schlafplatz auf einem Parkplatz. Freistehende Plätze oder einen Campinglatz gibt es hier nicht. Ralf und ich möchten zum Sonnenuntergang auf dem Hesten laufen.  Vom Hesten hat man die beste Ansicht auf den mächtigen Segla. 

Kleine Bucht bei Skaland. Sonnenbaden bei 24 Grad 

Bilder können zum Ansehen angeklickt werden. Hytta am Bøvær Strand. Der Steinfjord. Bergkette „Zähne des Teufels“

Segla bei Sonnenuntergang 

Der Gipfel des Hesten liegt im Norden der Insel Senja und zeichnet sich durch eine spektakuläre und die beste Aussicht auf den nebenanliegenden Gipfel des Segla aus. Der Segla selbst ragt wie ein einzelner Diamant empor. 
Vor zwei Jahren waren wir auf dem Segla und zweimal auf dem Hesten, auch zum Sonnenuntergang. 
Ralf und ich schnappen uns Jazz und laufen gegen 19 Uhr in Richtung Hesten los. Die Mädels brauchen noch Pause von der Breidtinden Tour. Uns kommen noch die letzten Wanderer entgegen, vereinzelt sitzen noch ein paar am Grat. Um einen schönen Blick auf den Segla zu haben braucht man nicht ganz bis zum Gipfel des Hesten aufsteigen. Perfekt ist der letzte Abschnitt am Grat. Nach einer Stunde flotten Schrittes sind wir oben. Es ist noch erstaunlich warm und es weht ein lauer Wind. Vor zwei Jahren war es oben sehr kalt. Das genießen wir heute natürlich. Jazz braucht eine Weile bis er seinen Platz gefunden hat. Langsam färbt sich die Bergwelt in ein warmes rosa/violettfarbenes Licht. Auch der Breidtinden ist von hier gut zu sehen. Der Segla wird zum Teil hellrot bis violett angestrahlt. Es sieht wunderschön aus und am Ende ist nur noch die Spitze des Berges rötlich gefärbt. Gegen 23 Uhr machen wir uns auf zum Abstieg und kommen gut am Moby Dick an. 

Segla allein. Claudi ganz klein und unser Plätzchen für den Sonnenuntergang. 

Fjordgård im Morgenlicht. Der Berg Roalden. Strandtag am Ersfjordstranden mit Burger essen. Klar, Bents grünes Auto sieht man auf Senja immer wieder. 

Dienstag in der Früh verlassen wir Fjordgård und fahren Richtung Ersfjordstranden. Wir beschließen heute nochmals einen Strandtag zu machen. Es ist für eine Tour schon recht warm. Und die zwei Mädels freuts. Das Wasser hat hier eine angenehme Temperatur. Jazz döst den ganzen Mittag im Schatten von Moby Dick. Er ist einfach zufrieden. Am Abend grillen wir noch fette Burger und verlassen den großen schönen Strand und fahren noch an den Aussichtspunkt Tungeneset vorbei. Die Oksanen oder auch „Zähne des Teufels“ genannt ist eine markante Bergkette. Besonders im Abendlicht sind sie besonders schön. Ich schiesse noch ein paar Fotos und unsere Fahrt geht weiter und zwar ganze zwei Stunden lang. 
Der Ånderdalen Nationalpark auf Senja ist das Ziel. 

"Zähne des Teufels“ im Abendlicht. Aussichtspunkt Bergsbotn über dem Bergsfjord. 

Der Ånderdalen Nationalpark auf Senja 

Der Ånderdalen NP befindet sich im südlichen Teil Senjas. Die Landschaft ist geprägt von scharfkantigen Bergen, zahlreichen Seen, Flüssen, Mooren, Hochmooren und unberührtem Urwald. Die ungewöhnlich großen und alten Küsten-Kiefernwälder waren auch einer der Gründe für die Errichtung des Nationalparks. Einige Bäume sind rund 500 Jahre alt.

Wir fahren an den südwestlichen Zipfel des NP nach Skrolsvik oder auch Skrollsvika genannt. Zum Teil sind hier die Straßen nicht asphaltiert und man fährt Schottetpisten. Skrollsvika ist ein wirklich kleines Dorf. Es gibt einen Minihafen, wenige Häuser und eine Gammel Butikk. Mitten im Dorf sehen wir Rentiere über die Straße laufen. Ziel ist der kleine Hafen, dort gibt es ein paar Stellplätze. Für morgen meldet es nochmals gigantisches Wetter und wir möchten auf den Sjursviktinden laufen. 

Hafen von Skrollsvika. 

Der Sjursviktinden

Der Sjursviktinden thront oberhalb Skrollsvika. Die Tour ist im norwegischen Führer mit rot/mittel gekennzeichnet, Dauer 5 Stunden, knapp 900 Höhenmeter. Der Gipfel ist ausgesetzt und fast immer windig. Auf der Rückseite geht’s im freien Fall nach unten. Der Start der Tour beginnt recht entspannt und gemütlich und man freut sich gerade über das leichte Laufen. Irgendwann zieht sich dieser Abschnitt, bis man dann einen großen, langen, steilen Schotterberg vor sich sieht, der Weg ist kaum erkennbar. Zuerst denke ich: „Endlich bald oben“. Aus dem endlich wird endlos, oben am Schotterberg angekommen geht es ein Stück nach unten und das gleiche Spiel beginnt von vorne. Nochmals ein Schotterberg, der einen irgendwann zum ausgesetzten Gipfel führt. Dort oben ist es sehr windig und wir suchen uns ein windgeschütztes Plätzchen. Auch Jazz kuschelt sich in ein Loch. Nach einer Pause steigen wir wieder ab und dieses Mal bin ich echt schnitzelfertig. Die Tagestemperatur 28 Grad. Am Moby Dick  gibt es doppelt eisgekühlte Cola mit Zitrone. In der Gammel Buttikk von Skrollsvika schauen wir noch kurz vorbei. Von einem finnischen Nachbarn, der mit uns auf dem Stellplatz ist, bekommen wir Heilbuttstücke geschenkt. Diesen wunderbaren, großen und so lecker schmeckenden Fisch hat er heute gefangen und kann nicht alles für sich behalten. Gerne nehmen wir sein Geschenk an. Das Abendessen ist gerettet!  

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Rentiere mitten im Dorf. 
Auf zum Sjursviktinden. Die erste Etappe ist recht entspannt. Blick zur Insel Rolla, Insel Andørja und bis nach Andenes (Insel Andøya). 

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Die Gammel Buttikk von Skrollsvika. 

Unser Boot wartet auf uns. 

Die Senja Arctic Lodge von Kathrin

Bevor der Heilbutt verspeist wird fahren wir Richtung Stonglandseidet auf eine kleine vorgelagerte Insel im NP. Unser Ziel ist die Senja Arctic Lodge von Kathrin. Bei ihr können wir für einen Tag ein Boot mieten. Nebenbei hat sie fünf Stellplätze, eine Grillhütte, Duschen und eine Sauna. Und das alles für einen tollen Preis. Morgen am Donnerstag möchten wir zum Fischen gehen. Da es einen Sonne//Wolkemix gemeldet hat, hoffen wir, dass die Sonne nicht ganz so brutzelt. Wir freuen uns auf einen guten Fang… sind da ja sehr verwöhnt von den Lofoten. 
Gegen 10 Uhr ist das Boot startklar. Wir fahren in den Tranøyfjord. Auf dem Echolot zeigt es viele Fische an… doch es ist zäh! 4 Stunden kein einziges Fischlein gefangen, trotz mehrmaligem Standortwechsel. Die Sonne sticht stark. Irgendwann wird die Kleidung gegen Badebekleidung ausgetauscht… und so wird weiter geangelt. Ralf fängt zwei Seelachse kleinerer Größe. Ich hab einen wirklich dicken Fisch am Haken, doch die Angelschnur reißt und der big Fisch samt Monsterköder ist dahin. Doch gleich danach habe ich noch einen kleinen Seelachs am Haken. Satt werden wir so nicht. Die Rückfahrt wird schaukelig, der Wind bläst und ein paar dunkle Wolken bauschen sich von Süden her auf. 
Ein Angeltag geht zu Ende, wir essen drei Seelachse und noch den restlichen Heilbutt vom Finnen. 


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Unser Stellplatz bei der Senja Arctic Lodge. 
Ein Geschenk vom Finnen, Heilbutt. 
Grillhütte und Sauna bei Kathrin von der Senja Lodge. 
mmmh lecker, gefangen im Juli 2024. 
Senja Arctic Lodge. 

Los geht‘s

Geduldiges Angeln. Jazz immer mit dabei, natürlich erhofft er sich auch einen Fisch. 

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Eine große Qualle besucht uns. Warm. Mal anderes Angeln, Badebekleidung anstatt Ölzeug. Endlich mal einen Fisch. 
Der Sjursviktinden vom Fjord aus. Steuerfrau Lena. 

Senja roasters

  Mal länger geschlafen als die letzten Tage. 
Da wir heute, am Freitag den Ånderdalen NP und auch Senja verlassen werden, schauen wir noch bei der kleinen Kaffeerösterei „Senja roasters“  in Stonglandseidet vorbei. Dort gibt es super leckeren Kaffee, Kuchen und Snacks der besonderen Art wie eine Chorizo Quiche. Wir unterhalten uns lange mit zwei netten Norwegern von Senja, trinken Latte, Kaffee black und lassen es uns bei Pizza, Chorizo Quiche und Kuchen gut gehen. Die zwei erzählen uns, dass es so ein Wetter, wie wir es diese Woche auf Senja hatten… sehr sehr selten gibt. Sonne durchweg pur und warme Temperaturen von 25 Grad und mehr. Ja, wir hatten das Glück und freuen uns sehr darüber. Sie geben uns noch ein paar Tips für unsere weitere Reise. 
Auf der Fahrt Richtung Finnsnes  beobachten wir noch eine Rentierfamilie am Strand und verlassen danach endgültig für diesen Sommer über die Gisundbrücke die Insel Senja. 
 I’m sure we will meet again. 

Die kleine Kaffeerösterei „Senja roasters“.
Eine Rentierfamilie am Strand. Abschied von Senja. 

Die Lyngen Alps

Teil 4

Lyngen liegt östlich von Tromsø.  Die Kommune erstreckt sich über die Halbinsel Lyngenhalvøya, die über 90 km lang ist.   Diese wird im Westen durch den Fjord Ullsfjorden und im Osten durch den Lyngenfjord begrenzt. Auf dem Festland grenzt die Gemeinde im Südwesten an die Kommune Tromsø und an Storfjord im Süden. Die Lyngen Alps sind das Rückgrat der Region Lyngenfjord und befinden sich auf der Lyngenhalbinsel. Sie erheben sich direkt aus dem Fjord bis zu einer Höhe von 1834 m. Sie bestehen aus hohen Gipfeln, Gletschern, unzugänglichem Geröll und rauschenden Flüssen und sehen beeindruckend aus von den Fähren im Fjord und Aussichtspunkten auf den gegenüber-
liegenden Ufern des Fjords. Im Sommer dringen Bergwanderer tief in diese geheime Welt ein, und im Winter durchkreuzen Skibegeisterte die Halbinsel. Dennoch sieht ein Großteil des Gebiets kaum jemals Menschen. Der Jiehkkevarri (1.834 m) ist der höchste Gipfel der Lyngen-Alps und der höchste Berg in Troms og Finnmark. 
Die älteste Kultur der Region, die immer noch präsent ist, ist die Sami-Kultur. Jeden Sommer wandern die Rentiere von der Finnmark-Ebene nordwestlich zum Sommerweidegebiet entlang des Lyngen Fjords. Familien aus der Sami-Gemeinde Kautokeino haben langjährige Rechte, das Gebiet für ihre Rentiere zu nutzen. 

Nachdem wir am Freitag Senja verlassen haben geht die Fahrt weiter in die Polarlichtstadt Tromsø. Wir haben nochmal yr.no gecheckt und dieser meldet weiter im Norden besseres und trockeneres Wetter wie auf den Lofoten. Plan wird geändert. Die Lofoten werden noch etwas nach hinten verlegt, bis sich das Wetter dort hoffentlich bessert. Ein kurzer Stopp in Tromsø. Wir finden oberhalb Tromsø Richtung Sommarøy in den Bergen einen Platz zum schlafen, wunderschön. Am nächsten Morgen kommen sogar Rentiere bei uns am Moby Dick vorbei, überhaupt sieht man sie hier oft…. an der Straße entlang laufen, ja sogar mitten in einem Wohngebiet in Tromsø haben wir sie gesehen, oder aus einem Garten huschen. Die Region Troms gilt als Rentiergebiet. Tromsø kennen wir schon recht gut, haben die Stadt aber noch nie von oben gesehen. Die Fjellheisen Gondelbahn war vor zwei Jahren wegen Starkregen geschlossen. So nutzen wir heute unsere Fahrt nach oben auf den Fjellheisen und sehen auf Tromsø hinab. Für Jazz kaufen wir noch in dem großen Tierfachhandel einen Hunderucksack von nonstopdogwear. Hier bekommen wir eine super Beratung und Tips, was wir beachten sollen. Nach einer Einführungszeit daheim darf Jazz seinen Rucksack nächstes Jahr in Norwegen selber tragen. 
Der Sonntag startet in den Bergen mit 18 Grad milden Temperaturen. Bald sind wir nach Breikvikeidet unterwegs. Von dort geht die Fähre nach Svensby auf die Lyngenhalbinsel. Am Fähranleger sieht man schon gut die ersten Berge der Lyngen-Alps. Am Ullsjford finden wir einen schönen freistehenden Schlafplatz direkt am Wasser. 
Für diesen Urlaub auf der Lyngen Halbinsel suchen wir erst einmal entspannte Touren heraus. Die meisten Gipfel sind hier hoch, steil und werden ab 1200 Höhenmeter interessant. Das ist uns mit Jazz und den Mädels an einem Tag im Moment zu viel. Wollen ja erholt nach Hause kommen. Ralf und ich werden jedoch die Tage, je nach Wetter eine Tour alleine zum Storgalten 1219 moh) unternehmen. 

Tromsø von oben. 

Blick vom Fjellheisen auf Tromsø hinab. Unser netter Platz in den Bergen oberhalb Tromsø. 
Guten Morgen, unsere Freunde, die Rentiere.

Bilder können zum Ansehen angeklickt werden. Rentiere trifft man hier um Tromsø immer wieder. Einkauf im Eidehandel, Rinderhüftsteak, Lachs und Süßes. Wir verlassen Tromsø. 

Unser Schlafplatz am Ullsfjord in den Lyngen Alps. 

Am Fähranleger in Breivikeidet. Im Hintergrund sind die ersten Berge der Lyngen Alps zu sehen. Kurzer Schauer, Moby Dick im Abendlicht. Die Berge um uns färben sich rot. 

Der Blåisvatnet

Der See, mit seiner strahlend blauen Farbe, liegt eingebettet in einer wunderschönen Bergwelt zwischen Jaegervasstinden und Lenangstinden in den Lyngen Alps. Die blaue Farbe des Wassers beruht auf dem hohen Gehalt an Schlickpartikeln im Schmelzwasser des Lenangsbreen Gletschers. Die im Wasser enthaltenen Partikel lagern sich im See ab und je nach Sonneneinstrahlung wechselt der imposante Bergsee seine Farbe von einem leuchtenden Türkis bis hin zu einem strahlenden, kräftigen Blau.

Die eigentliche Wanderung zum Blåisvatnet ist nicht sonderlich lang (9km, 3 Std.), recht leicht zugänglich und überwindet nur relativ wenige Höhenmeter. Da man allerdings den größten Teil der Strecke auf den Steinen und Felsen des Gletscherflusses sowie der Moränen-Landschaft wandern muss, zieht sich die Strecke. 

Wir starten rechtzeitig von unserem schönen Platz Richtung Lenangs zum Ausgangspunkt der Tour. Es geht erst gemütlich durch einen alten Birkenwald. Am  alten Flussbett treffen wir auf eine Rentiermutter mit ihrem Jungtier. In weiter Ferne sehen wir bereits den Lenanggletscher. Wir laufen auf großen, kleinen, spitzen oder flachen Steinen im alten Flussbett/Moränenschotter und dies zieht sich doch tatsächlich fast 4 km bis zum Blåisvatnet. Der See liegt wunderschön eingerahmt von den Bergen Lenangtinden und Jaegervasstinden. Seine Farbe ist je nach Sonneneinstrahlung türkis, hellblau oder blau. Ralf traut sich doch noch ins ca. 5 Grad kalte Wasser. Nach einer Pause treten wir den Rückweg an. Wieder durch das lange alte Flussbett, durch den Birkenwald bis zum Moby Dick. Die Fahrt geht wieder zurück und wir beschließen nochmals an dem Platz am Ullsfjord zu schlafen. Gegen Abend gibt es für 30 Minuten kräftige Regenschauer, die sich dann aber bald verziehen. Die Sonne kommt heraus und über uns zeigt sich ein Regenbogen. Über dem Fjord kreist eine Möwe und fängt Fische. 

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Start zu Tour zum Blåisvatnet. Unterwegs treffen wir auf Rentiere. Das alte Flussbett/Moränenschotter. Der Lenanggletscher, Möränenlandschaft. 

Der Blåisvatnet. 

Wir haben Glück und die Sonne scheint, somit ist die Farbe des Sees sehr intensiv türkisblau. 

Ralf nimmt ein erfrischendes Bad.
Rückweg. 
Verlassenes Haus am Fjord. 

Ein kurzer, kräftiger Regenschauer. In der Lyngenregion herrscht akute Waldbrandgefahr. 
Die Sonne zeigt sich wieder. Abendstimmung. Eine Möwe auf Beutefang. 

Die Barheia. 

Die Barheia ist eine Hochebene in den Lyngen Alps. Der Blick reicht über den Ullsfjord und Sørfjord und die Berge Jaegervasstinden, Iskartinden, Stortinden und weiter hinüber bis zum Jieakkevárri (höchster Berg von den Lyngen Alps). Die Barheia ist eine leichte Wanderung. 
Der Morgen startet bewölkt, gegen später meldet es sonniges Wetter. Es geht los am Parkplatz des kleinen Campingplatzes von Svensby. Zuerst laufen wir durch einen Birkenwald in dem wir auf mehrere Rentiere treffen. Oberhalb der Baumgrenze geht die Tour auf moosbewachsenes Gelände weiter. Gelegentlich laufen wir über Bretter. Wenn es stark geregnet hat, könnte man hier nasse Füße bekommen. Fast oben angekommen beobachten wir nochmals unsere Freunde die Rentiere. Zum Glück haben wir Jazz dabei, der hat immer den richtigen Riecher. Am kleinen Gipfelpunkt steht eine rote Bank und die Sonne scheint schon recht kräftig. Wir treffen dort auf einen Einheimischen mit seinem Bike. Er gibt uns einen genialen Tip für einen freistehenden Übernachtungsplatz. Genau dort hin fahren wir nach unserem Abstieg von der heia…. Bis zur nördlichsten Spitze der Lyngen Halbinsel…
und es ist traumhaft dort. 

Ausblick von der Barheia

Rentiersichtung! Jetzt aber mit voller Kraft voraus! 
Es wird gejoggt. Oben angekommen… Ausruhzeit. 
Blick auf Ullsfjord, Sørfjord. 
Sumpf…
Gut, dass es die rote Bank gibt. Weiterfahrt bis an die nördlichste Spitze von der Lyngen Halbinsel. 

Unser Platz für die nächsten drei Tage… an der nördlichsten Spitze der Lyngen Halbinsel. 

Bilder können zum Ansehen angeklickt werden. 
Wir sind hier an der nördlichsten Spitze der Lyngen Halbinsel angekommen. 
3400 km sind wir bereits vom Bodensee entfernt. 
Ein Blick…genau gegenüber von uns … in knapp 1000 km Luftlinie würden wir die südlichste Spitze von Spitzbergen erreichen. 

Der Storgalten „hoch hinauf“

Der Storgalten gehört auch zu den höheren Bergen (1219 moh) in den Lyngen Alps. Er liegt recht weit Richtung Norden und eigentlich ist er im Winter ein beliebter Berg zum Skitourengehen. Vom Storgalten soll man eine phantastische Sicht auf Gletscher, Berge und Fjorde haben.  Im Sommer trifft man zu 99% niemanden am Berg, außer Rentiere. Es gibt kein Hinweisschild und auch keinerlei markierte Wege. Diese muss man sich selber erarbeiten. Mit Ski ist er im Winter als „middels +“ im norwegischen Führer angegeben. Für die Sommertour schaut es etwas anders aus. Durchweg bis zum Joch (800 Höhenmeter), steil durch Gestrüpp und über Wiesen/Heidehänge. Danach geht es über 400 Höhenmeter geradeaus steil einen Geröllhang nach oben bis zum Gipfel. Mit Ski tut man sich da auf jeden Fall leichter. 

Wir starten früh! Das heißt Ralf und ich. Die Kinder bleiben mit Jazz „freiwillig“ am Platz. Wir verabschieden uns von Anna und Jazz. Lena befindet sich noch im Dämmerschlaf. Bis wir aber am evtl Einstieg zur Tour sind, müssen wir noch 7 km mit dem Rad fahren. Das geht recht flott. Auf der Strecke sehen wir noch schöne, große Rentiere an der Straße stehen. Ich schiesse noch vom Rad ein paar Fotos. 
Für uns geht es ab hier 1229 Höhenmeter nach oben. Der Einstieg ist gut zu finden und wir folgen einem schmalen Pfad im Galtdalen, ca. 100 Höhenmeter durchs Gestrüpp den steilen Hang hinauf. Plötzlich endet dieser Pfad und wir müssen weitere 700 Höhenmeter ohne Weg den steilen Hang hinauf laufen… einfach Zickzack. Angekommen am Joch, das erste schöne Panorama  auf einen schönen, türkisblauen Gletschersee. Auf der linken Seite thront der kleine Lillegalten. Der endlos erscheinende Geröllhang liegt vor uns. Er sieht steil aus und ich ahne schon was uns erwartet! Vorallem runterwärts. Aber daran denke ich jetzt lieber doch nicht. Die Felsbrocken sind zum Teil lose, groß bis klein, einen vorgegebenen Weg sucht man vergebens. Meine noch kühle Cola befindet sich im Rucksack…wie sehr freue ich mich auf sie, wenn ich oben angekommen bin. Die letzten 100 Höhenmeter liegen vor uns, es geht noch am exponierten Grat entlang und ich sehe auf einmal dieses wahnsinnig schöne Panorama. Der Gamvikgletscher liegt unter uns, gegenüber der Berg Peppartinden und Tverrbackktinden. Weit hinten der Størfjord, Ullsfjord und die umliegenden hohen Berge der Lyngen Alps mit den umliegenden vielen Inseln, deren Namen ich noch nicht genau weiß. Außer die Insel Uløya, wo ich unbedingt auf den Arontinden wollte… muss verschoben werden. Ich muss erst mal durchschnaufen und genießen, sogar die Cola kann warten. Fast eine Stunde bleiben wir oben und machen uns dann auf zum Abstieg. Irgendwie ein endloser Hatsch bis wir endlich, endlich unten sind. Von der Gehzeit waren wir sogar schneller wie die vorgegebene Zeit als Skitour. Mit dem Radl geht’s zurück zu unseren gemütlichem Platz. Füße hochlegen und Latte trinken. Morgen ist ein Faulenztag eingeplant. 

Los geht es in der Früh. Rentiere begrüßen uns an der Straße. Dieser schmale Pfad endet bald im Nichts, dafür geht es geradeaus nach oben ohne Wegführung. Erste Ausblicke auf den Ullsfjord, Lillegalten, ein türkisfarbener Gletschersee und restliche Schneefelder. Claudi ganz klein gegenüber dem Lillegalten. 

Hoch hinauf über das große Geröllfeld. Gipfel noch weit entfernt. Oben angekommen mit Ausblick über den Gamvikgletscher, dem Tverrbakktinden, dem Ullsfjord, den Peppartinden, die Berge der umliegenden Inseln und hohe Berge der Lyngen Alps. 
Gipfelglück! Abstieg über den Geröllhang. Ein Rentierjunges. Das letzte Stück geht durchs Gestrüpp. 

An der nördlichsten Spitze der Lyngen Halbinsel. 

Die kleine Lyngstuva

An der nördlichsten Spitze der Halbinsel Lyngen versteckt sich ein kleines rotes Häuschen, die Lyngstuva mit dazugehörigem Leuchtturm. Lyngstuva hat als strategischer Meilenstein zwischen Ost und West gedient. Das Gebiet war eine wichtige Basis für Fischer und Robbenjäger. Die Hütte fungierte auch als Öllager, in dem das Öl im Winter gelagert wurde. Rund um Lyngstuva gab es bereits in der späten Steinzeit Siedlungen mit Rasenhütten.  Die rote Hütte kann das ganze Jahr über besucht werden, die Tür ist nicht verschlossen. Man kann auch im Lyngstuva übernachten. Der Leuchtturm von Lyngstuva wurde 1921 gebaut. 

Unser Faulenzertag geht erst mal gut los. Während dem Frühstück, Jazz ist bereits draußen ein Klimpern unterm Moby Dick, Jazz fiebt! Ich schaue aus dem Fenster , unser Hund ist schwarz im Gesicht, an den Ohren und Vorderbeinen, Öl im Fell. Aufgeregt versucht Jazz auf die Motorhaube zu springen, kriecht wieder unters Auto um dann wieder auf die Motorhaube zu springen. Ralf macht die Motorhaube auf und tatsächlich schaut ihm ein frecher Marder ins Gesicht. Dieser Marder hat die Verkleidung angeknabbert, eine Maus abgelegt und seinen Urin und Kot hinterlassen. Doch der Spaß fing damit erst an. Dieser Kerl hat sich dann irgendwo im Motorraum versteckt.., wir mit Stirnlampen und Marshmallowspiess bewaffnet auf der Suche nach ihm. Ralf unterm Moby Dick, ich über der Motorhaube. Immer wieder ist der Kerl zu sehen, mal im Motorraum um dann aber wieder ins Fahrzeuggehäuse  zu rennen und zurück. Hupen und den Motor laufen lassen hilft ebenfalls nicht. So ging das ganze 2 Stunden lang. Jazz ist natürlich völlig durchgedreht, ihn draußen, so wie immer anzuleinen… unmöglich. Unser Kaffee war schon längst kalt und das Müsli stand auch noch rum. 
Zum Schluss hat Ralf den gesamten Motorraum mit Essigsäure eingesprüht. Das hat geholfen. Der Marder hat sich verabschiedet und wir haben hoffentlich endlich unsere Ruhe. 
Abends laufen wir noch zur Lyngstuva. Die Wanderung ist mit 2-3 Stunden angegeben. Eigentlich eine einfache Wanderung… wir haben uns trotzdem verlaufen. An der Abzweigung ist die Markierung des Weges auf dem Boden durch einen Pfeil aus Steinen gekennzeichnet und den haben wir einfach so mal übersehen und sind somit einem schmalen Trampelpfad gefolgt. Dieser endete irgendwo in den Felsen. Also zurück. Oberhalb des richtigen Weges haben wir dann die rote Steinmarkierung entdeckt, Die Lyngstuva ist bereits zu sehen, schön sieht sie im Abendlicht aus. Wir schauen noch in die Stube hinein und irgendwie ist es doch gemütlich. Zwei Hurtigrutenschiffe begrüßen sich auf dieser Strecke. Es ist die Route nach Kirkenes. Nach Sonnenuntergang gehen wir die Strecke zurück und gehen bald schlafen. Um 01.30 Uhr wache ich auf und schiesse noch ein Foto. Die Nacht wird hier im hohen Norden noch immer nicht dunkel. 

Die Lyngstuva. 

Im Hintergrund der Berg Russelv. Die Wegmarkierung durch Steinpfeil am Boden. Endlich die richtige, rote Wegmarkierung. Ein altes Schiffswrack. Ein Fischerboot kehrt nach Hause. 
Die Lyngstuva ist offen und bietet Platz für 4 Personen. Auf dieser Schiffsroute sind die Hurtigrutenschiffe nach Kirkenes unterwegs. Die Lyngstuva im Abendlicht mit Leuchtturm und Transportmittel vom Fjord aus. 
Sonnenuntergang 22.45 Uhr, um 01.30 Uhr ist es immer noch dämmrig. 

Senter for nordlige folk

Im diesem Zentrum befindet sich das Museum für nördliche Völker, hier kann man die Ausstellung mii besuchen. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die regionale Seasami-Kultur und die zeitgenössische Geschichte. Mii enthält kulturelle und zeitgenössische Objekte. 

Der Freitag startet bewölkt. Für heute hat es Regen gemeldet. Deswegen beschließen wir nach Manndalen zu fahren. Dort gibt es ein Sami Museum. Die Fahrt geht bis Lyngseidet und weiter von dort mit der Fähre (3/4 Std.) nach Olderdalen. Bis Manndalen brauchen wir noch eine 1/2 Stunde.  Das Museum wurde 2023 erweitert und neu gestaltet. Wir erfahren viel über das damalige Leben der Seasami und deren Kultur. 
Erst gegen Nachmittag fängt es an zu regnen und wir machen uns auf den Rückweg zu unserem Platz an der nördlichsten Spitze der Lyngen Halbinsel. Abends pfeifft am Fjord der Wind sehr stark. Für morgen, am Samstag mieten wir uns ein Boot bei den XLyngen Jungs. Fischen im Lyngenfjord steht auf dem Programm. 

Senter for nordlige folk. 

Handgewebte Bänder. 

Fischen im Lyngenfjord

Wir mieten uns für einen Tag bei den XLyngen Jungs ein Boot. Das  XLyngen ist ein professionelles Fischercamp, sehr schön am Fjord gelegen. Die Aluboote sind super in Schuss. Die Anlage hat eine große Ausnehmküche, wo die Fischabfälle direkt ins Wasser an die Möwen verfüttert werden können. Die Robuerhütten sind gepflegt und mit allem ausgestattet was man benötigt. Der Besitzer erzählt uns, dass vor zwei Tagen Wale zu sehen waren. Wir hatten ja bei unserem letzten Angeltag auf Senja eine Schweinswalsichtung. 
Um 10 Uhr geht es für uns los, in kurzen Hosen, es ist angenehm warm und der Wind hat zum Glück nach gelassen. Nachdem wir den ruhigen Ullsfjord verlassen haben und in den Lyngenfjord einfahren wird das Wasser rauer. Es wird deutlich kälter… Anna und ich sind schon etwas nass und eigentlich bräuchte ich meine Regenhose. Da, plötzlich vor uns ein Blas! Ein Wal schwimmt vor uns, wir können deutlich die Rückenflosse sehen. Um was für eine Walart es sich handelt können wir nicht erkennen. Aber er war nicht gerade klein. Leider ist er schneller wie wir und hinterher jagen, das machen wir auf keinen Fall. Neben uns schwimmen, fliegen und tauchen Papageitaucher. Diese putzigen Taucher, die ein Gesicht wie ein Clown haben, bekommen wir endlich einmal von der Nähe zu sehen. 
Bald hängt der erste Fisch bei Ralf an der Angel, ein Lumb. Anna ist heute unsere Angelkönigin, sie fängt einen großen und einen mittleren Lumb und einen mittleren Dorsch. Lena und ich gehen heute leer aus. Gegen 16 Uhr fahren wir zum Fischercamp zurück. Die Fische werden filitiert und eingefroren… für zuhause. 
Abends fahren wir noch ins Steindalen-Tal. Dort schlafen wir direkt am kleinen Parkplatz wo die Tour zum Steindalsbreen losgeht. 

XLyngen, ein professionelles Fischercamp, Köder aller Größen. Der Ullsfjord ist ruhig, der Lyngenfjord rauer. Erster Fang ein Lumb. Heute ist es deutlich kälter. Die putzigen Papageitaucher. Unser Fang: 3 Lumbs, 1 Dorsch. 

Der Steindalsbreen 

Der Steindalsbreen (Gletscher) liegt im wunderschönen Steindalen-Tal und gehört zur Kommune Storfjord. Diese Kommune grenzt an die Lyngen Kommune. Das Tal Steindalen ist bekannt für seine außergewöhnliche Flora und Fauna. Der Steindalbreen fließt übergangslos in einen Gletschersee hinein. 

Nach dem Fischen verlassen wir für eine Nacht und einen Tag unseren wunderschönen Platz an der nördlichsten Spitze der Lyngen Halbinsel. Die Fahrt bis zum Steindalen Tal dauert von hier 1 1/2 Stunden. Am Sonntag meldet es wieder mal super Wetter und wir möchten die Tour durch das Steindalen Tal bis zum Gletscher laufen. Die Gehzeit ist mit 5-6 Stunden und mittel angegeben. Deswegen beschließen wir die Nacht von Samstag auf Sonntag direkt vor Ort am Ausgangspunkt zu schlafen.

Der Sonntag startet sonnig! um 9 Uhr sind alle fertig angezogen. Es geht zuerst auf einem Schotterweg durch ein üppig bewachsenes Waldstück. Hier wachsen viele Preiselbeer -und Blaubeerpflanzen.  Weiter geht es steil bergauf bis wir nach ca. 2 1/2 km die Steindalshytta erreichen. Die Steindalshytta ist eine Hütte, die über den DNT gemietet werden kann, vorausgesetzt man hat den nachweislich norwegischen Wanderführer, dann bekommt man auch den Hüttenschlüssel. 

Ab hier wird der Wanderweg flacher und führt uns 2 1/2 km durch das wunderschöne Steindalen Tal. Der Steindalsbreen ist schon von weitem zu sehen. Die letzten 1,5 Kilometer geht es über den Moränenkamm nochmal steil hinauf. Der Gletscher fließt übergangslos in den Gletschersee hinein. Frisch ist es auf einmal hier oben. Das Eis strahlt ziemlich Kälte ab. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, unseren schwedischen Schokokuchen „Kladdaka“ und Sprühsahne mitzunehmen. Diese wird zuerst einmal im Gletschersee gekühlt. Diese leckere schwedische Spezialität verspeisen wir genüsslich hier oben zusammen. Nach einer Pause steigen wir wieder ab, erreichen die Steindalshytta und schließlich Moby Dick. Wir machen uns auf zur Rückfahrt an die nördlichste Spitze der Lyngen Halbinsel. 

Bilder können zum Ansehen angeklickt werden. Los geht es zum Steindalsbreen. Das Steindalen ist bekannt für seine vielseitige Flora und Fauna. Drohnen sind in den Nationalparks nicht erlaubt. Die Steindalshytta mit Klohäuschen. Jazz und seine Schäfchen.. „wenn ich doch nicht so wasserscheu wäre…“.

Auf der linken Seite der Steindaltind. Der Birkenwald lichtet sich. oberhalb der Baumgrenze weites Heidegelände. Ist da jemand etwa müde? Der Steindalsbreen mit Gletschersee ist zu sehen. 
Das musste unbedingt mit in den Rucksack: Kladdaka (schwedischer Schokokuchen) und Sprühsahne. 
Es geht wieder zurück über die Moräne, die Heiden/Wiesenhänge, vorbei an der Steindalshytta und durch den Birkenwald.

Auch bei uns gibt es Chaos. Wir fahren vom Steindalen-Tal zurück. Durch eine extreme Bodenwelle nach Svensby hat es eine Wasserflasche im Spülbecken gegen den Wasserhahn geschlagen und diesen in Gang gesetzt… somit fuhren wir mit laufendem Wasserhahn (die Wasserpumpe haben wir auch vergessen auszuschalten) die halbe Strecke zurück. Bis wir gemerkt haben, dass das Wasser sich in der Wohnkabine auf dem Boden, teils in den Schubladen und im Herd verteilt hat. Natürlich ist es auch noch in den Zwischenboden gelaufen. An der nördlichsten Spitze der Lyngen Halbinsel an unserem Lieblingsplatz räumen wir alles aus und beginnen mit der Trockenlegung. Zum Glück scheint die Sonne und bis zum Abend ist alles wieder gut. 

Noch ist es schön. Zum Sonntag Abend hin kommen von Süden her dunkle Regenwolken. 
Laut Wetterbericht yr.no meldet es für Montag Regen. 
Wir schlafen aus und wachen mit dem Regen auf. Es ist erst der 3. Tag Regen unter den vielen Sonnentagen die wir in diesem Urlaub hatten. Für uns ist es ok. Ich laufe mit Jazz eine Morgenrunde. Der sieht es eh gemütlich. Kaum zurück verkriecht er sich in sein Reich und döst, schnarcht und träumt (wahrscheinlich von Schafen und Rentieren). Nachmittags nehmen wir Abschied von der nördlichsten Spitze der Lyngen Halbinsel und von „unseren Plätzchen“. Lyngeneidet, eine Stunde entfernt, ist das Ziel. Wasser auffüllen und Grauwasser ablassen. Die Fahrt geht von Lyngseidet Richtung Koppangen. Dort finden wir zum schlafen einen Platz in einer Einbuchtung. Wir haben noch ein Treffen mit zwei angriffslustigen Schafen. Zum Glück machen sie sich doch noch auf und davon.
Am Dienstag meldet yr.no einen Sonne/Wolkenmix. Wir planen eine Tour zum Rottenvikvatnet und weiter (je nach Wettetlage) zum Fastdalstind (1275 m). 

Vom Rottenvikvatnet zum Fastdalstind

(1275 m)

Der Rottenvikfossen ist ein malerischer Wasserfall und der Rottenvikvatnet ein glasklarer Gletschersee. Eingerahmt von schönen Berggipfeln. 
Da der Weg zum Wasserfall in eine andere Richtung führt wie der Rottenvikvatnet lassen wir den Wasserfall aus. Bis zum Gipfel des Fastdalstinden sind es knackige, recht steile (wie alles in den Lyngen Alps, außer eine heia) 1249 Höhenmeter. Die ersten 400 Höhenmeter Richtung See gehen steil nach oben,  (20% Gefälle, habe ich gelesen). Erst die letzten 100 Höhenmeter bis zum See sind entspannt. Der Rottenvikvatnet liegt eingerahmt von Istind (1495 moh), Store Kjostind (1488 moh) und Fastdalstind (1275 moh) mit ihren Gletschern vor uns. Der Rottenvikvatnet ist ein Trinkwasserspeicher, deshalb ist das Schwimmen im See verboten. Wir genießen das Panorama und suchen für die Mädels und Jazz ein windgeschütztes Plätzchen. Sie werden nicht mit hoch zum Fastdalstind gehen. 
Für Ralf und mich geht es weitere 720 Höhenmeter nach oben. Der Fastdalstind ist ein beliebter Skitourenberg. Perfektes Gelände mit schönen Rinnen. Auch hier hoch gibt es keinerlei Wegbeschreibungen oderTrampelpfade. 
Wir verabschieden uns von den drei und laufen zuerst über ein flaches Geröllfeld. Im Anschluss geht es steil bergauf bis zum Grat. Auf dem Grat geht es weiter 500 Höhenmeter ein Geröllfeld nach oben. Zum Glück nicht ganz so steil wie auf dem Storgalten. Das inzwischen klein gewordene Gletscherfeld des Fastdalstind ist zu sehen. Auf älteren Bilder ist noch ein großes Gletscherfeld zu sehen. Eine Einheimische von den Lyngen erzählte uns vor kurzem, dass dieses Jahr der erste Sommer ist, wo die Bergipfel der Lyngen Alps schneefrei sind. Das Geröllfeld ist geschafft und Ralf und ich stehen oben am Gipfel. Ein schönes Panorama rundum. Schön zu sehen ist auch der Lyngenfjord. Es ist hier oben sehr windig und kalt. Ich trinke nicht einmal meine Cola. Schnell machen wir noch ein paar Fotos und steigen auf dem gleichen Weg wieder ab. Von weitem sehen wir schon unsere Drei. Ein Geschrei und Gebrülle, dazwischen noch Heulen und ein klägliches Bellen (Huskys können nicht bellen). Was ist los? Wie immer unsere Freunde die Schafe. Es haben sich doch tatsächlich zwei Schafe direkt vor Jazz‘s Nase gemütlich gemacht und am Gras geknabbert. Die Mädels versuchen die Schafe zu verjagen. Ralf hat die beiden schlussendlich vertrieben. Der restliche Abstieg vom See ging gut….die Knie sind mal wieder schneller als die Füße. Am Moby Dick angekommen packen wir rasch zusammen. Unser Fähre geht von Svensby nach Breidvik. Ja, leider! Heute ist vorerst unser letzter Tag auf der Lyngen Halbinsel. Auf der Fahrt nach Svensby fotografiere ich noch dieses alte, zerfallene und verlassene Haus. Wie schön sich dieses  Haus in die dramatisch aussehende Bergwelt der Lyngen Alps einfügt.  
Es gibt ein baldiges Wiedersehen, bestimmt! 

Zuerst Aufstieg über einen schmalen Trampelpfad. 
Schafsland. 
Der Lyngenfjord. Oben am Rottenvikvanet angekommen. Der Fastdalstinden von der Rückseite. Gleich mal heimelig einrichten. 

Aufstieg zum Fastdalstinden über moosbewachsenes Gelände. Föhnfische. Der Rottenvikvatnet von oben mit Store Kjostind und Gletscher. Der Lyngenfjord.  
Kleiner türkisfarbener See. Auch im Geröll gibt es noch Leben. Der letzte kleine Rest eines Gletschers. Die letzten Höhenmeter zum Gipfel. 

Am Gipfel Panorama auf die umliegenden Berge der Lyngen Alps. Die Berge Store Kojund und  Istind. Sogar aus unserer Heimat vom Bodensee war schon jemand hier oben. Gipfelglück. Unsere Mädels 😀
Das Tourenbuch haben wir vor 2 Jahren in Tromsø gekauft. Sehr gutes Buch, allerdings auf norwegisch, dafür aber super Tourenbeschreibung in Bildform. 

Abschied nehmen von den Lyngen Alps. 

Lieferservice Eidehandel! 

Lofoten Kurztrip „wir machen’s wirklich kurz!“

Teil 5

Von Breidvik fahren wir über Tromsø nach Eidkjosen nochmals zum beliebten Eidehandel. Dort kaufen wir unsere Vorräte für zuhause ein. Vorallem Rentierfleisch und Lachs. Da wir dieses Jahr beim Fischen nicht so erfolgreich waren, geht noch Heilbutt und Dorsch mit. Fürs nächste Abendessen kaufen wir noch Rinderhüftsteaks. Wir wollen heute noch bis zum Polar Park nach Bardu fahren um dort zu übernachten. Um 23.30 Uhr kommen wir an und schlafen ohne Wolfsgeheule ein. Am nächsten Tag geht es Richtung Lofoten. 

Die Mädels wollen noch surfen. Eigentlich war der Aufenthalt auf den schönen Lofoten länger geplant. Wir lieben dieses wunderschöne Archipel. Doch aufgrund der damals schlechten Wettervorhersage sind wir ja weiter hoch in den Norden…. und wir haben es nicht bereut. Auf Senja und in den Lyngen Alps war es einfach zu schön und wir haben so viel erlebt. Wir merken gleich, als wir schon vor Svolvær sind (sozusagen das Eingangstor zu den Lofoten) es ist ganz schön was los hier. Und das zieht sich durch bis Flakstad. Wir möchten nicht wissen, was im Süden der Lofoten los ist. Das kennen wir aus den vergangenen Jahren nicht so extrem. 
Deswegen und auch hauptsächlich aufgrund der jetzigen Wettervorhersage für die nächsten Tage (Dauerregen und Sturm) bleiben wir nur 2 Nächte auf dem Lofoten Beach Camp. Für Donnerstag soll es ein Lichtblick geben. 
Mittwoch Nachmittag regnet es noch heftig. Gegen Abend zeigt sich aber die Sonne und wir werden noch mit einem Sonnenuntergang belohnt. Für Donnerstag, (der einzige Tag in nächster Zeit) meldet  es einen Sonne/Wolkenmix. Perfekt für die Mädels aufs Surfbrett zu steigen und das Erlernte vom letztem Jahr zu festigen.


Willkommen im Lofoten Beach Camp. 

Der Lofoten Beach Camp in Flakstad  ist ein beliebter Platz auf den Lofoten. Aufgrund seiner Ausstattung inklusive Sauna und Surfschule/Verleih ist er für viele Reisende eine super Anlaufstelle. 

SURFTAG! 

Gleich in der Früh leihen wir für die Mädels Bretter und Neoprenanzüge. Nach einer kurzen Trockenübung (man vergisst ja in einem Jahr doch das ein oder andere) geht’s los ins Nordmeer. Jazz und ich  schauen genüsslich dem Spektakel vom Strand aus zu. Manchmal sehen wir fliegende Bretter….man hört lautes Gekicher und Gelächter. Also, haben die beiden es lustig und alles ist ok. Ralf steht den Mädels zur Hilfe. 
Nach zwei Stunden im Wasser gehen die Kräfte aus. Wir machen es uns auf der großen Terrasse von der Bar gemütlich, essen Waffeln und Burger, trinken Latte und später Aperol Spritz. 

Die besten Zimtschnecken gibt es in Unstad. 

Abschied von den Lofoten. 

Für uns war klar, als wir gestern nochmals yr.no gecheckt haben, dass wir dieses Jahr  auf die Lofoten verzichten werden. Das Wetter meldet die ganze Woche Dauerregen mit Sturm von 100 km/h. Überhaupt in ganz Norwegen sehr wechselhaftes Wetter mit viel Regen. Auf den Lofoten ist uns auch dieses Jahr zu viel los. Plan für heute, Freitag, ist auf jeden Fall noch ein paar Besorgungen zu machen….auf die ich mich schon das ganze vergangene Jahr gefreut habe. 
Wir verlassen morgens das Lofoten Beach Camp in Flakstad und fahren nach Unstad zum Arctic Surf Camp. Dort gibt es wirklich die allerbesten Zimtschnecken. Man darf ja gar nicht verraten was eine kostet… umgerechnet 10 EUR.. aber die sind es wert. Es werden 10 Stück gekauft und für zuhause eingefroren. Daheim bekommt immer jeder eine halbe, warm gemachte Schnecke… sparsam damit umgehen😂.  
Weiter geht es nach Henningsvær zu „haddock“ dort kaufen wir wieder unsere Wollmützen und Lenas Hausschuhe.  Bei Catrine Linder eine Goldschmiedin und Kletterin werden noch Ohrringe besorgt. 
Danach geht es noch um die Ecke zur kleinen Kerzengiesserei.  Der Besitzer ein netter, etwas runder, rothaariger Norweger. Man merkt ihm an, dass er seine kreative Arbeit liebt. Er meinte, ich solle die Kerzen in der Farbe Arctic Blue /türkis mitnehmen, sie leuchten besonders schön. 
Zum Schluss schauen wir noch bei den Lofotlys vorbei. Wir haben schon eine Lampe zuhause, eine Zweite soll dazu kommen. Matias und seine Freundin Alexandra hatten die Idee, aus großen Seeigeln Tischlichter und kleine Lampen zu machen. Die beiden tauchen nach den Seeigeln im eiskalten arktischen Wasser und sammeln so viele wie sie tragen können. 

Die Seeigel werden ausgehöhlt, gereinigt, entstachelt und anschließend in der improvisierten Garagengalerie mit LED-Lichtern verkauft. Die Seeigel sind auf den Lofoten sozusagen eine Plage. Sie haben schon 50% der Tangwälder unter Wasser aufgefressen. 

Die Fahrt geht weiter nach Kabelvåg zu „Lofotenglass“, einer Glasbläserei. Die Chefin kommt eigentlich aus Trondheim, ist aber auf den Lofoten „hängen geblieben“. Lofotenglass hat sich auf Polarlichtglaskugeln spezialisiert. Ich liebe sie. Zuhause, wenn das Licht der Sonne auf diese Kugeln strahlt  haben wir unsere eigenen Polarlichter. Von den Farben suche ich mir wieder passende Kugeln aus. 
Wir schaffen die Fahrt noch bis Lødingen und schlafen auf dem Bobilplatz am kleinen Hafen. Kurz sehen wir im Abendlicht die Bergkette von den Ofoten und den Gipfel des Stedtind. Morgen geht es auf die Fähre nach Bognes und weiter Richtung Bodø. 

Die Lofotlys. 
Die kleine Kerzengiesserei. 
Die Glasbläserei Lofotenglass.  

Fahrt bis nach Lødingen. Es regnet kräftig. Übernachtung am Bobilstellplatz am kleinen Hafen in Lødingen. Blick auf die Ofoten mit dem Gipfel vom Stedtind. . 

Bodø und Strände 

Teil 6

Von Bognes geht die Fahrt auf der E6 nach Bodø. Letztes Jahr haben wir auf Væroy eine Familie aus Bodø kennengelernt. Sie schwärmten von ihrer Gegend rund um Bodø, dem Gebirge und den schönen Stränden. Da wir evtl. je nach Wetterlage noch nach Rødøy möchten, liegt Bodø direkt auf der Strecke. Von Bodo kennen wir noch nicht viel, außer, dass wir vor 3 Jahren hier auf dem sehr schönen Stellplatz von Nils Fredik Nilsen geschlafen haben. Der Platz ist traumhaft am Strand und mit toller Aussicht. Genau dort möchten wir wieder hin. Bei unserer Ankunft weht auch hier der kräftige Sturm und das Wasser in der Bucht ist aufgewühlt. Mittags laufen wir noch zur Nachbarsbucht Auvika. Das Wetter ein Wechselspiel aus Sonne/Wolkenmix und kräftigen Schauern zieht sich bis zum Abend hin. Doch später werden wir noch mit einem schönen Regenbogen belohnt. Morgen wird ausgeschlafen. 

Strand am Stellplatz von Nils Frederik Nilsen. 

Unser Platz bei Nils Frederik Nilsen.  Die Nachbarsbucht von Auvika. Schönes Abendlicht mit Regenbogen. 

Der Mjelle Strand 

Der Strand von Mjelle ist anders. Er befindet sich in einer tollen Lage unterhalb des Bergmassivs Mjeldetinden. Das besondere an Mjelle ist seine außergewöhnliche Farbgebung. Die violette bis rosa Färbung des Sandes ist das Ergebnis von Granatmineralien, die in den Gesteinen der Umgebung zu finden sind. Diese Mineralien, über Jahre hinweg von den Elementen geformt, verleihen dem Sand seine charakteristische Farbe. Mit etwas Glück kann man hier sogar größere Kristallklumpen des Minerals entdecken. 

Der Sonntag beginnt bewölkt, aber trocken. Yr.no meldet doch tatsächlich immer noch für die nächsten Tage sehr wechselhaftes Wetter, ja, typisch für Norwegen. Wenigsten hat der Sturm nachgelassen. Wir fahren vormittags Richtung Norden, vom Stellplatz gute 15 Minuten Fahrt über die Strasse Mitnattsolveien (Fv834) in Richtung der Halbinsel Kjerringøy. Am Startpunkt der kleinen Tour ist ein Parkplatz und…. Viel Schafe. Die Strecke bis zum Strand ist einfach zu laufen und nach kurzer Zeit erreichbar. Zuerst passiert man den weissen Strand und nach ca. 1,3 km erreicht man den farbigen, violetten Strand. Im Moment ist es bewölkt und trotzdem strahlt der Sand stark violett im Kontrast mit dem blauem Wasser und den weißen bis farbigen Steinen. Es sieht wirklich sehr schön aus. Ein kurzer Regenschauer und bald geht es wieder zurück und die Sonne zeigt sich. Schnell fotografiere ich nochmals (jetzt bei Sonnenschein)  das nette alte Bootshaus… ehe schon die nächsten dicken Wolken heranziehen. Wir treffen noch auf Jazz‘s Freunde, die Schafe. 
Für heute planen wir nur eine kurze Fahrstrecke und bleiben nördlich von Bodø. Unser Ziel ist die Halbinsel Kjerringøy. 

Der Mjellestrand mit seiner violetten Färbung. 

Der Strand ist wirklich ein tolles Erlebnis, auch wenn die Sonne nicht so intensiv vom Himmel scheint. 

Wir laufen noch ein bisschen dort in der Gegend herum und entdecken mal wieder Schafe und dieses nette gelbe Häuschen. Das Wetter ändert sich im Moment wirklich stündlich. 

Die Insel Kjerringøy 

Teil 7

Im Herzen der zerklüfteten Küstenlinie Nordlands, umgeben von steilen Bergen und dem weiten Meer, befindet sich die malerische Halbinsel Kjerringøy. Einst lediglich als Handelsposten bekannt.  Die kurze, kostenlose Fährüberfahrt trennt das urbane Leben in Bodø von der ruhigen Atmosphäre der Halbinsel Kjerringøy. Die majestätischen Bergmassive des Sjunkhatten-Nationalparks grenzen die Halbinsel im Osten vom Festland ab. 

Nach unserer Strandtour vom Mjellestrand fahren wir im Regen weiter etwas nördlich, vorbei an einem wunderschönem Gebirge bis zum Fähranleger nach Festvåg. Wir möchten auf die Halbinsel Kjerringøy, die nur auf diesem Wege zu erreichen ist. Nachdem die Fähre angelegt hat und wir die ersten Kilometer fahren merken wir gleich…. hier ist alles ruhiger und entspannter. Die ersten Strandbuchten zeigen sich, nette, süße, gepflegte Norwegerhäuschen. Es geht weiter vorbei an einem Naturschutzgebiet bis zum Handelsposten und dem Dörfchen Kjerringøy. Ab Kjerringøy wird die Straße schmal, einspurig und zieht sich die restlichen Kilometer bis zum Ende der Halbinsel. 
Wir entdecken eine kleine Bucht direkt am Wasser. Ein Landbesitzer stellt hier Stellplätze zur Verfügung…. Man soll ihn aber zuerst kontaktieren und um Erlaubnis fragen ob man sein Grundstück benutzen darf.  Eine Handynummer ist auf einer Holztafel vermerkt. Der Stellplatz ist kostenlos, der Besitzer freut sich über eine Spende. Sofort rufen wir ihn an. Wie schön es hier ist. Sehr gerne bezahlen wir für diesen Platz.  Er stellt Bänke, Wasserkanister, einen Grill, ja sogar ein Plumpsklo steht versteckt in den Sträuchern. Wir haben den perfekten Platz und das Grundstück für uns ganz alleine. Inzwischen scheint auch wieder die Sonne. Es kommen noch zwei Menschen bei uns vorbei. Die Schwester des Grundstücksbesitzers (Heidi eine Norwegerin) und deren Ehemann (Matts ein Däne). Wir unterhalten uns sehr nett. Sie erzählt, dass sie auf den Lofoten gelebt haben bis zu dem Zeitpunkt, wo der Tourismus dort richtig anfing. Sie sagt es ist „crazy“ dort. Inzwischen zu viele Menschen… und überhaupt es gibt doch so viele schöne Ecken in Norwegen. Wie recht sie doch hat… und wenn ich denke, wie viel schöne Ecken wir schon entdeckt haben wo nichts los war. Heidi schwärmt von Engeløya, Hamarøy… genau dort waren wir auch. Heidi und Matts leben zwischenzeitlich in Dänemark. Ihr Sommerhaus steht hier auf der Insel Kjerringøy in unmittelbarer Nähe des Grundstücks. Sie geben uns noch ein paar Tips und erzählen uns von den „Pools“ fast am Ende der Insel. 
Irgendwann verabschieden wir uns von ihnen. Später färbt sich der Himmel leicht violett, es ziehen dicke Wolken auf und es beginnt heftig zu regnen. Die ganze Nacht hindurch und bis zum Morgen. 

Unser Stellplatz auf der Halbinsel Kjerringøy. 

Dunkles Gebirge. Hier ist die einspurige Straße der Halbinsel Kjerringøy bald zuende. Unser Platz. 
Ein ruhiges Örtchen, sogar mit Wasser und Seife zum Händewaschen. Regen im Anmarsch. 

Die Pools von denen Heidi und Matts uns erzählt haben. 
Man kann die Pools nur bei Ebbe sehen. Tolles Erlebnis, eine Farbpracht zum Teil wie kleine Unterwasseraquariums. Auf den Steinen/Platten ist es zum Teil sehr rutschig. 

Eine Qualle hat ihren eigenen Pool. Jazz hat auch seinen Spaß. 

Die Fahrt geht weiter zur nächsten Bucht Strandåvika… gerade ist es mal wieder trocken. Wir sehen noch einen großen Seeadler. Eine Stunde später schüttet es heftig und wir beschließen uns das Handelssted von Kjerringøy anzuschauen. 

Die Bucht von Strandåvika mit den alten Bootshäusern. 

Kjerringøy Handelssted

Ein Besuch im besterhaltenen Handelshaus von Nord-Norwegen ist eine Zeitreise in die Vergangenheit. Hier kann man der Vergangenheit nachspüren, mit ihren Frachtschiffen und dem Fischhandel (vor allem auch von den Lofoten), der großen Heringsfischerei und dem daraus erwachsenden Aufschwung und Reichtum. Der hier getrocknete oder eingesalzene Fisch wurde nach Bergen verschifft. 

Die Handelshäuser waren von enormer Bedeutung für die Entwicklung des nördlichen Norwegens. Das

 Haus erzählt viele Geschichten aus dem Leben der Kaufmannsfamilie von Kjerringøy und ihrer zahlreichen Dienerschaft. Ende des 19. Jahrhunderts erlebte Kjerringøy seine Blütezeit. Kaufmann Zahl machte in dieser Zeit so gute Geschäfte mit Fischaufkauf, Schifffahrt, Export und Import, dass Kjerringøy im Laufe der Zeit zum reichsten Handelshaus ganz Nordnorwegens wurde. Im Bootshaus findet sich eines der ältesten bewahrten Nordlandsboote aus dem Jahre 1820.

Kjerringøy Handelssted. Im vorderen Bereich gibt es ein Café mit leckeren Kuchen und einen kleinen Shop. Im obersten Stockwerk wird ein Film über die Handelsfamilie und deren Leben auf Kjerringøy gezeigt (in Englisch mit deutschem Untertitel und in Norwegisch). Diesen schauen wir uns an und bekommen die ersten Eindrücke. Wir dürfen die Bäckerei, das dreistöckige Speicherhaus, die Schmiede, das kleine und große Bootshaus besichtigen. Das Wohnhaus der Kaufleute und das der Bediensteten war wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Im kleinen, alten Krämerladen dürfen wir uns noch eine kunterbunte Bonbonmischung aussuchen. Einmal im Jahr, Ende August findet am Wochenende ein Handelsmarkt statt, wo handgemachte Produkte verkauft werden. Wir konnten einen tollen Einblick in die damalige Zeit erhalten. Auf dem Friedhof neben der Handelsstätte liegt die Kaufmannsfamilie begraben. 
Nach der Besichtigung geht es für uns heute mit der Fähre im strömenden Regen nach Festvåg zurück. Aber wir waren sicherlich nicht das letzte Mal auf Kjerringøy… dafür gibt es noch einiges zu entdecken. Leider fehlt uns dafür gegen Ende des Urlaubes die Zeit und das Wetter ist zu schlecht.  Die Nacht werden wir nochmals bei Nils Frederik Nilsen schlafen damit wir morgen früh gleich in Bodø sind. 

Nochmals einen schönen Sonnenuntergang bei Nils Frederik Nilsen genießen. Auch haben wir erneut am zweiten Abend den Regenbogen über uns allein. 

Bodø und sein Graffiti

Für das Jahr 2024 wurde Bodø der Titel Kulturhauptstadt Europas verliehen. Bodø selbst ist keine besonders schöne Stadt. Dafür liegt sie umgeben von einer wahnsinnig schönen Natur inmitten von hohen Berggipfeln und Meer. Von Bodo geht auch die Fähre auf die Lofoten. 2015 fand dort das UpNorth-Kunstfestival statt und einige Künstler erstellten diese Wandmalereien, auch um die Stadt etwas schöner darzustellen. Leider wurden die Informationen und die vielen Standorte der Malereien 2019 aus der Touristeninformationsbroschüre entfernt. 

Wir haben kaum geschlafen! In der Nacht von Montag auf Dienstag tobt der zweite heftige Sturm. Moby Dick wackelt und es pfeifft. Der Regen prasselt auf uns herab. Und so geht es am Morgen weiter. Der Wind peitscht das Salzwasser und den Sand bis über die Wiese beim Platz von Nils F.N. Wir beschließen nur kurz nach Bodø zu gehen (es meldet von 10-12 Uhr keinen Regen) um uns ein paar Graffitibilder anzuschauen. Das ist gar nicht so einfach, da es fast keinerlei Informationen über die Standorte gibt. So laufen wir von A nach B und wieder zurück. Immer mit dabei der starke Wind, mal als Gegenwind oder mal als Rückenwind. Dazwischen doch mal wieder Regen. Endlich findet wir das erste Wandbild und es kommen noch weitere dazu. Da es jetzt wieder stärker regnet beschließen wir noch schnell in die Pâtesserie von Craig Alibone zu gehen. Dort kaufen wir Macarons und Schokolade. Craig Alibone ist ein weltbekannter Chocolatier und hat schon mehrere Auszeichnungen bekommen. Und die Macarons sind ein Traum. 
Im strömenden Regen und Sturm verlassen wir Bodø und machen uns langsam auf den Weg in Richtung Süden. 

Bilder können zum Ansehen angeklickt werden. 

Fahrt in den Süden 

 Teil 8

Wir verlassen Bodø, der Saltfjord ist aufgewühlt. Kurz vor der Polarkreisüberquerung Sonnenschein und danach wieder Regen. 
Auch das noch! Ein Reifen verliert Luft. Jetzt steht auch noch ein Reifenwechsel an….im strömenden Regen… Ralf kriegt das allerdings gut hin und wir können nach einer 3/4 Stunde wieder weiterfahren. 

Wir schauen noch beim Laksforsen vorbei, er liegt direkt an der E6. Durch den heftigen Regen hat er enorm viel Wasser und der Weg zum Wasserfall nach unten ist dieses Mal gesperrt. Auch sehen wir heute keine Lachse fliegen. Wir schaffen die Strecke noch bis in Höhe Trofors. Dort gibt es einen tollen Platz unterhalb der E6. 

Ein wunderschönes Plätzchen unterhalb der E6. 

Der Store Svenningvatnet Platz liegt total schön unterhalb der E6 und ist perfekt für eine Nacht wenn man sich auf der Heimreise befindet. 2021 hatten wir hier bereits bei der Heimreise geschlafen.  Auf diesem Platz gibt es einfache Plätze für 100 NOK. Ein paar Plätze gehören Norweger die in den Ferien dort ihren festen  Wohnwagenstellplatz haben. Diese Plätze haben eine Holzterrasse und dürfen, wenn die Eigentümer nicht vor Ort sind für eine Nacht (200 NOK) benutzt werden. 
Wir kommen nach 5 Stunden Fahrt gegen 20 Uhr an. Es gibt noch restliches Chilli und Bacalaou vom Eidehandel. Gegrillte Marshmallows und Bratapfel dürfen bei uns auch nicht fehlen. Morgen geht es auf der E6 weiter bis zur nächsten Etappe im „Dovrefjell NP“. 

Spät abends kommen wir im Dovre Fjell NP an. Dieses Jahr werden wir nur übernachten und nicht auf die Suche nach Moschusochsen gehen. Es gibt hier einen netten Platz auf einer Anhöhe, von wo man gut in Richtung Snøhetta schauen kann. Leider hat auch dieser Platz in den letzten Jahren an Beliebtheit unter den Womobilisten zugenommen. Seit diesem Jahr muss man 150 NOK bezahlen. 
Wir erinnern uns an das Gespräch mit der Norwegerin Heidi von dem wunderschönen Platz auf der Halbinsel Kjerringøy. Das Problem in Norwegen ist, dass viele Womobilisten wunderschöne Stellplätze (auch inmitten der Natur) in die App „park4night“ oder sonstigen Apps preisgeben. Sie bat uns darum diesen Platz nicht in einer App zu präsentieren. Wir können sie beruhigen! Nie würden wir auf die Idee kommen unsere selbst gefundenen Plätze in Apps zu verbreiten oder uns ohne zu fragen auf private Grundstücke zu stellen… was immer häufiger zum Problem wird. Durch die Apps entsteht das Problem, dass diese Plätze irgendwann überfüllt sind. Die Natur leidet darunter und die Norweger finden das so langsam auch nicht mehr lustig. 
Die Sicht auf die Snøhetta bleibt dieses Jahr aus. Die Chance auf Polarlichter ebenfalls. Dicke Wolken verhüllen den Himmel. Für uns ist es noch ungewohnt, dass es schon um 20.30 Uhr dunkel ist. Im hohen Norden noch um 24 Uhr im Hellen zu sitzen war schon genial. 
Der Morgen startet wolkig und windig. Ich laufe mit Jazz eine Runde, vorbei an den Schafen die hier grasen. Die sind auch neugierig… und warum müssen diese Schafe immer bimmelnd auf unseren Hund zulaufen? Sie sind ja echt süß… aber bei einem Hund mit ausgeprägtem Jagdtrieb an der falschen Stelle.  Da hab ich wieder zu kämpfen bis ich davon komme. Während der Fahrt aus dem Dovre merkt man schon, dass hier der Herbst angekommen ist. 
Schnell geht es auf der E6 voran mit dem Ziel: Oslo

Oslo Shopping, Verdens Ende, Tverrdalsøya

Teil 9

In Oslo gehen wir dieses Jahr  nur etwas Shopping. Die Mädels haben sich das gewünscht. In diesem Alter wahrscheinlich normal, dass man nicht nur in den Bergen, am Strand, am Fjord oder in der Einsamkeit sein möchte. Oslo kennen wir ja bereits schon gut. Wo welche Geschäfte, Bäckereien, super Eisdielen und Restaurants zu finden sind. Der Bogstad Campingplatz ist ideal auch von der Ausstattung und der Lage.  Das einzig wirklich neue Highlight wird für uns das neue 3000m2 „Norrøna House Flagship Store“ im Ortsteil Lysaker sein. Darauf sind wir sehr gespannt. Es ist der neue Hauptsitz von Norrøna. Dort gibt es wirklich alle Teile von den Norrøna  Kollektionen, auch Ski, Schlafsäcke usw. Sogar einen Service Room, einen Storm lab (Produkttestung Kunde u. Designer) und ein schönes Café/Bar. Im Norrøna House finden regelmäßig Veranstaltungen statt. 

Wir starten am Freitag entspannt und fahren mit dem Bus vom Bogstad Campingplatz (der dieses Mal sehr voll ist) bis zum Stadtteil Tjuvholmen in Oslo. Die Mädels klappern zuerst ein paar Geschäfte im Bogstad Einkaufsviertel ab. Danach geht es zurück zur Carls Johan gate und zum Tjuvholmen an die Promenade. Dort gibt’s Eis von der Paradiso Eisdiele, einem richtigen Italiener. Stundenlang könnte man hier am Fjord sitzen und dem Treiben an der Promenade zusehen. Zuletzt essen wir im Louise noch Fisch. 
Mit dem Bus geht es von Tjuvholmen nach Lysaker ins neue Norrøna House. Zum Glück hat es bis 21 Uhr geöffnet. Es ist riesig. Im House kommt man als Norrøna Fan aus dem Staunen nicht heraus. Die neue Winterkollektion klasse und wieder bunter als in den vergangenen Jahren. Schön, einmal jedes Teil von allen Kollektionen zusammen zu sehen. Jazz wird so langsam ungeduldig… verständlich nach so einem Stadtmarathon. Aber er hat alles super mitgemacht. 
Müde kommen wir um 20 Uhr am Campingplatz an. 

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Oslo City 

Im November 2023 wurde in Oslo im Stadtteil Aker Brygge eine neue Skulptur aufgestellt. Es handelt sich hier um die sieben Meter hohe und 1.360 kg schwere Skulptur des Astronauten (Spaceman) oder „What’s next“ des amerikanischen Künstlers Brendan Murphy. 

Die Figur ist Teil seines Boonji Projektes. Seit 2021 wurden verschiedene Astronauten-Figuren in anderen Städten der Welt aufgestellt.

Morgenrunde mit Jazz am Bogstad Campingplatz, vorbei  am Bogstadvatnet und dem Bogstad Gård. 
In Oslo City angekommen. 

Die schwimmenden Saunen von Oslo im Oslofjord. Mal in den Nebenstraßen stöbern. Das neue Kunstmuseum am Tjuvholmen. Im Louise gibt es Aperol Spritz und Fisch. Beim Paradiso herrliches Eis.

Das neue Norrøna House Flagship Store. 

Hier braucht man Zeit! 
Nähsetvice, Reißverschlüsse in allen Farben. Das neue Café, der Storm lab und Ski room.  Shopping Queen ist k.o.

Verdens Ende. The World‘s  End. 

Wir verlassen Oslo und fahren noch für einen Sprung nach Tjøme. Verdens Ende ist ein Erholungsgebiet mit fantastischem Blick auf die Fjorde, Felsen, Angelplätze und Schären. Dort steht auf einem glattgeschliffenem  Felsen ein kleines Häuschen. Es soll einen Leuchtturm darstellen und ist gebaut aus Steinen von den Stränden der Umgebung. Leider ist er auch ein bekanntes Touristenobjekt.  Im Juli, der Hauptferienzeit ist es hier wohl massenhaft überfüllt. Tjøme hat angeblich die sonnenreichsten Tage hier im Süden. 
Es gibt zwei Campingplätze. Wir entscheiden uns für den Monstranda Platz. Es ist ein kleiner Wohnwagenpark, wo einige Norweger ihren festen Platz haben. Weiterhin gibt es ca. 6 freie Stellplätze. Wir erwischen einen direkt am Wasser zwischen den Felsen. Der Platz ist recht teuer, für die Duschen muss man extra bezahlen. Dafür kommt aber reichlich Wasser aus der Dusche und die Ausstattungen sind super. Das ist ein Pluspunkt. Mittags laufen wir noch den Küstenweg vom Platz bis nach Verdens Ende zum Leuchtturm aus Stein. Die kleine Tour hat ingesamt eine Strecke von 6 km und ist sehr schön zu laufen. Am Verdens Ende  angekommen ist der der Parkplatz sehr voll.  Dementsprechend viele Menschen tummeln sich hier am Restaurant und den umliegenden Felsen. Man kann über die Felsen laufen und sich in der Sonne bräunen. Eigentlich ein nettes Fleckchen.. aber übersät von Menschen. Uns ist hier einfach zu viel los. Wenigstens kann ich in Ruhe den kleinen Leuchtturm ansehen und fotografieren. Zurück geht es den selben Weg. Abends werden wir noch mit einem Sonnenuntergang belohnt. 

Verdens Ende, The World‘s End 

Unser Stellplatz auf dem Monstranda Campingplatz umgeben von glattgeschliffenen Felsen, ideal zum Sonnenbaden. Kleine Küstentour zum Verdens End mit Bootshafen. Dort kommt man über eine Holzbrücke auf die Felsen. Moby Dick verlässt den Monstrada Wohn-
wagenplatz. 

Sonnenuntergang am Monstranda Stellplatz Wir sitzen auf den Felsen und genießen die letzten Sonnenstrahlen. Jazz lernt eine süße Alaskan Husky Hündin kennen. Und ist ganz hin und weg. 

Tverrdalsøya 

Besuch bei unseren Freunden Anna und Rupert. 

Tverrdalsøya ist eine Insel in der Gemeinde Arendal im Landkreis Agder, Die 3,4 Quadratkilometer große Insel liegt zwischen den Meerengen Oksefjorden, Eikelandsfjorden und Kilsundet direkt vor der Festlandküste am Eingang zum Tvedestrandsfjorden, der nach Norden zur Stadt Tvedestrand führt. 
Für die restlichen zwei Tagen in Norwegen besuchen wir unsere Freunde Anna und Rupert. Bei der Ankunft freuen wir uns sehr sie zu sehen. Ralf hat ja allen versprochen, Rentiergeschnetzeltes mit Kartoffelbrei zu kochen. Vielleicht kann man noch den ein oder anderen Tip von Anna, der Norwegerin bekommen. Auf jeden Fall Rupert schnappt sich die zwei Mädels und düst mit dem starkem Holzboot „ Nora“ im Fjord umher. Ich kümmere mich um Jazz und laufe eine kleine Runde. 
In Oslo waren wir noch im Vinmonopol und haben Prosecco gekauft. Alkoholausgaben sind in Norwegen streng geregelt. Das Trinken von Alkohol auf öffentlichen Plätzen und in Parks ist nicht gestattet. Alkohol mit mehr als 4,75 Volumenprozent erhält man ausschließlich in staatlichen Geschäften (Vinmonopol, ab 20 Jahre Zutritt), nicht in normalen Lebensmittelgeschäften. Eine Flasche Aperol 40-50 EUR. 
Die Mädels kommen begeistert von der Bootsfahrt zurück. Mit Nora düsen macht so tierisch Spaß. Wir gönnen uns alle einen Aperol Spritz. Das Rentiergeschnetzeltes schmeckt super! Zum Nachtisch gibt es selbstgebackenen Rüblikuchen von Anna. Am Feuer machen wir es uns gemütlich, es gibt viel zu erzählen und zu lachen. Lena und Anna dürfen im schönen Gästezimmer in der „hytta“ schlafen. Spät um Mitternacht gehen wir schlafen. 
Der nächste Tag ist bewölkt aber trocken. Nach einem reichenhaltigem Frühstück laufen wir eine nette, entspannte Tour durch die Wälder Tverrdalsøyas und an der Küste entlang bis Holmesund und wieder zurück. Süße Naschereien, wie selbst zusammen gestellte Gummibärtütchen kommen bei ALLEN gut an. Abends gibt es noch eine sehr leckere Fischpfanne von Anna mit Dorsch, Lachs und Garnelen. Dazu Wildreis und Pfifferlinge. Natürlich darf der Aperol Spritz nicht fehlen. 
Der Abschied von unseren beiden, lieben Freunden fällt schwer und wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Eriskirch. Am Dienstag, den 03.09. um 14.30 Uhr geht unsere Fähre im strömenden Regen von Kristiansand nach Hirtshals in Dänemark. 

Hytta oberhalb des Eikelsndsfjord mit wunderschöner Aussicht. 

Mit dem kleinen Dinkie wird erst mal zur Nora gerudert. Warten aufs Rentier. Blick von der hytta auf den Eikelandsfjord. 

Bootsfahrt mit dem schnittigen, schnellen Holzboot „Nora“. Es hat tierisch Spaß gemacht selbst am Steuer zu sitzen und Gas zu geben und mit Rupert hat man immer etwas zu lachen. Es gibt keine Geschwindigkeitsbeschränkungen in den Fjorden Norwegens. 

God morgen! Da wird noch geschlafen. 
Wir laufen eine Tour durch die Wälder und an der Küste, Richtung Holmesund, ingesamt 11 km. Hier könnte man auch schön zwischen den Schären paddeln. 
Überbleibsel (Felsformationen und Höhlen) aus der Eiszeit 

Unsere Fähre die MS Bergfjorden ist pünktlich da. Quatsch machen in der Skybar auf dem Oberdeck. 
In Skagen Dänemark am Strand. Hier schlafen wir eine Nacht bevor es endgültig nach Hause geht. 

Abschied von Norwegen

Schweren Herzens verlassen wir dieses schöne Land. Die Freiheit und die Weite des Landes im Norden Norwegens werden wir sehr vermissen. Wir haben so viel erlebt, sehr nette Norweger kennen gelernt und neue Spots für uns entdeckt. Das ein oder andere Chaos oder Zickereien blieben bei uns auch nicht aus. Moby Dick hat fest zu uns gehalten. Ein Reifenwechsel, eine kleine Überschwemmung in der Wohnkabine… sonst lief er tadellos. Das Wetter, die ersten vier Wochen traumhaft, Sonne pur und warm…. Und das in Norwegen. Ja, einige Norweger sagten auch: „Was für ein Glück wir haben!“ Aber auch die zwei heftigen Stürme und Regentage bei Bodø waren erlebnisreich. Auf die Lofoten konnten wir dieses Mal gut verzichten. Die Lyngen Alps, Senja und Engeløya haben bei uns die Lofoten weit übertroffen. 
Pläne für den nächsten Sommer in Norwegen gibt es bereits und wir freuen uns jetzt schon sehr darauf.