Norwegen 2021
Die Lofoten sind das schönste Ende Norwegens.
Lofoten ist eine Region in der norwegischen Provinz Nordland und Teil einer Inselgruppe vor der Küste Nordnorwegens. Die 80 kleine Eilande bieten ein einzigartiges Landschaftsbild aus schroffen Bergen, die aus dem Meer wachsen. Dazwischen weiße Sandstrände und türkisblaues Meer. Ab September kann man wohl mit etwas Glück vereinzelt Nordlichter beobachten. Lofoten liegt etwa 100 bis 300 km nördlich des Polarkreises im Atlantik , getrennt durch den Vestfjord. Die sieben Hauptinseln heißen Røst, Vætøy, Flakstadøya, Moskenesøya, Austvågøya, Vestvågøya und Gimsøya. Ziel ist, alle Inseln zu erkunden, je nach Wetterlage. Wir hoffen das Beste für uns. Denn es kann auf den Lofoten richtig ungemütlich werden. Für uns waren die Lofoten schon immer ein Ziel, der Weg dorthin ist weit. Die Natur erkundet man am besten zu Fuß. Da Jazz noch nicht so lange laufen darf ( obwohl er es möchte) werden wir uns kurze Touren heraus picken. Alles andere folgt zu einem späteren Zeitpunkt.
Zuerst aber besuchen wir unsere Freunde Anna und Rupert in Südnorwegen (Tverrdalsøya), um uns auch von der Anreise zu erholen. Von dort aus geht es mit 2-3 Zwischenstopps nochmals 1400 km nach Nordland zu den Lofoten.
Die Fahrt geht los, endlich!
Teil 1
Lange haben wir darauf gewartet, dass Norwegen wieder seine Grenzen öffnet. Norwegen hat durch die Coronapandemie sehr strenge Einreiseregelungen für Touristen festgelegt. Selbst wenn man alle Vorgaben erfüllt, entscheidet immer noch die örtliche Grenzpolizei ob man einreisen darf oder nicht, da diese über der norwegischen Gesundheitsbe-
hörde und der Regierung steht. Für diesen Urlaub mussten wir die Fährverbindung 3 x umbuchen. Am 29.07. geht unsere Fähre dieses Mal von Rostock nach Trelleborg in Schweden. Die Fährüberfahrt dauert 6 Stunden bei strahlendem Sonnenschein. Für Jazz ist es das erste mal und er hat alles genau beobachtet und mitgemacht. Überhaupt die lange Fahrt bis Rostock hat er super gemeistert. Von Trelleborg bis zur norwegischen Grenze sind es nochmals 800 km. Die Grenzkontrolle ist problemlos verlaufen und die Kontrolle beim Zoll (Hunde müssen in Norwegen durch den Zoll) ebenfalls. So sind wir sehr erleichtert, dass wir einreisen dürfen und fahren jubelnd aus dem Grenzbereich heraus.
Bilder können zum anschauen angeklickt werden.
Tverrdalsøya „eine Insel“
Teil 2
Wir fahren nach Tverrdalsøya zu Rupert und Anna. Die beiden verbringen die schönste Zeit des Jahres in ihrer „hytte“ oberhalb des Eikelandsfjord. Drei Tage verbringen wir hier in einer herrlichen Landschaft. Fahren mit dem Holzmotorboot zwischen den Schären, gehen angeln (13 Makrelen haben es zu uns ins Boot geschafft), wandern nach Holmesund und radeln 30 km zum einkaufen nach Tvedestrand. Essen dort mal wieder eine der besten Zimtschnecken und radeln gestärkt wieder zurück zur „hytte“. Weiterhin lernen wir die norwegische Kochkunst von Anna kennen mit Fischpfanne und einem sehr leckerem norwegischem Kartoffelsalat. Es wird viel gelacht und erzählt. Überall mit dabei ist unser Jazz. Er fügt sich voll und ganz in sein Rudel mit ein. Motorbootfahren war das absolute Highlight für ihn. Natürlich möchte er auch die ein oder andere Makrele vom Grill erhaschen. Ein Genießer eben. Mit leicht feuchten Augen verabschieden wir uns heute von den beiden und fahren zum ersten Zwischenstopp nach Lillehammer mit dabei im Gepäck die perfekten Köder zum Fischen auf den Lofoten. Danke Rupert!
Zwischenstopp Lillehammer "abseits" Teil 3
Lillehammer ist ein Wintersportort und liegt 180 km nördlich von Oslo im Gebirgstal Gudbrandsdalen. 1994 fanden hier die Olympischen Winterspiele statt. Für uns ist es nur ein Zwischenstopp. Oberhalb von Lillehammer finden wir ein total nettes „Plätzchen“ an einem kleinen See gelegen. Hier werden wir die Nacht verbringen. Der Hunger ist groß und es gibt Papa‘s Chilli con carne. Für Jazz ist dieser Platz ziemlich aufregend, da es hier freilaufende Schafe gibt. Überall bimmeln die Glocken. Lena und Anna sammeln noch Blaubeeren für unser Müsli am nächsten Morgen. Natürlich kann Jazz es nicht lassen in der wilden Snackbar seinen Bauch voll zu schlagen. Früh morgens geht es über den Dovrefjäll-Sunndalsfjäll Nationalpark Richtung Trondheim. Im diesem Nationalpark leben Moschusochsen, Rentiere, Polarfüchse und viele verschiedene Vogelarten. Fjäll bedeutet „Bergtundra oberhalb der Waldgrenze Skandinaviens“. Zwischendurch gibt es für uns noch süsse Leckerei wie das bekannte Skolebrøde (Schulbrot).
Zwischenstopp Trondheim "Bakklandet" Teil 4
Trondheim ist Norwegens Technologiehauptstadt
und Bakklandet ist Trondheim altes Stadtviertel und liegt am Ostufer der Nidelva. Der Nidarosdom ist Norwegens Nationalheiligtum. Hier wurden früher Könige gekrönt. Heute sind Punkt 9 Uhr alle fertig gerichtet und wir laufen bei strahlendem Sonnenschein zu Fuß 20 min. in das Zentrum von Trondheim. Vorallem die alten Speicherhäuser auf ihren Holzstelzen haben uns gut gefallen. Das alte Stadtviertel Bakklandet mit seinen alten Häusern versetzt uns in eine andere Zeit. Der Nidarosdom steht imposant vor uns. Es gibt zum Abschluss noch eine leckere Pizza und wir decken uns wieder mit der besten Erdbeermarmelade ein (wie frisch aus dem Kochtopf). Da kaufen wir gleich mal 10 Gläser. Mittags verlassen wir Trondheim. Die weitere Fahrt ist lang aber wunderschön durch das Namdal. Entlang des fischreichsten Flusses (Namsen) Norwegens. Alles dreht sich hier um den Fischfang, vor allem Lachs. Die Landschaft ist weit, einsam und wunderschön. Wir durchfahren den Torbogen „Nord Norge“ und sind endlich in Nord Norwegen angekommen. In Laksforsen an einem Wasserfall beobachten wir, wie die Lachse aus dem Wasser springen. Knapp 400 km werden wir morgen bis Bodø fahren müssen um dann endlich mit der Fähre auf die Lofoten übersetzen zu können. Sonnenuntergang ist heute 22.04 Uhr und Aufgang 04.18 Uhr.
Fahrt nach Bodø „Einfallstor zu den Lofoten" Teil 5
Bodø ist die größte Ortschaft der Provinz Nordland. Hier legen die Fähren ab und fahren zu den Lofoten. Bei Bodø kann man auch den größten Gezeitenstrom (Saltstraumen) der Erde beobachten. Wir fahren weiter auf der E6 von Trondheim nach Bodø. Die E6 ist die Hauptroute durch Norwegen, Geschwindigkeitsbegrenzung 80 km/h und ähnelt einer Landstrasse. Landschaftlich liegt die E6 im Norden absolut reizvoll. Die Fahrt verläuft über eine Hochebene und genau um 11.30 Uhr überqueren wir den Polarkreis der mit einer Meridianlinie von 66° 33´ angegeben wird. Zu sehen ist das Polarkreiszentrum, viele Steinmännchen und eine wunderschöne weite Hochebene. Jazz kann sich hier oben richtig austoben. Die Temperaturen sind sehr mild mit 20 Grad (und das am Polarkreis). Danach gehts es weiter auf der E6, zur Linken liegt der Saltfjell-Svartisen Nationalpark. Hier liegt der Svartisen-Gletscher, er ist der zweitgrößte Gletscher Norwegens und reicht fast hinunter bis zum Fjord. Gemütlich machen wir am Fluß eine Pause und lassen es uns bei Ziegenkäse (sehr lecker) und Brot gut gehen. Den größten Gezeitenstrom der Erde bei Saltstraumen bewundern wir staunend. Wasser kann eine enorme Kraft entwickeln. Wir sind alle zu der Feststellung gekommen, dass man lieber nicht in so einen Strudel geraten sollte. Am späten Nachmittag kommen wir in Bodø an und haben ein sehr nettes Plätzchen auf einem Campground am Meer gefunden. Zwar stehen wir nicht in der ersten Reihe, sondern in der zweiten Reihe. Erstreihig stehen deutsche Fischer mit ihren Wohnmobilen plus Anhänger die hier kiloweise Fisch angeln. Abends erleben wir noch unseren ersten und letzten Sonnenuntergang in Bodø. Einfach wunderschön. Für uns geht es morgen um 13.30 Uhr auf die Fähre zu den Lofoten auf die Insel Moskenesøya. Endlich!
Die Überfahrt zu den Lofoten Teil 6
Strahlender Sonnenschein! Früh morgens laufen wir noch eine kleine Strandtour mit Jazz und üben mal wieder „Abruf“ mit ihm. Hier am Strand kann er rennen, rennen und nochmals rennen. Die Möwen sind schneller als er. Um 13.30 Uhr geht es mit der Fähre los, 4 Stunden dauert die Fahrt. Das Wetter ist traumhaft aber windig. Manchmal fliegt die ein oder andere Mütze davon. Das Nordmeer ist verhältnismäßig ruhig. Die Lofotenwand ist in weiter Ferne zu sehen und doch sind es noch 2 Stunden bis wir in Moskenes auf der Insel Moskensøya anlegen. Die Lofotenwand ist 120 km lang und deren Gipfel ragen bis zu 1000 m senkrecht aus dem Meer.
Insel Moskenesøya "Der Wilde Westen" Teil 7
Moskenesøya liegt ganz im Westen der Lofoten. Schroffe und steile Berghänge, offenes Meer und kristallklares Wasser. Schon bei der Anfkunft am Fährhafen und die Fahrt bis zu einem Campground direkt am Meer mit einem weißen Sandstrand lässt uns erahnen, wie schön diese Insel ist. Aus dem Auto versuche ich schon ein paar Eindrücke mit der Kamera festzuhalten. Wir finden einen wunderschönen Platz bei Fredvang direkt in einer Bucht mit einem feinen weißen Sandstrand.
Fredvang Campground direkt in einer schönen Sandbucht.
Es ist 22.15 Uhr. Wir haben es uns in Moby Dick gemütlich gemacht. Jazz schläft draußen. Die Sonne ist noch nicht untergegangen. Vor einer Stunde hat es kurz geregnet. Ein warmes, rotes Licht erhellt unseren Innenraum. Schnell ziehen wir uns an, schnappen die Kameras und laufen nach draußen. Die umliegenden Berghänge um die Bucht sind in ein Farbenspiel eingetaucht von rosa, rot, tiefrot bis lila. Dazwischen ein Regenbogen. Ein magisches Schauspiel, Stille pur. Wir genießen diesen wunderschönen Anblick der unbeschreiblich ist. Viele Fotos haben wir gemacht weil wir uns nicht sattsehen konnten. Müde gehen wir schlafen.
Der Morgen startet mit einem Sonne/Wolken/Mix. Wir fahren heute mit den Mountainbikes plus Anhänger für Jazz zum Startpunkt der Wanderung zum Ryten. Von dort oben hat man einen gigantischen Blick auf die wunderschöne Bucht Kvalvika ( die Walbucht). Sie soll zu einer der schönsten Buchten zählen. Und das ist sie auch. Der Aufstieg ist recht steil und Jazz ist vorne weg, als ob er nicht genug kriegen könnte. Die Gehzeit, ein Weg 1 1/2 Stunden meistern wir flott. Von oben eröffnet sich uns ein traumhafter Ausblick bei leicht bewölktem Himmel. Nicht auszudenken, wie diese schöne Bucht bei "purem Sonnenschein" erstrahlt. Wir schaffen es mittags wieder zurück zu sein. Es beginnt zu regnen und wir sitzen bei Kaffee im Moby Dick. Abends gibt es Pfannkuchen mit norwegischer Erdbeermarmelade, Zimt und Zucker. Die nächsten zwei Tage soll es wohl regnen. Uns wird etwas einfallen.
Wie vorhergesagt: "Heute ist es grau". Die Wolken hängen sehr tief und es regnet leicht. Wenn es so bleibt können wir zufrieden sein. Wir setzen ein paar Farbtupfer in die Landschaft und ziehen uns, wie gewohnt bunt an. Heute legen wir einen Ruhetag ein und besuchen das kleine Fischerdörfchen Å (kürzester Ortsname mit nur einem Buchstaben). In Å wohnen 100 Einwohner und man kann ein schönes Freilichtmuseum besichtigen. Es beinhaltet ein Fischereimuseum, ein Stockfischmuseum, ein altes Fischerhaus und die Dorfbäckerei. Hier werden in einem 100 Jahre altem Backofen Zimtschnecken, Kanelknuter und Brot gebacken. Sehr, sehr lecker! Gemütlich sind wir durch den kleinen Ort mit seinen roten Häusern auf Stelzen, den Rorbuern geschlendert. Früher dienten sie als Unterkünfte für zugereiste Seefahrer. Heute werden sie an Touristen vermietet. Hier auf den Lofoten ist der Skrei (Kabeljau) ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Er wird im Spätwinter gefangen und zum Trocknen auf Holzständer aufgehängt. Spätestens im Juni wird er wieder abgehängt und ins Ausland exportiert. Ein paar wenige Skreis auf Holzständer haben wir entdeckt.
Mittags noch ein kurzer Besuch in Reine. Er ist wohl der meist fotografierte Ort der Lofoten. Reine liegt wirklich wunderschön am Reinefjord zwischen den Berggipfeln. Wir schauen noch bei Reinefjorden vorbei und erkundigen uns wegen einer Fjordfahrt die wir für eine geplante Wanderung brauchen (bei gutem Wetter).
Morgen soll es richtig regnen.
Å "im Freilichtmuseum" und Reine am Reinefjord
Bootsfahrt Reinefjord / Bunesstrada
Strahlender Sonnenschein! Jazz ist bereits um 6 Uhr in der Früh wach. Der Wind pfeift um Moby Dick, das Meer rauscht laut. Ich packe mich warm ein mit Wollmütze und Daunenjacke und ab gehts mit Jazz an den Strand. Meine Schienbeine tun mir heute etwas weh nach dem steilen Abstieg vom Volandstinden. Zum Glück werden wir heute nur eine kurze Strecke laufen. Wir fahren zurück auf die Insel Moskenesøya und planen mit einem kleinen Schiff den Reinefjord hoch zu fahren bis Vinstad und weiter geht es dann zu Fuß hoch und wieder runter bis zum schönen Bunesstranda. Ein eiskalter Wind pfeifft uns auf dem Schiff um die Ohren, ja sogar Jazz sucht sich ein windstilles Plätzchen. Die steilen Berge um den Fjord sind wunderschön und mächtig. Zwischenstopp ist Kjerkfjorden und dann geht es weiter bis Vinstad. In Vinstad stehen ein paar Häuser, teils verlassen. Man erzählt uns, dass noch ein Haus dort dauerhaft bewohnt ist. Die Strecke hoch bis zum Joch und wieder runter bis zum wunderschönen Strand Bunesstrada ist einfach zu gehen. Wir beschließen noch auf einer Seite hoch zulaufen um einen tollen Blick von oben zu haben. Es hat sich gelohnt. Da die Sonne jetzt fast hinter den Wolken verschwunden ist wird es noch kälter. Schließlich warten wir noch 1 Stunde auf das Schiff und sind dann rasch wieder im warmen Moby Dick. Wir verlassen die westlichen Inseln und fahren für einen Nacht auf die Insel Gimsøy und morgen direkt weiter zur Insel Austvågøya.
Flakstadøya "die westlichste Lofoteninsel", Teil 8
Flakstadøya ist die westlichste Insel des Lofotenarchipels. Dort befinden sich viele weiße Sandstrände. Das Gebirge ist nicht so "dramatisch" wie auf Moskenesøya. Wir beschließen heute auf diese Insel zu fahren.
Nusfjord
Der Tag beginnt bewölkt aber trocken. Unser beiden Mädels sind heute flott beim Frühstück und wir packen all unsere Sachen fürs Angeln. Wenn es ums Boot fahren und angeln geht sind die beiden "immer" von der schnellen Truppe. Von Regenbekleidung, Gummistiefel, Mütze, 4 Angeln, Köder und die Sachen für Jazz nicht zu vergessen, alles ist dabei. Wir haben gestern Abend noch ein Motorboot in Nusfjord gebucht und werden uns 4 Stunden auf dem Wasser aufhalten. Für Lena und Anna ist das wieder das absolute Highlight. Sie haben letztes Jahr in Norwegen das Angeln für sich entdeckt. Fest entschlossen Fische zu angeln, fahren wir aus der kleinen Bucht von Nusfjord auf das offene Meer hinaus. Die Angeln von den Mädels sind kaum im Wasser fängt Lena den ersten großen Fisch. Gleich danach biegt sich die nächste Angel von Anna mit einem fetten Fisch und so geht es im Wechsel weiter. Ralf ist eigentlich nur damit beschäftigt die Fische von den Haken zu nehmen, zwischendurch mal "seine Angel" zu werfen und so weiter. Ich bin mit Jazz beschäftigt. Der sieht die "Fische" nur so "ins Boot" fliegen, dazwischen chillt er ein bißchen und ich habe Zeit mich um das Boot zwischen "chillen" und "Fische fliegen" zu kümmern. In den ersten 1 1/2 Stunden haben wir wirklich 8 große Fische gefangen. Darunter Sei (Seelachs), Makrele und Dorsch. Dazwischen sind noch kleine Makrelen dabei die wir aber wieder ins Wasser zurück lassen. Am Schluß als es ruhiger wird fängt Ralf dann noch einen Seelachs. Ausnehmen machen wir gleich auf dem Boot damit die Raubmöwen auch noch etwas abbekommen. Glücklich fahren wir zurück nach Nusfjord. Filetiert wird direkt am Bootsanleger und der ein oder andere Tourist fragt nach einem Foto von uns. Heute abend gibt es gegrillte Makrelen und der Rest wird gut verpackt eingefroren. Nach einem süßen Nachtisch mit Bratapfel und Marshmallow geht wieder ein toller Tag zu Ende. Jazz ist platt und glücklich.
Ein wahnsinniger toller Tag! Wie geplant fahren wir wieder weiter in den Westen zurück. Da die Distanzen hier auf den Inseln sehr nah beieinander liegen ist das für uns kein Problem. Die letzten Tage war das Wetter sehr wechselhaftes und wir haben nur darauf gewartet, dass ein paar schöne Tage kommen. Die Fahrt zurück auf die Insel Flakstadøya verlief bei Sonnenschein, vor ein paar Tagen im Regen und tiefhängenden Wolken. Von den Bergen und der Schönheit der Natur hat man nicht viel gesehen. Das Wasser ist kristallklar, die Strände schneeweiß. Die Schönheit der Berge muß man mit bloßem Auge gesehen haben. Die Fahrt geht Richtung Skelfjord. Plan ist auf den Volandstinden zu steigen. Der Aufstieg geht zuerst sanft los, wird dann schnell recht steil und gegen Ende teils senkrechte Wände rechts und links in exponiertem Gelände. Schon bei der Hälfte der Wanderung ist ein toller Ausblick auf das umliegende Gebirge und Fjorde zu sehen. Da es für die Mädels und Jazz gegen Ende zu "brenzlig" wird, bleiben sie paar Meter hinter uns und machen eine Genußpause. Wir steigen im Wechsel weiter bis zum äußersten Aussichtspunkt, dem Gipfel. Das Panorama ist wahninnig! Und die steilen Wände rechts und links nach abwärts auch. Fotografiert wird ohne Ende, wir können uns nicht sattsehen. Schließlich müssen wir uns von dem schönen Ausblick verabschieden und steigen wieder abwärts. An den sehr steilen Stellen wird Jazz von Ralf getragen. Er hat das alles super gemacht. Er ist für uns jetzt schon ein toller Freund und Begleiter in den Bergen. Ausnahmsweise suchen wir heute keinen Stellplatz um frei zu stehen, sondern einen Campground mit Waschmaschine. Wäsche waschen nach 2 Wochen. Fahren nochmals zum wunderschön gelegenem Campground Fredvang und sehen den Volandstinden von unten, wie eine Zipfelmütze steht er da. Am Strand weht ein eiskalter Wind, das Nordmeer ist tiefblau. Unsere Wollmützen und Daunenjacken werden zu meistgetragenen Kleidungsstücken. Wie schön. Morgen fahren wir wie geplant nochmals weiter in den Westen, auf die dramatische Insel Moskensøya. Es soll schön melden.
Aufstieg zum Volandstinden (Insel Flakstadøy)
Vestvågøya „weiße Strände“ Teil 9
Vestvågøya liegt im zentralen Lofotenarchipel. Bekannt auch für seine weiße Strände und kristallklares Wasser.
Heute machen wir einen kurzen Abstecher auf die Insel Vestvågøya. Da es von Nusfjord nicht weit ist und das Wetter nicht gerade toll ist gehen wir diesen Weg. Ziel ist Unstad, ein bekannter Surfer Strand. Leider waren wir von diesem Strand etwas enttäuscht und so habe ich auch keine Fotos gemacht. Zurück fahren wir an den Hauklandbeach und laufen zum Himmeltinden hinauf. Von dort oben hat man einen tollen Ausblick auf den Hauklandbeach und das umliegende Gebirge. Das Wetter ist nun etwas besser und es scheint "leicht" die Sonne. Der kleine Stellplatz direkt am Strand ist unser Übernachtungsplatz und total schön. Ein netter, älterer Norweger (Grundstücksbesitzer) nimmt es mit seinen Plätzen ganz genau. Zum schmunzeln. Wir genießen die Sonne, den Strand und das Rauschen des Meeres. Anna traut sich doch wirklich noch ins eiskalte Nordmeer. Abends gibt es Burger, Bratapfel und Marshmallows. Morgen geht es nochmals zurück nach Flakstadøya (Teil 8)). Das Wetter soll besser werden. Neue und tolle Eindrücke könnt Ihr unter Teil 8 ansehen.
Eggum, Borg und Ramberg:
In Eggum bleiben wir nicht nur eine Nacht, sondern einen Tag und zusätzlich nochmals eine Nacht. Es regnet in Strömen, 6 Grad und eiskalter Wind, der alles noch kälter macht. Eggum ist ein kleines Dorf mit ca. 100 Einwohnern. In den letzten Jahren haben immer mehr Menschen Eggum verlassen. Die Natur dort am Nordatlantik ist rau und unwirtlich. Das haben wir auch zu spüren bekommen. Wobei das sicher nicht das typische Lofotenwetter ist. Einen Tag lang machen wir es uns in Moby Dick bei Mensch ärgere dich nicht, Kaffee und sonstigen Leckereien gemütlich. Jazz, ja der liebt dieses Wetter. Bei Regen unter Moby Dick liegen, bei Wind den Kopf unter die Rute stecken. Die Schafe dort haben es ihm besonders angetan. Speziell weil sie immer direkt vor seiner Nase vorbei laufen. Die Nacht war unruhig, der Wind bläst stark und bringt Moby Dick zum schaukeln.
Heute fahren wir nach Borg. Auf den Lofoten gibt es nicht nur eine wunderschöne Natur, es gibt auch eine tolle Kultur.
Zurück in die Wikingerzeit! In Borg steht ein originales Langhaus aus der Wikingerzeit (6. Jh.) Wir lassen uns in die Zeitreise mitführen. Ein tolles und absolut sehenswertes Erlebnis! Da Hunde nicht mit hinein dürfen, wechseln wir uns ab.
Die Fahrt geht weiter nach Ramberg an den Lofoten Beach Camp. Seit langem ist das wieder ein Campingplatz wo wir übernachten möchten. Auf den Lofoten gibt es fast keine Campingplätze. Wer Plätze mit all dem Schnick Schnack sucht, ist hier absolut falsch. Die wenigen Plätze die es gibt sind, wenn überhaupt mit Dusche oder Abwaschmöglichkeit ausgestattet. Die letzte Zeit sind wir nur frei gestanden und brauchen Wasser damit der Tank wieder VOLL ist. Zum Glück sind wir mit Moby Dick autark und können bis zu 2 Wochen von unseren Reserven leben. Selbst freie Plätze sind oft schwierig zu finden. Die Privatsphäre der Grundstücksbesitzer ist hier absolut zu respektieren. Morgen soll das Wetter ganz gut werden und wir möchten in die Höhe. Etwas fest zu planen auf den Lofoten ist schwierig da das Wetter oft anders ist wie vorhergesagt oder schnell am Tag wechseln kann. Wir lassen uns überraschen!
Borg: "Zurück in die Wikingerzeit"
Ramberg Lofoten Beach Camp
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Offersøykammen:
Es wird ein toller Tag! Lena und Jazz schicke ich an den Strand. Der Lofoten Beach Camp in Ramberg ist ein sehr toller Platz. Jazz hat hier gestern noch eine tolle Spielkameradin gefunden. Am Strand herum zu tollen macht ihm total Spass. Noch ist es bewölkt, später soll es sonniger werden. Wir beschließen heute auf den Offersøykammem zu laufen. Der Offersøykammen liegt oberhalb des Nappstraumen und man soll einen tollen Ausblick von oben auf den Hauklandbeach und den Himmelstinden und das umliegende Gebirge haben. Der Aufstieg geht zuerst etwas steil zwischen Gebüsch nach oben, oberhalb der Baumgrenze läuft man auf einen Bergrücken nach oben. Zwischendurch machen wir eine kurze Pause bevor es weiter bis zum Gipfel geht. Der Aufstieg hat sich gelohnt. Der Ausblick ist grandios und wir können uns mal wieder nicht satt sehen. Die Sonne kommt immer mehr zum Vorschein und der Hauklandbeach, das kristallblaue Wasser und das umliegende Grün leuchtet. Jazz bekommt noch seine Mahlzeit und wir können bei einer Pause noch die Aussicht genießen. Der Abstieg geht flott voran und wir fahren zurück zum Lofoten Beach Camp. Lena versucht sich im Fischen (ohne Erfolg), Anna presst sich in ihren Neoprenanzug und springt ins eiskalte Wasser (mit Erfolg). Abends essen wir in der Beach Bar einen sehr leckeren Bacalaoeintopf und trinken Aperol Spritz!
Morgen gehen wir nochmals FISCHEN! Wir mieten uns wieder bei dem netten Norweger in Nusfjord ein Boot.
Und nach dem Aperol Spritz schlafen wir sicherlich gut ein.
Nusfjord, Fischfang der 2.
Es nieselt! Heute wollen wir nochmals nach Nusfjord zum Fischen. Auf der anderen Inselseite scheint es heller zu sein. Das motiviert uns sehr. In Nusfjord angekommen werden wir schon von weitem von unserem Bootsvermieter, dem netten Norweger begrüßt. Er hat uns sofort wieder erkannt. Noch ist der Himmel bedeckt. Wir fahren in den Skjellfjorden hinein und werden von einem Regenbogen begrüßt. Die Sonne kommt zum Vorschein, die Angeln eingeworfen und der erste Fisch, ein Dorsch hängt sogleich am Haken. Das Boot haben wir heute für 8 Stunden gemietet. Das heißt aber nicht, dass wir 8 Stunden Fischen fangen werden. Wenn das Wetter so weiter bleibt wollen wir die Küste entlang fahren, bis nach Sakrisøy. Sightseeing.
Zuerst wird aber gefischt und das nicht wenig. Die Mädels sind fleißig mit dabei und holen einen Fisch nach dem anderen heraus. Ich bin mit dem Boot und Jazz beschäftigt, Ralf mit den gefangenen Fischen. So geht es munter weiter. Nach 3 Stunden haben wir wieder 8 große Fische gefangen (Dorsch, Makrele, Seelachs). Dazwischen jede Menge kleinere Fische, die ihren Weg zurück ins Meer finden. Leider mußten wir auch ein paar Köder im Meer zurück lassen. Nach 4 Stunden fischen beschließen wir noch die Küste bis Sakristøy entlang zu fahren. Einen Teil der Lofotenwand ganz nah vom Wasser aus zu sehen ist schon sehr beeindruckend. Auf dem Rückweg von Sakristøy wird es auch rasch kühler. Den halben Tag auf dem Wasser zu verbingen und das nicht bei 30 Grad.... da kühlt man schon etwas aus. Jazz hat den Tag super entspannt gemeistert. Geschlafen wird wieder direkt am Fjord in Nusjford und wir lassen es uns schmecken bei gegrillter Makrele und gegrilltem Dorsch.
Austvågøya "steile Gipfel" Teil 10
Hier treffen sich Kletterer, Wanderer und Skifahrer. Ein Kletterparadies von leicht bis teils schwerste Routen in massivem Granit. Der höchste Berg der Lofoten, der Higravstiden. Polarlichtzentrum in Laukvik, das Fischerdorf Henningsvær. Austvågøya ist die größte Insel der Lofoten. Hier gibt es tolle Wanderungen mit grandioser Aussicht. Für Jazz und die Mädels allerdings noch zu schwierig und zu lang. Wir werden sehen, was alles im Moment für uns machbar ist.
Die Fahrt geht von Hov (Insel Gimsoy) nach Henningsvær (Insel Austvågøya). Der letzte Abend in Hov (Insel Gimsøy) auf dem Campground war sehr kalt. Zum ersten Mal haben wir zusätzlich unsere guten Wolldecken zum schlafen benutzt. Meine Wollmütze musste ich zum Glück noch nicht mit in den Schlaf nehmen. Das kenne ich noch von Neuseeland. Henningsvær ist ein Fischerdorf umgeben von hohen Felswänden und inmitten einer Schärenlandschaft. Das Dorf ist nur über verschiedene Brücken befahrbar. Ralf und ich laufen im Akkord den steilen Heiavannet hoch um von oben einen Ausblick auf Henningsvær zu haben. Die Mädels bleiben mit Jazz unten in den Schären. Trotz bewölktem Himmel ist das Licht dort oben sehr schön. Anna und Ralf sammeln Blaubeeren, Jazz und Lena jagen Mäuse. Heute haben wir einen See entdeckt in smaragdfarbenem Grün. Die Farben hier auf den Lofoten sind so intensiv, dass sogar bei bewölktem Himmel die Landschaft noch leuchtet. Nach Henningsvær fahren wir auf einen netten Platz am Fjord und sammeln jede Menge Seeigelskelette in allen möglichen Farben. Nachdem die untergehende Sonne die Berge "leicht" rötet, gehen wir müde ins Bett.
Die Nacht ist angenehm gewesen und wir haben ohne Wolldecken geschlafen. Das Wetter ist bewölkt. Eigentlich hat es Sonne pur gemeldet. Wir verabschieden uns vom Campground in Hammerstad und fahren Richtung Kalle, vorbei an Svolvær. Über Svolvær drohnt die Svolværgeita, eine Felsformation, die einer Ziege gleicht. Die Geita ist kletterbar und manch einer springt von einem Horn zum anderen. Bei Kalle liegt der Glomstinden. Den möchten wir heute besteigen. Von unten schaut er schon recht steil und blockig aus. Die Mädels und Jazz lassen wir auf der Hälfte der Strecke auf einem kleinen Plateau zurück. Ralf und ich steigen noch weiter bis zum Gipfel auf. Das letzte Stück ist nicht ganz einfach zu gehen, steil und loses Geröll. Die Aussicht ist nett, bei klarem Wetter sieht man bis aufs Festland.
Der Abstieg ist etwas zäh und wir waren froh, als wir unten angekommen sind. Dafür lacht für uns die Sonne und es ist schön warm. Leider hat unser Moby Dick plötzlich Hydrauliköl verloren, so dass Ralf erst mal "die Schrauben" wieder anziehen mußte und bis wir das passende Öl gekauft hatten verging doch einige Zeit. Alles wieder ok.
Die Reise geht heute noch weiter bis nach Laukvik, ganz an der Nordspitze von Austvågøya. Wir finden einen wunderschönen Platz frei stehend Fjord. Genießen die überraschende Wärme der Sonne. Vielleicht besuchen wir morgen hier das Polarlichtzentrum (falls es geöffnet ist). In Laukvik kann man besonders gut Polarlichter beobachten. Von der Zeit her sind wir allerdings zu früh dran. Auf jeden Fall genießen wir den schönen Platz am Fjord bei Lagerfeuer mit Bratapfel und Marshmallows und hüpfen bald ins Bett.
wir verabschieden uns vom Glomstinden bei Sonnenschein
freistehender Platz vor Laukvik
Der Morgen startet um 7 Uhr. Irgendwie haben wir alle etwas unruhig geschlafen. Jazz ist heute Nacht von seinem Schlafplatz in der Doppelkabine ins Womo gewackelt und wieder zurück. Das ging einige Zeit so. Irgendwann hat er sich dann doch wieder für sein Bett in der Doppelkabine entschieden. Wir fahren heute von Laukvik die Nordwestküste auf der Landstraße entlang bis nach Fiskebol. Die Route ist wunderschön obwohl der Himmel milchig ist und die Sonne somit etwas verdeckt wird, das Licht ist sehr seltsam. Nach Fiskebol geht es weiter auf der E10 bis nach Svolvær. Im Bacalao lassen wir es uns gut gehen und essen Fischsuppe und Fish and Chips, dazu ein sehr leckeres Apfelsaftgetränk. Da wir morgen von Solvær zu einer Schiffsfahrt in den Trollfjord starten, bleiben wir in der Gegend und fahren nochmals Richtung Laukvik an den Fjord. Zwischenstopp bei einem Hofladen "LivLand" in Sandaletta (sehr zu empfehlen!). Dort kaufen wir selbstgemachte Produkte, wie Joghurt, Müsli, gebrannte Mandeln, Karamelpopcorn und frisch gebackene Hefebrötchen. Glück gehabt! Ein toller, versteckter, freier Übernachtungsplatz mit "Aussicht" oberhalb des Fjords wird unser Schlafplatz. Es hat zu regnen begonnen, wir machen es uns bei Kaffee und Hefebrötchen gemütlich. Zuvor bin ich noch wie wild mit Jazz durch die Tundra gerannt und bin jetzt platt.... und er auch.
Morgen geht es nach Solvær und weiter mit dem Elektroschiff hoch bis zum Trollfjord.
frei stehender Platz vor Laukvik
Der Trollfjord ist ein spektakulärer, rund 3 km langer und an seiner schmalsten Stelle 70 m breiter Fjord. Er ist ein Seitenarm des Raftsunds. Bis zu 1000 m hohe, steil abfallende Felswände überragen das Gewässer. Wir haben Glück und ergattern am Vorabend noch online 4 Tickets für uns auf dem Elektroboot. In der Nacht hat es geregnet, in Strömen. Laut dem norwegischem Wetterbericht yr.no soll es ab 5 Uhr in der Früh trocken sein. Das Schiff starten um 10 Uhr in Svolvær mit einer sehr netten, sympathischen, norwegischen Crew. Für die Fahrt ist eine Zeit von 3 1/2 Stunden eingeplant. Nach einer kurzen Safety-Einweisung geht es zuerst den Raftsund entlang. Wir sehen Seeadler auf Felsen sitzen oder im Himmel kreisen. Vom Raftsund geht es links hinein in den Trollfjord. Es ist eine beeindruckende Fahrt in diesem Fjord. Die steilen Berge ragen links und rechts empor und am Ende des Trollfjords sind nicht weniger steile Berge zu sehen. Ein recht alpines Gelände mit einem Gletscherfeld. Endlich scheint sogar richtig schön die Sonne und es ist angenehm warm. Auf der Rückfahrt aus dem Raftsund sehen wir noch einen Minkwal (Zwergwal). Minkwale sind in Norwegen zur Jagd freigegeben. Nach der Ankunft fahren wir nochmals zur "LivLand" und kaufen die leckeren, selbstgemachten Produkte. Das nächste Ziel heißt Eggum auf der Insel Vestvågøya. Da die Inseln fast nur durch Brücken verbunden sind, kann man hier gut Inselhopping machen. Hier werden wir aber nur übernachten. Es ist eine wilde und raue Gegend. Das Meer tobt.
Hamarøya "die Unbekannte" Teil 11
Hamarøya die für uns unbekannte Insel. Sie liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Lofoten. Ein Bekannter von uns meinte nur: "Da müßt Ihr hin". Den Stetind (ein Berg am Tysfjord ) wollen wir sehen. Es heißt, er soll das Matterhorn Norwegens sein. Hamarøya glänzt mit einer tollen Landschaft und gehört zu Nordland.
Wir fahren einfach drauf los. Die Fähre geht von Lørdingen nach Bognes. Ein Stück weiter Richtung Storjord am Tysfjord finden wir einen frei stehenden Stellplatz oberhalb des Fjordes mit Sandstrand inmitten der Natur. Im Moment regnet es noch in Strömen und wir sehen von der Umgebung nicht besonders viel. Das Wasser scheint etwas türkisfarben. Wir lassen uns einfach überraschen. Das Wetter soll morgen recht schön werden. Der nächste Morgen zeigt sich strahlend schön. Zuerst beschließen wir die Bucht zu Fuß zu erkunden. Das Seeigelfieber hat uns gepackt. Es liegen wirklich hunderte von Seeigelskeletten herum. Voller Eifer sammeln wir fleißig ein. Mittags pumpen wir unsere SUP´s auf um auf eine vorgelagerte kleine Insel zu paddeln. Zum Glück haben wir unsere dicken Neoprenanzüge dabei. Die braucht man nämlich wirklich. Da die Flut schon leicht hereinströmt paddle ich mit Jazz und Anna im Sitzen, das ist mir dann doch zu heikel alle drei im Wasser liegen zu sehen. Unsere Drohne fliegt wieder. Auf den Lofoten kam sie leider kein einziges Mal zum Einsatz. Die Nachmittagssonne scheint noch warm und wir genießen sie auf den grossen Steinen. Der Stetind zeigt uns mehrmals am Tag sein Gesicht. wie ein Kegel steht er in der Landschaft. Abends reinigen und packen wir unsere Seeigel reisefest ein, grillen Marshmallows und genießen die Abendsonne.
Ofoten:
Fahrt von Bognes bis zum Kerringvikstraumen am Efjord:
Gestern am späten Abend leuchtet noch der Mond über der Bucht. Der Morgen startet wieder strahlend schön. Ich laufe mit Jazz um 7 Uhr los. Die Bucht liegt ruhig im Morgenlicht da. Es ist ein Tag für kurze Hosen. Irgendwie ist es ungewöhnlich warm. Wir beschließen heute aus der Bucht zu fahren und nehmen die kleine Fähre von Bognes nach Skargeret. Von dort sind wir näher am Stetind. Das Gebirge ist dort sehr alpin und vor allem Granitfelsen und Platten prägen die Landschaft. Die Berge spiegeln sich nur so im Wasser. Einfach wunderschön. Ein toller frei stehender Stellplatz direkt am Kerringvikstraumen am Efjord ist unser Übernachtungsplatz. Ralf und die Mädels werfen kurz die Angeln aus, in der Hoffnung in dem starken Gezeitenstrom Fische zu fangen. Leider reißt die erste Angelschnur. Eigentlich brauchen wir gar nicht mehr zu fischen. Unsere Gefrierbox ist voll mit Filets von den letzten beiden Fangtagen. So beschließen wir es uns auf unseren Campingstühlen am Fjord gemütlich zu machen und den Tag einfach mal so zu genießen und nichts zu tun. Morgen werden wir voraussichtlich die große, gigantische Granitplatte "Verdens Sva" hochlaufen. Hoffentlich bei trockenem und windfreiem Wetter.
Verdens Sva:
Der Morgen startet wieder strahlend schön! Vor unserem Moby Dick sehen wir nochmals wie sich die Berge im Fjord spielen. Welches Glück wir haben. Für die Verdens Sva brauchen wir zum hochlaufen trockenes Wetter. Nach zwei Tassen Kaffee fahren wir los bis zum kleinen Parkplatz direkt an der Straße. Die Platte sieht von unten schon mächtig aus. Gemütlich geht es los, zuerst zwischen Büschen und kleinen Birkenbäumen. Danach zuerst flaches Laufen auf der Platte und im steileren Bereich laufen wir in Serpentinen bis zum Steinmännchen hoch. Zum Teil ist die Platte mit Wasser und Algen behaftet, so dass man echt aufpassen muss, da es rutschig ist. Wir laufen noch über das Joch hinüber und finden zu unserer Überraschung weiter unten an einem See die begehrten Moltebeeren. Diese Beeren wachsen nur im Norden Skandinaviens (oder Amerika) und sind bei den Norwegern sehr beliebt. Moltebeeren wachsen wild, lieben es kalt und sumpfig. Sie sind die teuersten Beeren der Welt. Man kann sie im Supermarkt als Marmelade kaufen, sündhaft teuer. Jazz hingegen ist im absoluten Blaubeerhimmel und er genießt die wilde Snackbar. Beim Abstieg sehen wir von oben ein paar Rentiere. Jazz riecht diese natürlich schon von Weitem und will die Platte "herunter fliegen". Leinenführigkeit ade. Leider sind wir von den Tieren noch zu weit entfernt und sie laufen ins nahe Gebüsch. Die Mädels sind enttäuscht. Trotzdem ist das Glück auf unserer Seite. Ein paar Rentiere verirren sich auf die Straße und wir können sie hautnah erleben. Den Stetind, Norwegens Nationalberg sehen wir noch von unten. Pläne, den Vorgipfel Halls Fortopp zu besteigen verschieben wir vorerst für dieses Jahr. Die Fähre geht zurück von Skageret Ofoten zur Insel Hamarøy. Geschlafen wird in der wunderschönen Bucht wo wir schon vor 2 Tagen waren. Dieses Mal noch direkter am Strand. Türe auf und raus in den Sand. Mit selbstgemachtem Kartoffelbrei und Chilli con carne füllen wir unsere leeren Mägen. Morgen geht es für uns schon ein Stück vom Norden weg, Richtung Süden. Es soll regnen, somit fahren wir eine Strecke.
Rago Nationalpark „der Unberührte“ Teil 12
Der Rago Nationalpark ist der kleinste und unzugänglichste Park in Norwegen. Er liegt an der Grenze zu Schweden und bildet zusammen mit drei Nationalparks aus Schweden das größte Naturschutzgebiet Europas.
Die letzte Nacht in der Bucht war etwas länger. Laut Vorhersage stehen die Chancen gut, dass in unserem Bereich (Hamarøya) wo wir uns gerade aufhalten Polarlichter auftauchen. Ralf und ich warten bis es dunkel wird und darüber hinaus in die Nacht hinein. Da Wolken aufziehen verringern sich die Chancen deutlich. So ist es auch. Wir schlafen irgendwann ohne Sicht auf Polarlichter ein. Der nächste Tag startet bewölkt. Die Fahrt geht etwas weiter vom Norden weg. Wir planen bereits die Fahrt in den Süden. Der nächste Halt ist der Rago Nationalpark, der kleinste und unzugänglichste Park in Norwegen. Wir finden am Eingang des Parks direkt am Fluss einen tollen frei stehenden Platz für uns. Morgen gehts in aller Früh hoch hinauf zum höchsten Wasserfall der Vaeringvassfoss mit einem freien Fall von 223 m.
Der Wecker klingelt um 7 Uhr. Wir frühstücken und ziehen uns rasch an. Der Morgen soll noch recht schön sein, gegen Mittag meldet es bewölkt und leichter Regen. Wie geplant laufen wir heute zum Vaeringvassfoss. Für die Gesamtstrecke sind hin und zurück 10 km eingeplant. Der Weg geht erst mal 400 Höhenmeter steil bergauf. Danach kommen wir auf einen Bergrücken. Der Weg ist zum Teil schlecht zu erkennen und eigentlich bräuchten wir hier „Wandergummistiefel“, so tief laufen wir durch den Morast. Es gibt hier auf jeden Fall Elche denn wir finden Elchausscheidungen. Zum Teil wird der Weg immer schlechter, klettern über und zwischen Felsblöcken. Dann kommt auch noch eine kurze Leiterpassage. Jazz tragen wir hier über Felsblöcke und die Leiter hoch und später wieder herunter. Bald hören wir ein Rauschen und der Vaeringvassfoss ist in seiner vollen Länge sichtbar. Wunderschön stürzt er in die Tiefe. Wir gehen noch über die Hängebrücke über dem Fall, das schaukelt ganz schön. Jazz macht das super. Nach einer kurzen Pause machen wir uns auf den Rückweg, ohne Elchsichtung. Dafür finden wir Moltebeeren und jede Menge Himbeeren. Jazz ist nicht mehr im Blaubeerhimmel, sondern im Moltebeer -und Himbeerhimmel. Die Fahrt geht weiter in den in den Saltfjell-Svartisen-Nationalpark, eine wunderschöne Hochebene, die wir auf der Fahrt hochwärts schon sehen durften. Geschlafen wird unterhalb zum Teil mit Gletscher bedeckter Berge. Wir sehen von weitem noch Rentiere. In der Nähe befindet sich auch das Polarkreiszentrum. Ja, wir sind schon wieder ein ganzes Stück von den Lofoten entfernt. Die weitere Reise planen wir je nach Wetter.
Saltfjell-Svartisen Nationalpark, Teil 13
Der Saltfjell-Svartisen Nationalpark ist der viertgrößte Park Norwegens. In ihm befindet sich der zweitgrößte Gletscher Norwegens, der Svartisen. Er besitzt ca. 60 Gletscherarme.
Geschlafen wird bis 8 Uhr! Das gab es den ganzen Urlaub noch nicht. Auch Jazz befindet sich im Tiefschlaf. Wir frühstücken gemütlich und versuchen die nächsten Tage grob zu planen. Das ist gerade nicht einfach, da das Wetter die nächsten Tage schlecht meldet. Hier oben im Saltfjell-Svartisen Nationalpark meldet es die nächsten Tage Schneefall. Daher beschließen wir heute noch in diesem Nationalpark in die Marmorschlucht zu laufen und danach weiter zu fahren. Zuvor sehen wir noch eine Gruppe Rentiere über die Tundra laufen. Sehr zur Begeisterung von uns und vor allem Jazz. Bei ihm bricht natürlich der rassetypische Jagdinstinkt aus und Ralf geht mit ihm zurück zu Moby Dick. Ich mache noch schnell ein paar Fotos und schon sind sie wieder weg. Die Marmorschlucht wird als leichte Wanderung angegeben. Was leicht anfängt entwickelt sich weiter zu einer Rutschpartie und Kletterei. Die Kinder und Jazz nehmen wir schlussendlich nicht mit zu den Marmorfelsen. Sie können sie aber von oben sehen. Der Marmorstein ist sehr schön und das türkisfarbene Gletscherwasser des Flusses leuchtet dazwischen. Fazit: der letzte Abschnitt zu den Marmorfelsen für Kinder und Hund und bei Nässe oder Regen nicht geeignet. Fahren weiter Richtung Süden (sind aber immer noch in Nordland) und finden ein nettes Plätzchen auf einem Campground weiter hinter Laksforsen am schönen Storsvenningvatnet See für 150 NOK mit Holzterrasse. Ein Luxus in den letzten 5 Wochen campen.
Dovrefjell Nationalpark "Die Weite", Teil 14
Nach Trondheim im Norden erstreckt sich das Dovrefjell, eine menschenleere Gebirgsebene. Hier leben viele Tiere: ca. 4000 wilde Rentiere, Polarfüchse und vor allem wilde Moschusochsen. Eine Gruppe Moschusochsen wurde 1953 von Grönland nach Nordnorwegen in den Dovrefjell umgesiedelt. Seit dieser Zeit leben ca. 300 wilde Moschusochsen im Dovrefjell Nationalpark und ziehen umher. Außerdem ist die Flora und Fauna hier einzigartig.
Gefahren und weiter gefahren:
Fast den ganzen Tag. Wir durchfahren wieder das große Tor, das wir auf der Hinfahrt nach Nordland passiert haben. Dieses Mal allerdings in die andere Richtung. Wir verlassen nun leider endgültig Nordland und sind in Trondelag angekommen. Für uns ist es besser, wenn wir wieder schrittweise in den Süden fahren, als zwei Tage nur durchzufahren. Plan war zuerst, über Schweden zurück zu fahren. Nun haben wir uns doch für den Rückweg durch Norwegen entschieden (irgendwie können wir uns mal wieder schwer von diesem wunderbaren Land trennen).
Zwischenstopp ist der Dovrefjell Nationalpark. Hier kann man super in der WEITEN Gebirgsebene laufen, in der Hoffnung, dass wir ein paar Rentiere oder hoffentlich Moschusochsen sehen. Dafür brauchen wir allerdings jede Menge Glück und es ist nicht selbstverständlich, dass gleich ein Moschusochse vor einem steht. Es gibt hier auch geführte Touren zu den Moschusochsen. Da die Touren im Moment nur Donnerstag und Samstag angeboten werden, beschließen wir unsere eigene Tour zu planen. Wir lassen uns überraschen. Geschlafen wird mitten auf der Hochebene an einer Einfahrt am Fluss. Nach 8 Stunden Autofahrt für 400 km bei Tempo 80 sind wir müde und gehen bald schlafen.
Dovrefjell Nationalpark
Gelaufen und weiter gelaufen:
Um 9.30 Uhr ist alles für unsere Tour zu den Moschusochsen gepackt. Mit dabei: Fernglas, Kamera, Verpflegung für uns und Jazz (vor allem Leberwurst zur Ablenkung) und Regenbekleidung. Hochmotiviert laufen wir los in der Hoffnung die Moschusochsen zu finden. Der Weg wird sicherlich sehr weit sein. Anna hat konstant das Fernglas vor den Augen. Nach 2 km Fußmarsch sehen wir einen braunen Punkt, weit in der Landschaft ca. 1 1/2 km von uns entfernt. Mit dem Teleobjektiv und dem Fernglas können wir einen Moschusochsen erkennen. Die Freude ist erst mal groß, doch einfach noch zu weit weg. Bis wir kommen, ist er schon weg. Wir beschließen eine andere Richtung einzuschlagen und das war die richtige Entscheidung! Jazz ist ziemlich aufgeregt, er riecht etwas!. Nach endlosen 8 km taucht ein großer Moschusochse oberhalb von uns in einer Entfernung von 200 m auf. Jazz hat ihn zum Glück noch nicht bemerkt, obwohl er konstant mit „Nase in der Luft“ vor mir läuft. Wir laufen weiter und plötzlich steht eine Gruppe von etwa 15 Tieren vor uns. Die Freude ist groß, wir verhalten uns ruhig und Jazz wird mit Leberwurst „ruhig gestellt“. Den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von 200 m halten wir ein. Einige Zeit bleiben wir bei den Tieren, beobachten sie, filmen, machen Fotos und finden in der Nähe noch weiches Fell von ihnen. Das packen wir natürlich als Andenken in unseren Rucksack. Gut gelaunt und total happy über unser Glück laufen wir die 8 km wieder durch die Gebirgsebene zurück zu Moby Dick. Die Fahrt geht weiter entlang des Rondane Nationalparks. Der Park ist im Spätsommer/Herbst übersät von gelben, orangefarbenen bis rötlichen Moosen, Gräsern und Flechten. Die Rentierflechte wächst hier wir Gras. Hier leben auch viele wilde Rentiere. Leider bleibt uns für diesen schönen Park keine Zeit mehr und wir schlafen nur eine Nacht hier an einem Fluss. Es gibt fette Burger, der Hunger ist nach den 16 km Fußmarsch doch ordentlich groß!
Heimreise "südwärts", Teil 15
Wieder kommen wir dem Süden ein Stück näher. Vom Dovrefjell über Lillehammer bis kurz vor Oslo. Samstag werden wir Norwegen leider verlassen und weiter fahren entweder nach Malmö oder Kopenhagen. Dort werden wir Lenas 13. Geburtstag feiern.
Die letzte Nacht war unruhig. Abends gab es noch Isbjørn (Eisbär) Bier und Marshmallows. Anna hat Kopfweh, (aber nicht vom Bier) Lena wälzt sich von einer Seite auf die andere und kann nicht schlafen. Ich sehe einen großen Elch (ich stelle ihn mir vor) an Moby Dick stehen. Wir, mitten im Wald ganz allein am kleinen See mit Fischerhütte am Rande des Rondane Nationalparks. Der Tag startet strahlend schön! Trotz mangelndem Schlafes fahren wir um 9 Uhr los Richtung Lillehammer. Die Fahrt geht nicht die E6 herunter, sondern die äußerst schöne Landschaftsroute auf der 27 und weiter auf der 219 Richtung Koppang. Irgendwo dazwischen sehen wir einen riesigen Elch an der Straße stehen, natürlich keinen echten Elch. Dieses Gebiet ist wohl absolutes Elchland. Das haben wir letztes Jahr schon auf der Elchfarm im Süden von dem netten Parkführer erfahren. Er erzählte uns davon. Weiter geht es über die Straße Birkebeinervegen über den Pass, das Svartåsfjellet. Diese Passstraße ist mautpflichtig (120 NOK) und sie ist nicht asphaltiert. Das heißt für uns 70 km Schotterstraße fahren. Zuerst durch dichte Wälder, dann wird es lichter und oberhalb der Baumgrenze öffnet sich eine wunderschöne, bunte mit Moosen und Flechten übersäte Gebirgslandschaft, das Svartåsfjellet. Die Sonne scheint, es pfeifft ein kalter Wind. Ich stelle mir gerade diese Landschaft im Winter vor in der wir endlos mit Ski laufen könnten. Nach 70 km Durchschütteln im Moby Dick kommen wir in Lillehammer an. Willkommen Stadtleben! Irgendwie sind wir noch nicht ganz stadtfest und wollen eigentlich so schnell wie möglich wieder in die Natur. Der Temperaturunterschied zu den vergangenen Wochen ist enorm, es hat 21 Grad. Wir haben wieder kurze Hosen an. Für Jazz finden wir einen großen Schneehaufen und der legt sich gleich mal hinein und fängt an zu buddeln. Der Schneehaufen liegt vor der Eissporthalle. Dort kann man super und kostenlos parken und ist in 15 Min. im Stadtzentrum von Lillehammer. Gleich danach gehen wir noch einkaufen. Es kommen nochmals 10 Gläser der köstlichen Erdbeermarmelade von Lerum dazu und sonstige Leckereien. Insgesamt haben wir jetzt 20 Gläser Erdbeermarmelade und 10 Gläser schwarze Johannisbeermarmelade. Der Vorrat reicht für ein ganzes Jahr, bis nächstes Jahr. Wir verlassen Lillehammer und beschließen heute nicht mehr weit zu fahren. Mit frei stehenden Plätzen ist hier nicht viel zu finden, daher beschließen wir auf unseren ersten richtigen Campingplatz (mit viel Schnick Schnack) in Steinvik zu fahren. Das ist normal nicht so unser Fall, aber es passt jetzt ganz gut. Der Platz liegt sehr nett an einem See. Es gibt Duschen, einen Spielplatz, Rutsche in den See und vieles mehr. Morgen geht es weiter bis kurz vor Oslo.
Schweden "Kurztrip", Teil 16
Schweden werden wir nur kurz kennen lernen. Wobei Schweden bestimmt ein schönes Land ist. Im Süden zwischen den Schären dicht besiedelt, der Norden (Norrland) besticht vor allem durch seine unendlichen Nadel- und Birkenwälder bis hoch zu den Bergen an der norwegischen Grenze. Unser Fahrt geht entlang der Westküste über Göteborg bis zur Öresundmetropole Malmö im Süden.
Unspektakulär geht die Fahrt heute am Freitag weiter in Richtung Oslo. Die Stadt Oslo werden wir dieses Jahr nicht besuchen, das haben wir letztes Jahr ausgiebig getan. Die Stimmung ist bei allen Vier etwas getrübt. Norwegen verlassen, das können wir uns im Moment nicht vorstellen und keiner will so richtig über die Grenze und "heim" irgendwie auch nicht. Nach dem wir an Oslo vorbei gefahren sind, überqueren wir um 15.30 Uhr die schwedische Grenze ohne Kontrollen. Es steht nicht mal ein Grenzbeamte da. Jazz haben wir zuvor online beim schwedischen Zoll angemeldet um schnell weiter zu kommen. So ist es doch eine Überraschung für uns, dass gar nichts kontrolliert wird. Auf jeden Fall fahren wir heute noch Richtung Göteborg und suchen uns eine Schlafgelegenheit und werden fündig. Nach Göteborg geht es Richtung Kungsbacka bis ans Meer hinab. Am kleinen Bootshafen gibt es daneben einen super Stellplatz direkt am Wasser. Hier bleiben wir und genießen noch die warme Abendsonne. Wir versuchen noch ein Selfie von uns allen Vier zu machen und lachen uns fast kaputt weil es nicht so richtig klappen mag. Mal fehlt der eine Kopf, mal ist der andere nur halb zu sehen…
Den Sonnenuntergang genießen wir noch in aller Ruhe. Morgen fahren wir gemütlich Richtung Malmö und ich werde noch einen Geburtstagskuchen für Lena backen. Lena wünscht sich einen Großstadtbummel, wahrscheinlich wird auch die ein oder andere Kleinigkeit eingekauft.
Malmö:
Malmö ist die drittgrößte Stadt Schwedens und liegt am Öresund. Verbunden ist Malmö über die Öresundbrücke mit Kopenhagen in Dänemark. Die Stadt besticht durch die einzigartige Kombination kontinentaler und skandinavischer Lebensart: putziges Fachwerkidyll und hypermoderne Architektur. Der Wolkenkratzer Turning Torso mit einer Höhe von 190 m bestehend aus neun Kuben, die 90 Grad um ihre Längsachse gedreht sind prägt seit 2005 das Stadtbild.
Nachmittags kommen wir heute, Samstag in Malmö an und bleiben bis Montag Abend. Geschlafen wird auf einem Stellplatz am Hafen direkt am Wasser, mit Duschen und Toiletten, ca. 5 km vom Stadtzentrum entfernt. Mit Wohnmobilen in eine Innenstadt zu fahren, vor allem in eine Großstadt ist nicht gerade angenehm. Da wir immer unsere Mountainbikes dabei haben werden wir morgen mit den Rädern in die Stadt fahren. Malmö ist die Fahrradstadt mit super ausgebauten Fahrradwegen, wie es die meisten skandinavischen Großstädte haben. Wir kennen das schon von Stavanger in Norwegen. Die Fahrradwege sind so breit wie eine Spur einer Autostrasse. Den Geburtstagskuchen habe ich auch fertig gebacken und morgen wird gefeiert. Abends sehen wir noch die Sonne hinter der Öresundbrücke untergehen.
Happy Birthday, liebe Lena! Früh morgens wird gratuliert, Geschenke ausgepackt und jeder isst gleich mal ein Stück Kuchen von der leckeren Joghurt/Fruchttorte mit Mandarinen. Die ist sooo schön frisch. Übrigens Geschenke: Ein guter Freund namens R.M. meinte heute am Telefon: „Eigentlich brauchst du gar keine Geschenke, der ganze Urlaub ist ein einziges Geschenk.“ Wie recht er doch hat.
Wir fahren mit den Rädern in die Stadt, zuerst entlang des langen Sandstrandes. Auf den Fahrradwegen hier in Malmö ist das perfekt, auch mit dem Anhänger von Jazz. Übrigens, Jazz hat die Fahrt im Anhänger sehr gut gemeistert. Manchmal macht er sich nämlich bemerkbar, dass er darauf gar keine Lust hat. Mit einem Ochsenziemer klappt das ganz gut heute. Die Gesamtstrecke vom Stellplatz bis in die Innenstadt ist ca. 5 km lang. Es wuselt nur so von Fahrrädern! Vor allem Lastenfahrräder. Da wird alles möglich rein gepackt, vom Hund bis ja sogar 2 Kinder mit Mama.... und Papa darf strampeln.
Die Stadt Malmö ist schön, sehr schön. Die hochmoderne „Neustadt“ ist über eine Kanalbrücke zur „Altstadt“ verbunden. Die Fachwerkhäuser im Viertel "Lila Torg" mit ihren vielen kleinen Geschäften, Cafés und Restaurants sind besonders schön. Wir sind überrascht, dass sogar am Sonntag viele Geschäfte geöffnet sind. Super essen kann man im "Malmö saluhall", wo sich mehrere Restaurants das alte Speicherhaus mit Verkaufsständen teilen. Gegessen wird: Kartoffelstampf mit Fleischbällchen, Gemüse und leckerer Fleischsosse. Fish and Chips, zum Nachtisch gibt es sehr leckeres Eis, Zimtschnecken, Kaffee schwarz und Latte dazu. Die Bäuche sind voll. Für Jazz gibt es das Übliche: Truthahn mit Süsskartoffel. Er ist da ja sehr bescheiden. Natürlich steigt ihm der Duft von unserem leckeren Essen in die Nase und er würde am liebsten davon naschen. Was übrigens sehr köstlich schmeckt: Årets Skörd äppelmust (trüber Apfelsaft), wie frisch gepresst vom Bauer, in stylischer Fläschchen. Gelegentlich machen wir den ein oder anderen Schlenker in ein Geschäft und kaufen Kleinigkeiten ein. Gegen Nachmittag radeln wir zurück und genießen die Sonne am schönen Sandstrand der sich einige Kilometer erstreckt bis zum Stadtteil Västa Hamnen beim Turning Tower. Jazz genießt das Meerwasser und Lena und Anna starten auch einen Versuch (kommen aber nur bis zum Bauch). Moby Dick wird abends noch fertig gepackt. Es geht bereits morgen früh über die Öresundbrücke nach Kopenhagen zu den Dänen, wir sind gespannt auf diese Stadt.
Kopenhagen: Fahrradwahnsinn!
Ich laufe früh morgens ein letztes Mal mit Jazz auf schwedischem Boden. Heute starten wir nach Kopenhagen und wieder ein kleines Stück näher an Zuhause. Auf die Fahrt über die Öresundbrücke freuen wir uns. Die Öresundbrücke mit einer Länge von 7845 m ist weltweit die längste Schrägseilbrücke der Welt. Auf dem Oberdeck befindet sich die vierspurige Autobahn, während unter dieser die Bahnstrecke verläuft. Die Öresundbrücke besteht aus drei Abschnitten: der Brücke, einer Halbinsel Peberholm und dem Tunnel der unter dem Meer verschwindet. Die Tunnel, die plötzlich im Meer verschwinden kennen wir aus Norwegen. Die Norweger sind die Tunnelbauweltmeister. Nachdem wir die Brücke überfahren haben, erreichen wir gegen 10.30 Uhr Kopenhagen, die Hauptstadt Dänemarks. Wir merken sofort… echte Großstadt! Da leider stadtnah nur noch ein Platz für Wohnmobile offen hat, nehmen wir diesen. Er liegt am Hafen, ca. 5 km vom Stadtkern entfernt. Nicht besonders schön aber er muss praktisch für uns sein. Kopenhagen ist eine Fahrradstadt… und das richtig! Uns würde es nicht wundern, wenn wir heute Nacht von tausenden Fahrrädern träumen. Es gibt hier Fahrradstrassen, auch mit Ampeln. Quert man eine Straße und muss bei rot anhalten kann es sein, dass 50 andere Fahrradradfahrer hinter einem stehen und mit dir gleichzeitig los wollen, dich verfolgen oder abenteuerlich überholen. Es ging uns ein paar mal so. Überholt wird wie die Weltmeister, mit oder ohne Kopfhörer (es wird auch noch Musik gehört). Viele tragen keinen Fahrradhelm sondern Genickairbags. Auf den Fahrradstrassen gehts wilder zu wie auf den Autostraßen. Anfangs sind wir ziemlich gestresst davon. Beim Rückweg müssen wir nur noch lachen, wenn ich von hinten (ich fahre hinter den Kids und Ralf) vor rufe: „ Alarm Fahrräder von hinten!“ Fahrräder sieht man in allen Variationen. Lastenfahrräder und viele viele Hollandfahrräder mit Korb oder Holzbox.
Kopenhagen ist gross und ist in vier Abschnitte unterteilt. Wir haben uns das City Center heraus gepickt und haben davon grad mal ein Viertel gesehen. Im City Center ist die Innenstadt, die Schlösser und die Meerjungfrau im Hafen zu erreichen. Der alte Nyhavn mit seinen bunten Häusern hat uns am besten gefallen. Dort essen wir auch eine Kleinigkeit bevor es ins Grossstadtgetümmel geht.
Ich mache nicht viel Fotos, es sind uns einfach zu viele Menschen unterwegs. Tausende! Für Jazz ist es nicht ganz einfach, er riecht an jeder Ecke und wir haben das Gefühl, er ist auch etwas angespannt (so wie wir). In einer Seitengasse entdecken wir eine Keramik- und Glasbläserwerkstatt. Hier können wir entspannt den Künstlern zuschauen. Ralf lernt noch eine Herrentoilette auf "dänisch" kennen. Am späten Nachmittag radeln wir mit Hunderten dänischen oder anderen Nationalitäten aus der Stadt heraus, Richtung Moby Dick und machen es uns dort gemütlich. Kommen in das ein oder andere Gespräch mit netten Womobilisten von nebenan. Die Nacht werden wir hier auf diesem Platz verbringen. Morgen geht es von Rødby mit der Fähre nach Puttgarden auf die Insel Fehmarn.
Heimreise:
Um 12.30 Uhr erwischen wir die Fähre nach Puttgarden auf der Insel Fehmarn und verlassen Skandinavien. Wir meistern unsere letzten Fotos für diesen Reiseblog. Das Selfie klappt nach drei Anläufen und kann sich, glaube ich, sehen lassen. Unseren Jazz habe ich „extra“ noch in Position gebracht und fotografiert. Am Strand auf der Insel Fehmarn genießen wir noch die Mittagsonne. Donnerstag möchten wir daheim sein. Zuvor werden wir noch einen Schlenker nach Kaisersesch bei Koblenz machen. Hier werden wir bei unserer Zuchtstätte Hightowers-siberian-Huskies vorbeischauen und Jazz darf seine Mama besuchen.
Die Zeit in Norwegen war wieder unbeschreiblich schön. Ganze 6 Wochen haben wir zusammen in unserem Moby Dick verbracht. Wir haben viele kleine und große Abenteuer erlebt, einsame Tage in der Natur verbracht. Nette Menschen getroffen, offene und lächelnde Norweger, die einem „immer“ mit einem „hei hei“ begrüßt haben. Das vermissen wir in Deutschland sehr. Jazz wurde oft bestaunt, fotografiert und als wunderschöner Hund bezeichnet. Ja, Jazz, unser fünftes Familienmitglied hat am aller besten von uns diesen Urlaub gemeistert. Nie hätten wir gedacht, dass dieser Urlaub so gut mit ihm klappen würde. Entspannt und unkompliziert. Er ist schon jetzt für uns ein toller Begleiter und passt super in unsere Familie. Getroffen haben wir viele Reisende mit Hund. Hier durfte Jazz mit dem ein oder anderem spielen.
Die Lofoten, ja so haben wir sie uns vorgestellt, wie so oft in Filmen und auf Fotos gesehen. Traumhaft schöne und wilde Natur. Die Farbenvielfalt war so intensiv, dass man nicht genug kriegen konnte. Die Strände wie in der Karibik so weiss, das Wasser türkisblau bis smaragd, dafür eiskalt. Knapp vier Wochen haben wir uns dafür Zeit genommen die Natur dort zu erkunden. Es gäbe noch viel mehr zu erleben. Für uns und vor allem für Jazz waren diese Abenteuer alle super machbar. Alles darüber hinaus müssen wir uns für später aufheben. Das Wetter war auch auf unserer Seite…es könnte ganz anders aussehen (1 Woche Dauerregen, kalt und starker Wind). Dann kann man dort nicht viel machen als abwarten, dass es besser wird. Zu 90 % läuft hier alles in der Natur ab. Am besten ist, wenn man das Inselarchipel flexibel bereist und nach Wetter die Aktivitäten plant. Ins Gepäck gehören auf jeden Fall: Wollmütze, Daunenjacke, Regenbekleidung, Wanderschuhe und Gummistiefel mit gutem Profil.
Stellplätze frei stehend haben wir sehr schöne gefunden, was auf den Lofoten nicht immer einfach war. Manchmal waren zu viele Menschen auf zu kleinen, engen Flächen. Campingplätze gibt es sehr wenig. Oft auch nur Stellplätze in der Natur oder Strand wo man eine Gebühr an den Grundstücksbesitzer entrichtet. Dafür zum Teil wunderschön gelegen. Wenn man die Lofoten besuchen möchte, sollte man sich vorher gut mit Nahrungsmittel eindecken. Im Süden gibt es eher sehr kleine Supermärkte. Wir waren sehr gut ausgestattet. Zu empfehlen ist auf jeden Fall auch einmal die Angel ins Wasser zu halten, egal ob von Land oder Boot aus. Mit etwas Glück sind die Erfolgserlebnisse groß. Unbedingt beachten sollte man die Größe der gefangenen Fische. Hier gibt es Vorschriften.
Leider war unsere Drohne auf den Lofoten nicht einsatzbereit, was gar nicht so schlimm war. In den Nationalparks dort und auch in anderen (nicht allen) Parks ist das Fliegen von Drohnen verboten. Unsere Fotos haben wir von oben fotografiert und nicht bearbeitet. Die Farben sind „echt“. Auf Hamarøya kam sie zum Einsatz.
Mehr Zeit wäre schön gewesen für die Nationalparks: Dovrefjell, Rondane und Rago. Hier war unsere Moschusochsentour im Dovrefjell auf eigene Faust das absolute Highlight! Vielleicht mal tageweise mit Zelt. Das heben wir uns noch auf.
Pläne für nächstes Jahr haben wir bereits:
Natürlich Norwegen! Noch weiter hoch in den Norden. Dieser Trip steht auch schon eine Weile auf unserer Norwegenliste.
Eine geheimnisvolle Insel wird es sein.