Norwegen 2022
Endlich ist es wieder soweit und wir kommen nach Norwegen zurück.
Hauptziel ist die Insel Senja. Davor werden wir aber noch die Vesterålen erkunden. Die Inseln liegen 200 - 400 km nördlich des Polarkreises oberhalb der Lofoten. Wale beobachten, die Dronningruta, der Segla, fischen, zelten und und und.....
Sowohl die Vesterålen als auch das nördlich angrenzende Senja bieten auf den ersten Blick vom Festland herkommend ein sanftes Landschaftsbild. Zum offen Nordmeer hin dagegen zeigen sich die von tiefen Fjorden durchschnittenen Inseln der Versterålen und viel mehr noch Senja ganz und gar nicht mehr lieblich und idyllisch, sondern dramatisch schön. An der Nord- und Westküste ragen bis über 1000 m hohe Berge aus dem Ozean empor, von kreideweißen Sandstränden umgeben. Sie tragen den Beinamen
"Zähne des Teufels".
Letzter Schultag! Auf und davon!
Teil 1
Gleich am letzten Schultag geht es mittags los. Endlich wieder in dieses wunderschöne Land, Norwegen. Unser Ziel: Nordnorwegen auf die Vesterålen und Senja, beide liegen oberhalb der Lofoten. Wir sind also noch weiter oben wie 2021.
Unsere Anfahrt: A7, Fährüberfahrt Fehmarn bis nach Dänemark, Kopenhagen, nach Schweden über die Öresundbrücke, Malmö und Göteborg. Unseren ersten Übernachtungsplatz finden wir noch in Schweden ca. 40 min. vor der Grenze zu Norwegen. Die Einreise am nächsten Morgen nach Norwegen klappt super. Unseren Jazz müssen wir hier wieder beim Zoll anmelden. Da wir so schnell wie möglich hoch in den Norden möchten wählen wir die direkte Route auf der E6 nach Oslo, weiter auf der E3 und einen Sprung auf der Landschaftsroute 219 und 27 Koppang entlang des Rondane Nationalparks bis zum Dovrefjell Nationalpark. Hier finden wir wieder zum übernachten einen netten freistehenden Platz an einem Fluss. Der nächste Tag startet sonnig und angenehm warm. Trotzdem fahren wir weiter Richtung Norden über Trondheim, durchfahren das Nordlandtor und weiter bis unterhalb Mo i Rana. Geschlafen wird ein einem lauschigem Fluss, den Namsen. Leider hat es jede Menge Knots (Kriebelmücken) die uns den Aufenthalt dort nicht gerade angenehm machen. Unser allergrößtes Übel… auf die Keile fahren ist unmöglich… Moby Dick springt nicht mehr an. Adblue? Sensor? Sonstiges? Ein großes Fragezeichen. Wir telefonieren mit Iveco, leider heute Samstag Abend, bzw. Sonntag wird es keine Möglichkeit mehr geben eine Autowerkstatt in der Nähe zu erreichen. Am Sonntag früh versuchen wir unser Glück per Fernwartung aus Deutschland den Fehler zu finden. Relais an der Batterie defekt. Durch Getüftel bekommen wir Moby Dick in Gang und fahren nach Mo i Rana. Hier möchten wir am Montag versuchen uns ein neues Teil per Express schicken zu lassen. Leider dauert das hier in Norwegen etwas länger, laut Werkstattchef. Also beschließen wir uns für die Variante „Baumarkt“ um auch weiterfahren zu können. Gegen Mittag überqueren wir den Polarkreis und versuchen noch per Fernglas ein paar Rentiere zu entdecken. Letztes Jahr hatten wir hier mehr Glück. Auf der E6 geht es weiter bis zur Insel Hamarøya um dort an einem unserer Lieblingsplätze zu übernachten. Wir haben Glück und er ist frei. Mitten am Strand. Jazz legt gleich mal mit seiner Lieblingsbeschäftigung los „buddeln“.
Es geht weiter mit der Fähre von Bognes nach Lødingen und wir erreichen endlich unser erstes Ziel: die Vesterålen.
Von unserem Heimtort bis hier zu den Vesterålen sind wir 3400 km gefahren.
Auf und davon auf der B31
Bilder können zum anschauen angeklickt werden. Rastplatz Dänemark, Übernachtungsplatz Schweden Tanum, Übernachtungsplatz Dovrefjell Nationalpark Norwegen, Nordlandtorbogen.
Bilder können zum anschauen angeklickt werden. Übernachtungsplatz am Fluß Namens, Notcamping in Mo i Rana, Zufahrtsstrasse (Schlaglöcher)zur Bucht auf der Insel Hamarøya, unsere Hauptziele Vesterålen und Insel Senja.
Die Vesterålen, Insel Langøya,
Teil 2
Die stark zerklüftete Insel Langøya ist die größte Insel der Vesterålen. Ihr größter Reiz liegt in der landschaftlichen Vielfalt mit ausgedehnten Wiesen und Feldern, Wälder und Mooren, Fels -und Sandstränden, grünen Hügeln und gipfelgespickten Bergen.
Als wir auf der Insel ankommen regnet es stark. Die Berge sind in Wolken gehüllt. Irgendwie trotzdem eine magische Stimmung. Wir fahren von Sørtland weiter auf der 820 Richtung Nykstad und „stranden“ in Hovden. In Hovden geht es sehr sehr entspannt zu. Ein kleines Fischerdorf umrahmt von steilen Bergen mit weißen Strandbuchten. Genau so eine Strandbucht finden wir zum übernachten, stehen oberhalb der Bucht mit Blick auf das Nordmeer. Nachmittags zeigt sich die Sonne und es regnet doch zu gleich. Ein toller Regenbogen spannt seinen Bogen direkt über uns. Wir haben das Gefühl, die Landschaft explodiert vor Farben. Es ist wahnsinnig schön. müde gehen wir um 24 Uhr zu Bett… es ist noch nicht dunkel.
Bucht von Hovden
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Stellplatz Hovden
Breitinden
Der nächste Tag in der Bucht in Hovden startet sonnig mit 10 Grad. In kurzen Hosen und mit Wollmütze laufe ich mit Jazz eine Runde. Heute möchten wir das noch „stabile“ Wetter nutzen und trotz Müdigkeit von der langen Anreise auf den Breitinden laufen. Vom Eidsfjord her ansteigend erstreckt sich der Breitinden zwischen Helljforden und Jarnfjorden über der Schärenlandschaft von Guvåg. Der Anstieg geht in leicht steilen Gelände durch Birkenwälder, weiter über eine ausgedehnte Moor -und Wiesenlandschaft. Der letzte Anstieg über den breiten Rücken ist etwas steiler aber für alle, auch für Jazz gut zu meistern. Er läuft bei mir an der Zugleine vorne weg und manchmal erhascht er doch die ein oder andere Maus. Ja, sogar Schneehühner sind interessant. Der Ausblick oben vom Gipfel ist toll auch ohne strahlendem Sonnenschein. Der Blick reicht hinunter auf den Eidsfjorden, ja, sogar bis zu den Lofoten. Der Abstieg geht zügig. Unterwegs treffen wir auf sehr nette Norweger auf einen Smalltalk. Zurück geht es nochmals zu unserem lauschigen Plätzchen nach Hovden. Es fängt an zu nieseln und morgen werden wir mal ausschlafen.
Bucht bei Nykvåg, Vogelfelsen
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Nyksund, „Drønningruta“
Die Fahrt geht weiter auf der 821 über Myre nach Nyksund. Warum Nyksund? Hier beginnt der Start einer der schönsten Wanderungen auf den Vesterålen, die Drønningruta (Königinroute). Die Route verläuft von Nyksund bis Stø (Gehzeit 4-5 Std. die Fjellroute) und der Rückweg wieder von Stø nach Nyksund (Küstenroute mit 2 Std.). Plan ist die Wanderung auf 2 Tage auszudehnen um eine Nacht im Zelt am Strand (Skipssanden) zu schlafen.
Zuerst schauen wir uns aber noch Nyksund an. Ziemlich verschlafen, ein paar Fischerhäuser und eine sehr nette kleine Gaststätte. Hier lassen wir es uns draußen auf der Terrasse gut gehen, essen lecker Fish & Chips und trinken eisgekühlte Limonade bei knapp 14 Grad Lufttemperatur. Abends wird auf einem Bobilcamp direkt am Meer geschlafen. Für uns sehr praktisch, da hier auch der Start der Drønningruta beginnt. Abends laufen wir noch auf einen „Miniberg“ und haben im Abendlicht noch einen tollen Ausblick auf Nyksund. Zum Nachtisch gibt es gesammelte Moltebeeren.
Leider meldet der Wetterbericht nur für morgen, Freitag stabiles Wetter und so beschließen wir die Dronningruta an einem Tag durchzulaufen. Den Mädels vergeht erst mal das Lachen… das heißt viel viel laufen. Die Zeltnacht wird erst einmal verschoben. Die Nacht ist unruhig mit sehr starkem Wind und Regen.
Der Morgen beginnt frisch mit 10 Grad, gegen 9.30 Uhr zeigt sich die Sonne, schnell wird gepackt und wir starten die Route. Der Anstieg geht steil los, weiter über eine Hochebene und wieder steil ( teils mit Drahtseilen gesicherter Weg) über einen Grat und weiter über den nächsten und so weiter. Dazwischen werden Regenjacken und Handschuhe ausgepackt und angezogen. So kalt pfeift der Wind, es schüttet und im nächsten Moment zeigt sich die Sonne. Meine kurze Hose behalte ich an. Die Aussicht und das Panorama ist toll, auch wenn trotz Wolken nicht immer alles klar zu erkennen ist. Der schöne Strand Skipssanden ist in der Ferne zu sehen, Stø ist nicht mehr weit und die 1. Etappe, die Fjellroute schaffen wir in 4 Stunden. Zurück nach Nyksund über den Küstenweg in 2 Stunden. Insgesamt 6 Stunden Gehzeit mit 1000 Höhenmeter und ein Auf und Ab was das Wetter angeht. Die Drønningruta ist superschön. Trotz Anstrengung lohnt sich die Route und man wird mit tollen Ausblicken und Erlebnissen belohnt. Die Mädels und Jazz waren großartig. Ralf und ich genießen bei knapp 12 Grad noch unsere warme Aussendusche und verkriechen uns alle müde in unseren Moby Dick. Morgen geht es weiter auf die Nachbarinsel Andøya.
Blick auf Nyksund
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Nyksund
Aufstieg zur Dronningruta
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Dronningruta, Skipssanden,
Insel Andøya Teil 3
Die Insel Andøya ist die nördlichste Insel der Vesterålen und man kann sie mit dem Auto fast die gesamte Küstenlinie entlang fahren. Ein Teilstück gehört zur nationalen Tourstikstrasse Norwegens. Man nennt die Insel auch Karibik des Nordens. Der lange weiße Bleikstranda mit der vorgelagerten Bleikøya, eine spitzkegelförmige Vogelinsel. Hier leben Seeadler und Papageitaucher. Andenes, der nördlichste Ort von Andøya ist Ausgangspunkt für Walsafaris. Da wir schon viele Pottwale auf den Azoren beobachten konnten, überlegen wir, ob wir hier in Andenes überhaupt eine Tour starten sollen.
Strand am Stave Camp.
Stave und Andenes
In Stave schlafen wir mal auf einem Campingplatz, klein und familiär, direkt am Strand. Gut, wenn man früh anreist, so bekommt man noch in der vordersten Reihe einen Platz mit Blick auf Strand und Meer. Besonders die Hot Pools (eingegraben in Grashügel) sind cool. Wir kommen kaum an und 15 Min. später sitzen wir schon drin…. für 1 1/2 Std.
Sonntag regnet es wie aus Eimern. Die Fahrt geht erst mal Richtung Andenes. Das Wetter soll am Montag trocken werden, dazwischen mit ein paar Sonnenstrahlen. Verlassenen uns auf die Wettervorhersage von unserem Favoriten yr.no. Kurzentschlossen buchen wir für Montag 17 Uhr doch noch eine Whalewatching Tour. Andenes ist heute verschlafen. Sehr nett ist das kleine Polarmuseet in Andenes. Die Jungs, einer davon ein waschechter „Wickinger“ backen für uns knusprige Waffeln mit Erdbeer -und Moltebeermarmelade. Zurück im Moby Dick müssen wir uns alle erst mal trocken legen und fahren nochmals für eine Nacht nach Stave. Es regnet abartig und der Wind bläst. Die Campgroundchefin freut sich uns wieder zu sehen. Wir sind fast allein auf dem Platz. Abends öffnet sich plötzlich der Himmel und es scheint die Sonne und taucht die Landschaft in warme Farben, wunderschön. Es gibt Aperol Spritz.
Bilder können zum anschauen angeklickt werden. Rastplatz zwischen Stave und Bleik
Stave
Andenes, Polarmuseum
Andenes, Blick auf den Bleiksøya Vogelfelsen
Strand bei Stave
Måtinden
Morgens um 8 Uhr schlüpfen wir, Ralf und ich in unsere Wanderschuhe und gehen mit Jazz zum Start auf den Måtinden. Die Mädels bleiben heute im Moby Dick, müde noch von der Dronningruta. Das Wetter ist noch stabil. Die Wanderung zum Måtinden ist sehr beliebt, da es eine leichte Route ist und man mit einem tollen Ausblick belohnt wird. Zuerst geht es etwas steiler los, durch niedrige Birkenwälder und über ein Geröllfeld. Bald sind wir auf einer Hochebene, der Wind pfeift. Oben am Gipfel angekommen, wir sind ganz allein, sehen wir die schöne, einsame Høyvikabucht, die spitzen Felszacken und die Vogelinsel Bleikøya im Hintergrund. Vom Meer her kommt dichte Bewölkung und Regenwolken „rollen“ heran. Schnell packen wir zusammen und steigen 1 1/2 Std. im Regen, Nebel und Sturm nach unten. Die Mädels waren während wir weg waren fleißig und haben abgespült und aufgeräumt. Um 15.15 Uhr müssen wir in Andenes beim Whalewatching sein.
Wale in Andenes
Gespannt warten wir auf den Start unserer Whalewatching-Tour. Vor Andenes tummeln sich vorallem Pottwale, Grindwale, Minkwale und Orcas. Bevor wir aufs Boot dürfen erfahren wir von dem deutschen Biologen Stefan im Rahmen einer kleinen Museumstour Wissenswertes über die Pottwale. Sein Traum auf den Azoren als Biologe mit Walen zu arbeiten hat sich bisher nicht erfüllt. Da wir auf den Azoren schon viele Pottwale und andere Wale gesehen haben unterhalten wir uns später ausführlicher mit ihm darüber.
Vor dem Auslaufen werden Ingwertabletten gegen Seekrankheit ausgeteilt. An Bord hängen „viele“ Spucktüten. Das Meer ist rau, der Wind und Wellengang nicht ganz ohne. Es geht natürlich nicht lange und die ersten Spucktüten sind gefüllt, weiße bis gelbe Gesichter, wankende Bootstouristen die vom Oberdeck zum Unterdeck laufen und zurück. Wir halten uns tapfer und es geht uns super. Alle vier sind wir seefest und von den Azoren schon einiges gewohnt. Der Blas des ersten Pottwals (ein Bulle) ist bald in Sicht, liegt träge an der Oberfläche, bläst nochmals und keine 10 Minuten später zeigt er seine Fluke und verschwindet in der Tiefe. Schnell kann ich noch auf dem wankenden Boot ein Foto schießen. Etwas später sehen wir noch einen zweiten Pottwal, ebenfalls ein Bulle. Diesen Tauchgang genießen wir ohne Kamera, nur mit bloßem Auge. Im wunderschönem Abendlicht, es ist 20 Uhr, geht es nach Andenes zurück. An der Mole essen wir Pizza und treffen nochmals den Biologen Stefan. Er zeigt uns noch Papageitaucher und wir tauschen die ein oder andere Norwegengeschichte aus. Geschlafen wird kurz hinter Andenes auf einem freistehenden Platz.
Unseren Plan zur Insel Senja zu fahren verschieben wir für ein paar Tage. Es meldet dort bis Sonntag extrem schlechtes Wetter mit viel Regen, wir brauchen aber dort einigermaßen stabiles Wetter. Die Stadt Tromsø oberhalb Senja ist das nächste Ziel.
Strand bei Andenes
Region Tromsø, Polar Arctic Park
Teil 4
Von Andenes auf Andøya geht es auf der 82 nach Sortland und weiter auf der E10 und E6 Richtung Tromsø. Dazwischen etwa 200 km vor Tromsø liegt Am Rande der Rohkunbørri Nationalpark. Wir entdecken den Polar Arctic Park und beschließen diesen zu besuchen und dort vor Ort (Stellplätze vorhanden) zu übernachten. Auf einer 1100 ha grossen Fläche leben Braunbären, Elche, Polarfüchse, Wölfe, Rentiere, Vielfrass, Luchs und Moschusochsen. Die Mädels und ich gehen durch den riesigen Park. Manchmal müssen wir suchen, bis wir die Tiere finden. Bald sehen wir aus nächster Nähe Elche, Polarfüchse, Bären und Wölfe. Toll für uns sind die Braunbären (11 Stück) darunter eine Albino Braunbärin. Es gibt zwei Wolfsrudel in getrennten Gehegen. Zuerst finden wir sie nicht… bis einige von ihnen plötzlich über uns im Hang stehen. Still schauen sie uns an. Lena und Anna fangen an zu heulen, die Wölfe blicken sich suchend um und kurze Zeit später heulen sie zurück. Was für ein Heulkonzert. Wenn jetzt noch Jazz dabei wäre. Ralf und Jazz sind am Womo geblieben da Hunde im Park nicht erlaubt sind. Witzig sind auch die Polarfüchse, flink und putzig. Im Sommer mit schwarz/braunem und im Winter mit weißem Fell. Der Park ist ein tolles Erlebnis und sehr zu empfehlen.
Die Fahrt nach Tromsø geht auf der E6 weiter, vorbei an Nationalparks mit schönen, hohen und schneebedeckten Bergen.
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Tromsø
Tromsø ist das Einfallstor zur Arktis und wird auch die Polarlicht-Hauptstadt der Welt genannt. Tromsø liegt im Zentrum des Aurora-Borealis-Gürtels der vor allem zwischen Oktober und März grün leuchtend zu sehen ist. Hier in dieser Stadt dreht sich wirklich (besonders zur Polarlichtsaison) alles um die Polarlichter von Polarmuseum bis Polaria. Tromsø ist auch Universitätsstadt mit viel Kultur, Cafe‘s und Restaurants.
Wir werden hier zwei Tage das schlechte Wetter überbrücken und uns auf Museumstour begeben.
Es regnet, regnet und regnet. Der Wind bläst stark. Bei uns daheim würde man gar nicht vor die Haustüre gehen (außer man hat so einen süßen, lauffreudigen Hund wie "Jazz"). Hier in Tromsø ist das ganz normal. Unsere Museumstour ist erfolgreich. Polaria und Polarmuseum... von einem zum anderen versuchen wir einigermaßen dem "Dauerregen" zu entrinnen. Außerdem gehen wir in sämtliche Bergsport/Outdoorgeschäfte, Wollgeschäfte (dort gibt es tolle Norwegerpullis) und sonstige Butikken (Geschäfte). Wir finden ein super, geniales Dyrebutikk (Geschäft für Tierbedarf). Dieses Geschäft ist riesengroß und super ausgestattet und spezialisiert was Zughundesport und sämtliches Zubehör angeht. Von Booties (grosse Auswahl) bis Geschirre, Leinen und so vieles mehr. Natürlich haben wir Nachschub für daheim gekauft.
Im Polaria dürfen wir Seesterne berühren und näher begutachten, beim Seehundtraining und bei der Fütterung dabei sein. Man erfährt sehr viel über die Polarregionen und deren Erforschung. Die schöne Eismeerkathedrale sehen wir uns von außen an. Nachts ist sie hell erleuchtet. Was uns besonders freut, wir finden das begehrte Tourenbuch "Senja og Midt-Troms". Über das Internet ist dieses Buch nicht zu bestellen, käuflich zu erwerben nur in der Norli Buchhandlung in Tromsø. Es ist zwar auf norwegisch verfasst, man kann die Touren aber anhand von den schönen Bildern und Panoramen heraussuchen. Sämtliche Touren Senjas sind dort aufgeführt.
Die nächsten 3 Tage meldet es noch Regen. Trotzdem verabschieden wir uns heute, am Freitag von Tromsø und fahren in Richtung Insel Kvaløya und Sommarøy um von dort mit der Fähre nach Senja zu kommen. Für Senja meldet es die nächste Woche wieder bessere Wetterverhältnisse.
Kvaløya und Sommarøy
Kvaløya ist die fünftgrösste Insel Norwegens und gehört zur Region Troms. Übersetzt bedeutet Kvaløya „die Wal-Insel“. Früher wurde hier Walfang betrieben. Ein Teil der Insel gehört noch zu Tromsø. Toll ist der Eide-Handel“ ein von einer Familie geführter Lebensmittelladen in Kvaløysetta. Hier gibt es regionale Produkte, viel Fleisch, Fisch, leckeren Kuchen und so vieles mehr. Ansonsten gibt es auf dieser Insel nicht viel. Wir haben uns sagen lassen, dass es tolle Panoramen und auch Wanderwege gibt. Kvaløya ist mit Sommarøy durch eine Brücke verbunden. Nach Sommarøy ist Ende und diese sehr kleine Insel wird auch Karibik von Troms genannt. Bekannt durch das türkisblaue Wasser, Buchten und weiße Sandstrände. Auch wenn die Sonne nicht scheint….die Farben von Wasser und Strände sind sehr schön. Hier kann man wunderbar zwischen den kleinen Inseln paddeln. Wir finden kurz vor Überfahrt nach Sommarøy einen freistehenden Platz an einer kleinen Sandbucht (sehr schön). Hier werden wir schlafen und abends beobachten wir noch einen Seeotter, der genüsslich im Meer plantscht. Ralf versucht ihn noch mit der großen Kamera einzufangen. Mit einem Sonnenuntergang geht der Abend zu Ende. Morgen geht es mit der Fähre von Brensholmen (Kvaløya) auf die Insel Senja.
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Auf der Fähre von Kvaløya in Richtung Senja
Insel Senja
Teil 5
Endlich Senja! Schon lange wollten wir auf diese schöne Insel reisen und sie erkunden. Wie so oft braucht man hier viel Glück mit dem Wetter. Senja ist die zweitgrößte Insel Norwegens und bekannt für ihre atemberaubende Natur. Hohe Berge, die bis in die Fjorde abfallen, Segla, Hesten, Barden, Kyle usw. In unserem neuen Tourenbuch sind sehr viele schöne Touren beschrieben. Alle werden wir sicherlich "nicht" schaffen. Von Senja möchten wir uns von selbst ein Bild machen und hoffen auf stabiles Wetter und tolle Erlebnisse.
fjordbotn Camp. in Botnhamn "wir fischen"
Von einem Einheimischen bekommen wir einen Tip wo man Motorboote leihen kann. Zwischenzeitlich gehört Angeln bei uns im Norwegenurlaub dazu. Wir planen zwei Tage im Fjordbotn Camp. ein. Dieser Platz liegt am Stonnesbotn Fjord. Der Chef organisiert uns ein Boot. Heute am Samstag wird erst einmal die Angelausrüstung zusammen gestellt und morgen, am Sonntag geht es pünktlich um 10 Uhr raus auf den Fjord und aufs Meer.
In der Nacht hat es noch geregnet und der Wind bläst nicht mehr so stark. Pünktlich sitzen wir mit unserer Angelausrüstung auf unseren Motorboot. Wir sind gespannt, ob es hier auch so viel Fisch gibt wie auf den Lofoten. Dort sind wir regelrecht in Stress geraten…. so sind uns Dorsch, Seelachs und Makrele um die Ohren geflogen. Es dauert auch tatsächlich nicht lange bis Ralf als Erster einen mega großen Dorsch an der Angel hat. Alles geht ganz schnell und der erste Fang landet in der Kiste. Jazz ist ganz schön aufgeregt und will dauert am Fisch schlecken. Jetzt ist erst mal Flaute. Es dauert ganze 2 Stunden bis die nächsten Fische gefangen werden. Verschiedene Fanggebiete im Fjord werden abgefahren. Tatsächlich ist ein großer Fischschwarm in der Nähe. Jetzt geht es aber ziemlich flott und nochmals ein Dorsch, drei Seelachse und eine Makrele sehen wir schon auf dem Grill liegen. Anna hat noch ein en kleinen Dorsch an der Angel, den wir wieder ins Meer zurück schicken. Ausgenommen wird gleich auf dem Boot. Die Möwen warten schon ganz gierig darauf. Gegen 18.00 Uhr sind wir zurück, es gibt gegrillten Fisch mit Kartoffeln. Von Moby Dick aus genießen wir den Fjord im Abendlicht.
unser Platz am Fjord.
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Hesten und Segla
Nachmittags kommen wir nach einer abenteuerlichen Tunneldurchfahrt in dem verschlafenem Fischerdorf Fjordgard an. Fjordgard ist der Ausgangspunkt für Wanderungen zum Hesten, Barden, Kongen und dem gigantischem Segla. Der Segla ist wohl der bekannteste Berg auf Senja. Wie ein Diamant sticht er senkrecht zwischen Øyfjord und Mefjord empor. Wir beschließen uns einen ersten Eindruck von diesem Berg Segla vom Hesten aus zu machen. Der Hesten geht zuerst gemütlich durch einen Birkenwald, danach rasch steil bis zum Joch. Die Gehzeit ist mit zwei Stunden angegeben. Da der Weg zum Gipfel ausgesetzt am Grat entlang geht bleiben die Mädels im Joch zurück. Vom Joch hat man auch schon einen schönen Ausblick auf den Segla. Jazz nehmen wir mit zum Gipfel. Er ist ein wahrer Balancekünstler. Geschickt meistert er den Grat. Oben angekommen… die Aussicht ist brutal schön, die Sicht auf den Segla atemberaubend und spektakulär. Wir sind allein. Es zieht leicht zu und dieser Diamant steht irgendwie bedrohlich da. Irgendwann machen wir uns wieder auf den Rückweg, holen die Mädels ab und essen im einzigem Fjordgard „Imbiss“ Fish und Chips.
Abends habe ich die glorreiche Idee nochmals zum Hesten aufzusteigen um den Segla bei Sonnenuntergang zu fotografieren. Rasch steigen Ralf und ich gegen 19.30 Uhr auf und bleiben bis 21.30 Uhr am Berg. Fotografiert haben wir den Segla in allen Farben, abwechselnd mit der großen Kamera und dem IPhone. Leider ist die Sonne hinter den Wolken verschwunden und der Segla wurde nur leicht angestrahlt. Es war trotzdem schön. Gegen 22.30 Uhr sind wir zurück am Moby Dick.
Heute, am Dienstag gehen wir direkt auf den Segla. Die Gehzeit wird mit 3 1/2 Std. angegeben. Nur steiles Gelände. Ralf und ich starten um 9.30 Uhr. Es hat 20 Grad und feuchte Luft. Der Weg startet zuerst mittelmäßig durch einen Birkenwald, wird schnell steil und es zieht und zieht sich wirklich steil am Rücken nach oben. Es ist sehr warm! Zum Glück haben wir die Mädels und Jazz unten gelassen. Oben angekommen, wir sind allein und die Aussicht ist sehr schön, der Abgrund tief und senkrecht. Auf dem Gipfel ist nicht wirklich viel Platz. Nach einer Pause steigen wir ab und sind zeitig bei den Mädels und Jazz zurück. Die Aussendusche ist heute ein Genuss.
Wir verabschieden uns von Fjordgard und fahren auf der 82 Richtung Skaland und finden zum schlafen einen schönen Platz in den Bergen an einem See. Die letzten Sonnenstrahlen genießen wir vom Dach des Moby Dick.
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Auf dem Hesten, bester Blick auf den Segla!
Segla bei Sonnenuntergang
Auf dem Segla
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Auf dem Segla
Stellplatz vor Skaland
Der schöne Aussichtspunkt Bergsbotn auf den Bergsfjord
Husfjellet
Nach einem extremen Regentag am Mittwoch, den wir nur im Womo verbracht haben, fahren wir Donnerstag in der Früh nach Skaland. Es meldet zwei Tage stabiles Wetter (ohne Regen..aber das weiß man ja nie, in Norwegen) und wir möchten dies nutzen um auf dem Husfjellet im Zelt zu übernachten. Das Husfjellet ist eine Hochklippe zwischen Skaland und Bøvær, Ausgangspunkt ist hier Skaland, die Gehzeit bis zum Gipfel wird mit 3-5 Std. angegeben. Im kleinen Jokersupermarkt kaufen wir noch ein paar Vorräte ein und packen unsere großen Rucksäcke. Mit dabei warme Kleidung, Daunenschlafsäcke, Isomatten, zwei Zelte, Lebensmittel und noch Kleinzeug. Vollbepackt laufen wir los. Ralf ist ja immer der Meinung, dass er den größten und vor allem den schwersten Rucksack trägt. Ich muss dann meistens nur schmunzeln. Es geht zuerst durch einen Birkenwald mit ein paar Matschpassagen hoch hinauf zur Hochebene Sommardalen wo man schon einen tollen Ausblick auf Bergsfjorden und Bergsøyan hat. Hier schlagen wir erst mal unser „Zeltlager“ (gebettet auf Moos) auf und richten alles für die Nacht bereit. Es ist bereits 17 Uhr und wir möchten noch die letzten 300 Höhenmeter bis zum Husfjelletgipfel schaffen. Nach ein paar Meter Anstieg geht es auf der Hochebene leicht bergab durch ein Moor… im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Schlammschlacht, die ausgelegten Bretter zur Befestigung des Weges helfen gleich überhaupt nichts, sie versinken mit uns (Ralf und die Mädels) im Schlamm. Knöcheltief! Wir suchen einen Ausweg durchs Moor nach oben, dieser ist gut möglich, durch mit Wasser vollgesogenes Moos. Toll wäre, wenn wir jetzt echte Fjellschuhe hätten. Bald haben wir diese Passage doch geschafft und es geht steil die letzten Meter bis zum Gipfelschild. Ralf und ich gehen mit Jazz noch weiter auf dem Grat entlang. Die Aussicht ist wunderbar. Aus der Ferne sieht man die Bergkette „das Gebiss des Teufels“. Wie eine Miniaturausgabe sieht die berühmte Felsenkette aus. Von oben sieht man den Ersfjord und den Steinfjord. Wir stehen zusammen mit vier Finnen auf einer Fläche so groß wie unsere Küche. Rechts und links gehts senkrecht bergab. Schon ganz schön beengt. Langsam gehen wir zurück zu den Mädels und freuen uns auf unseren schönen Zeltplatz. Die moorigen Stellen meistern wir jetzt noch besser als beim Aufstieg. Bald grillen wir Würstchen, Bratäpfel und Marshmallows. Es gibt noch einen schönen Sonnenuntergang, die Berge färben sich leicht rosa. Nach einer windigen Nacht frühstücken wir Zimtschnecken, genießen nochmals den Ausblick und steigen nach Skaland ab wo wir erst einmal eine Nacht auf dem kleinen Campingplatz schlafen. Jetzt wird erst mal gewaschen, Womo gesäubert und mal wieder rundum aufgeräumt. Freitag meldet es leichten Regen und wir werden sehen was wir anstellen.
Zelten auf dem Husfjellet /Sommardalen
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Die Bergkette nennt man die "Zähne des Teufels"
Guten Morgen! Unser Jazz schläft natürlich mit im Zelt
Mefjordvær am Mefjord
Unsere Fahrt geht entlang der Norwegischen Landschaftsroute. Diese Route ist wahnsinnig schön, vorbei an Stränden und hohe, spitze, bizarr aussehende Felsen. An dieser Route befinden sich einige sehr schöne Aussichtspunkte oder Picknickplätze. Tungeneset (Holzpfad, mit Aussicht auf die „Okshornan, Zähne des Teufels), Ersfjordstranda, (goldenes Toilettenhaus am Ersfjordstrand), Mefjordvær, Toilettenhaus mit Unterstand.
Natürlich machen wir an allen Rast. Am schönsten ist der Platz am Tungeneset. Von dort hat man einen tollen Blick auf die Bergkette „Okshornan“, die wir schon von oben vom Husfjellet bewundern konnten. Unsere Fahrt führt uns nach Mefjordvær. Hier möchten wir uns mit Bekannten aus Ulm treffen. Christoph ist seit bestimmt 25 Jahren in Norwegen unterwegs, Sommer wie Winter. Eigentlich wollten wir hier in Mefjordvær noch etwas laufen. Beschließen aber doch noch den Tag zum Fischen zu nutzen. Man kann hier in einem ortsansässigen Fischer-Camp auch nur für einen Tag ein Boot mieten, was auf Senja nicht so einfach ist. Oft werden die Boote nur für reine Angeltouren wochenweise vermietet. Grund ist auch das Wetter. Es meldet ab Montag Abend einen sehr starken Sturm auf Senja mit über 100 km/h. Voraussichtlich soll das Wetter erst wieder am Dienstag oder Mittwoch besser werden.
Wir schlafen zusammen mit unseren Bekannten auf einem Plätzchen oberhalb Mefjordvær und erleben schöne Sonnenuntergänge. Toll ist, dass wir von unserem Schlafplatz gleich auf den Knuten steigen und von dort den Sonnenuntergang genießen können. Der Mefjord selbst ist umrahmt von einer wunderschönen Bergkette, steil, senkrecht, die Felsen haben alle möglichen Formen. Mit dabei sind der Segla, Barden, Hesten und so viele mehr.
Der Angeltag startet warm. Ich renne in der Früh mit Jazz noch auf den Knuten bevor es aufs Wasser geht. Wir sind gespannt wie hier die Angelverhältnisse sind.
Die ersten zwei Stunden sind wir im Mefjord selbst unterwegs und fahren die Fanggebiete ab. Leider tut sich da dieses Mal nicht wirklich viel. Die Fahrt aufs offene Meer in Richtung „Zähne des Teufels“ bringen erste Erfolge und wir fangen zwei Lumbs und eine Makrele. Kleine Dorsche und einen Redfish lassen wir zurück ins Meer. Der Tag auf dem Wasser gleicht heute eher einer Sightseeingbootstour. Die Küste und die Fjordeinschnitte sind zerfurcht von steilen Bergen und wunderschön. Gegen 17 Uhr fahren wir zurück zur Anlegestelle. Abends gibt es lecker gegrillten Fisch, nette Gespräche mit unseren Bekannten und einen tollen Sonnenuntergang. Müde von unserer Bootstour fallen wir ins Bett.
Heute, Montag startet der Tag mit purer Sonne. Ich laufe mit Jazz ein große Runde. Es ist sehr warm. Ich und Jazz beeilen uns, da es für den späten Vormittag Unwetter meldet und Windböen mit 100 km/h gemeldet werden. Ich schaffe es sogar noch mit Anna auf den Knuten bei Sonnenschein. Ein paar Fotos kann ich noch machen, ehe die Unwetterwolken heran rollen und von der anderen Bergseite empor steigen. Schnell wird zusammen gepackt und wir sitzen im Moby Dick.
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Am Strand von Skaland Bovær, Picknickplätze Tungeneset, Ersfjordstranda und Mefjordvær
Bucht über Mefjordvær vom Knuten aus
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Fischen und Sightseeing im Mefjord und bei den "Zähnen des Teufels"
Sonnenuntergang über dem Mefjord und Mefjordvær
Eine Regenwolke über dem Meer, Segla vom Mefjord aus im Abendlicht.
Ein Traumtag startet
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Unser Schlafplatz, Aussicht vom Knuten, ein Traumstart in den Tag.
Weiter geht‘s
Die Fahrt geht nach Hamn. Dort möchten wir die Nacht auf einem Bobil Camp des einzigen ortsansässigen Hotels verbringen. Ganz kurz: Hamn besteht nur aus einem Hotel, das nach einem Brand wieder neu aufgebaut wurde. Die Lage, auf einem kleinen Inselchen ist schön, inmitten von Bergsøyan, das aus 98 Inselchen besteht. Diese Inselchen haben wir von oben von unserem Zeltplatz auf dem Husfjellet gesehen.
Wir versuchen Schutz vor diesem starken Sturm zu finden. Da unser Moby Dick natürlich eine recht hohe Angriffsfäche hat, bekommen wir die starken Böen jetzt schon deutlich zu spüren. Da MD schon durch die Böen etwas seitwärts gerutscht ist, befestigt Ralf zusätzlich mit Seilen das Gefährt an der Kaimauer. Die Nacht ist heftig, geschlafen haben wir nicht…so gerüttelt und gepfiffen hat es. Am späten Vormittag (der Sturm hat etwas an Kraft verloren) beschließen wir Hamn zu verlassen und nochmals auf die andere Seite der Insel Richtung Fjordgård zu fahren. Aufgrund der Tunnelsperrung am Mejfordbotn ist das natürlich umständlich. Der Tunnel ist von Juni bis November wegen Ausbausarbeiten gesperrt, das bedeutet einen Umweg von 70 km auf schmaler, einspuriger Landstraße.
Für Mittwoch und Donnerstag meldet das Wetter besser und wir möchten noch den ein oder anderen Gipfel besteigen, bevor die nächste Regenfront kommt. So ist das hier im Nordnorwegen und vor allem Senja…fest planen kann man hier eigentlich nichts, nur nach mehrmaligem Checken des Wetterberichtes. Wenn es hier tageweise regnet, heißt das warten auf bessere Aussichten oder von der Insel weg. Touristische Sehenswürdigkeiten gibt es hier keine… dafür eine atemberaubende Natur. Da hier auf Senja die meisten Wanderungen, ob rot oder schwarz mit Gratbegehungen sind muss es trocken sein. Auf jeden Fall packen wir heute schon unsere Rucksäcke und werden das „hoffentlich“ trockene und etwas sonnige Zeitfenster am Mittwoch zwischen 10 Uhr und 16 Uhr nutzen um zum Barden aufzusteigen.
Der Sturm in Hamn, Stellplatz am Zustieg zum Barden
Barden
Wie vorhergesagt beginnt der Tag mit blauem Himmel und Sonnenschein. Endlich ist der Sturm weg! Um 9.30 Uhr sind wir alle startklar.
Diese wunderschöne Wanderung verläuft größtenteils über einen Grat und endet mit 600 Höhenmeter am Gipfel. Während der Wanderung gibt es fantastische Ausblicke auf den Mefjord, Øyfjord und den Ørnfjord. Doch zuvor geht es über ein Moorfeld und durch einen Birkenwald. Das Moorfeld ist einmal wieder eine Herausforderung. Ich habe schon in Tourenberichten gelesen, dass einige Bergwanderer aufgegeben haben da es kein Durchkommen durch Moor und Matsch gab (besonders nach Regen). Wir meistern es ganz gut... aber es ist echt eine Herausforderung. Jazz ist es eigentlich egal ob er im Sumpf versinkt und stampft fröhlich mit schwarzen Beinchen davon. Ist das Moor geschafft geht es steil den Grat bergauf mit senkrechten Abhängen rechts und links, dazwischen einige kleine Kletterpassagen. Hat man diese auch geschafft ist der Gipfel nicht mehr weit. Er verläuft über einen entspannten Rücken. Der Ausblick von oben ist fantastisch auf alle spitzen Berge um Mefjord, Øyfjord und Ørnfjord. Der Segla sieht von oben „Mini“ aus und steht nicht mehr so mächtig und spitz da wie vom Hesten. Wir bleiben eine Weile am Gipfel… es ist einfach zu schön. Außer uns ist noch ein Paar aus Bayern da. Gegen 14 Uhr steigen wir wieder ab und trinken später am Moby Dick in der Sonne einen verdienten Kaffee. Weiter geht es Richtung Husøy, dort finden wir einen tollen Schlafplatz an einem See mit Grillstelle und Grillhütte. Hier machen wir es uns so richtig gemütlich mit Burger, Bratapfel und Marshmallows. Morgen, am Donnerstag geht es noch auf den Riven. Super ist, dass der Beginn dieser Wanderung nicht weit von unserem jetzigen Schlafplatz startet.
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Aufstieg zum Barden
Unser neuer Schlafplatz vor Husøy
Riven
Man sagt: „Der Riven ist eine Gratwanderung für jedermann“. Vom Riven hat man einen tollen Ausblick auf Husøy herab. Husøy ist ein kleines Fischerdorf auf einer Insel. Bis vor ein paar Jahren war Husøy nur mit dem Boot zu erreichen. Inzwischen gibt es eine Straße dort hin. In Husøy gibt es nicht viel. Ein paar Häuser, eine Schule und eine Fischfabrik die hauptsächlich Dorsch verarbeitet. Die Wanderung zum Riven ist 7 km lang und erstreckt sich um die 350 Höhenmeter. Also eine kleine Wanderung die wir für den frühen Vormittag einplanen.
Der Tag beginnt sonnig und schön warm, angenehme 18 Grad. Der Start der Wanderung ist nicht ausgeschildert oder markiert. Man orientiert sich zuerst an einem Strommasten, folgt dem nächsten usw., bis der letzte erreicht ist. Geht dann einfach über einen Moorhang und durch einen Birkenwald hinauf und so lange am Grat entlang, bis es nicht mehr weiter geht. So einfach ist das. Endpunkt ist der Ausblick über Husøy und die umliegenden Berge des Øyfjordes. Wir genießen unsere Pause denn aus den 18 Grad sind gefühlt 30 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit geworden. Nach einer echt langen Pause machen wir uns auf den Rückweg. Mit hochroten, verschwitzten Gesichter (und T-Shirts) kommen wir am Moby Dick an. Zuvor haben wir aber alle einstimmig beschlossen uns im See an unserem Schlafplatz abzukühlen. Es ist definitiv eine Abkühlung und ich glaube, die Wassertemperatur beträgt um die 12 Grad. Normal bin ich immer die Erste die im Wasser ist, egal wie kalt. Ralf macht den Anfang, dann ich und Anna. Lena gibt sich mit Abreiben zufrieden. Jazz streckt mal kurz alle vier Pfoten rein und findet ein Nickerchen doch angenehmer.
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Aufstieg zum Riven.
Die letzten Stunden nach dem Riven genießen wir noch an dem kleinen See mit einer Abkühlung. Leider verabschieden wir uns heute erst einmal von der wahnsinnig schönen Insel Senja und werden mit der Fähre wieder zur Insel Sommarøy übersetzen um uns so langsam Gedanken über den Rückweg zu machen. Voraussichtlich werden wir, je nach Wetterlage eine Zwischenstation auf den Lofoten machen.
Sommarøy, „Zurück in der Karibik“
Teil 6
Anfang August sind wir für eine Nacht auf der kleinen Insel Sommarøy gewesen. Damals war das Wetter nicht besonders gut und nach einer Nacht am Strand sind wir mit der Fähre zur Insel Senja übergesetzt. Sommarøy ist die Karibikinsel in der Region Troms. Kleine Buchten und Inselchen, weiße Strände und türkisblaues Wasser. Hier gibt es nicht besonders viel… ein paar Häuser, Ferienhäuser und einen kleinen Supermarkt. Wer hier paddeln möchte ist genau richtig.
Jetzt sind wir wieder zurück gekommen und haben Glück. Es meldet die nächsten zwei Tage schönes Wetter mit Sonne/Wolkenmix.
Am Ende der Insel (und die ist Mini) unterhalb des Inselberges (Nordkollen 211 m) vermietet ein Einheimischer ein paar Stellplätze in „seiner“ Bucht. Traumhaft! Ein mit Liebe und viel Arbeit angelegtes Fleckchen und es ist noch nicht fertig. Es gibt frisches Wasser, ein Plumpsklo und einen kleinen Unterschlupf. Dieser Local ist ein sehr freundlicher und kontaktfreudiger Mensch, der sehr gut Deutsch spricht. Er kennt auf jeden Fall den Bodensee.
Wir haben einen tollen Platz bekommen. Türe auf und gleich ins türkisblaue Wasser springen. Gerne bezahlen wir hier 250 NOK (ca. 25 EUR).
Am Abend erkunden wir noch die Schären rund um den Platz. Teilweise sind die Inselchen bei Ebbe mit kleinen Stränden verbunden. Zum Essen gibt es leckeres Rentiergeschnetzeltes mit Kartoffeln und Salat. Sooo lecker! Der Sonnenuntergang ist wunderschön, in der Ferne sehen wir die letzten Bergrücken von Senja. Diese Insel vermisse ich schon sehr.
Der Morgen startet wie gemeldet mit Sonne. Ralf und ich laufen mit Jazz auf den Inselberg von Sommarøy. Von oben bekommen wir schon einmal die ersten Eindrücke von den Schäreninseln und von den verborgenen Stränden. Die Aussicht von oben ist toll. Heute wollen wir mit unseren SUP’ s paddeln. Das ist hier geradezu perfekt. Seichtes und ruhiges Wasser… und dieser einsame Strand, den wir von oben sehen, hat es uns angetan. Schnell pumpt Ralf die SUP‘s auf und los geht‘s. Zwischen den Inseln paddeln ist wie ein Abenteuer. Wir können bis auf den Meeresgrund sehen und beobachten Fischschwärme, große Seesterne, Seeigel und rosafarbene Quallen. Am einsamen Strand „stranden“ wir und machen Pause, genießen den Sand und die warme Sonne. Jazz ist mal wieder am buddeln, frisst zwischendurch Seetang und genießt ebenfalls die Sonne. Später paddeln wir zurück und essen unseren leckeren selbstgemachten Zitronenkuchen mit „Sprühsahne“. Das gibts bei uns normalerweise nicht… aber im Supermarkt haben wir auf einmal Lust darauf bekommen. Abends beginnt es kräftig zu regnen und 15 Minuten später scheint die Sonne und es regnet erneut. Es gibt noch einen schönen Sonnenuntergang mit glühendem Himmel und rosafarbenen Wolken. Morgen geht die Fahrt für uns weiter. Von Sommarøy über die Insel Kvaløya in den Eide-Handel zum einkaufen. Da freuen wir uns darauf. Wir werden die nächsten zwei Tage zur Weiterfahrt nutzen um ein Stück nach unten zu kommen. yr.no meldet im Nordland starken Regen. Der Wetterbericht für die Lofoten hat sich innerhalb eines halben Tages hiermit schlagartig gedreht und wir werden unsere Route nach unten ändern. Erst in Höhe Trondheim soll es besser sein.
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Unser schöner Platz! Anna im Wasser allein auf Seeigeljagd, schöner Sonnenuntergang
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SUP’en wie in der Karibik
Der versteckte Strand
Fahrt im Regen
Teil 7
Im strömenden Regen verlassen wir Sommarøy und fahren über Kvaløya zum Eide-Handel. Dort kaufen wir kräftig ein! Der hausgemachte Bacalaoeintopf (Kabeljau mit Kartoffeln, Oliven), der frisch gepresste Apfelsinensaft und leckere Limonaden haben es uns wieder angetan. Die Fisch- und Fleischtheke ist der Wahnsinn.
Nach dem Einkauf fahren wir auf der 858 weiter bis Nordkjosbotn. Von hier treffen wir auf die E6, vorbei an Narvik bis nach Lødingen, wo wir die Fähre nach Bognes nehmen. Der Seegang ist heftig, die Fähre hat massive Schräglage. Leider lassen wir den zuerst geplanten Zwischenaufenthalt auf den Lofoten hinter uns. So gerne wären wir nochmals nach Nusfjord zum Fischen oder hätten eine Wanderung mit Zeltübernachtung gemacht. Bei Mørsvik in der Nähe des Rago Nationalparks schlafen wir für eine Nacht auf dem Campground. Es regnet heftig und nicht mal Jazz möchte vor die Türe. Da es für Sonntag immer noch starken Regen meldet werden wir den ganzen Tag nutzen um zu fahren. Vorbei am Junkerdal Nationalpark, weiter über das Saltfjellet und schließlich überqueren wir den Polarkreis. Auf der Hochebene des Saltfjellet sehen wir in der Ferne noch eine Rentierherde. Die Fahrt über das Kobbskar ist trotz starkem Regen beeindruckend. Überall stürzen rauschende Wasserfälle über die steilen Granitberge ins Tal. Bis Mosjøen fahren wir auf der E6 und weiter auf der 78 bis wir zur 17 zum letzten Abschnitt des Kystriksveien kommen. Hier hört es auf zu regnen. Der Kystriksveien ist eine Landschaftsroute an der Helgelandküste. Diese Route soll wohl auch sehr schön sein. Ralf und ich finden jedoch, nachdem wir allerdings nur den letzten Abschnitt fahren, dass es schönere Landschaftsrouten in Norwegen gibt. Wir sind von Senja jetzt sehr verwöhnt! Plan ist erst einmal über Brønnøysund bis zum Torghatten zu fahren und hier eine Nacht auf einem Stellplatz zu schlafen. Es gibt hier auch einen Campingplatz, den wir aber für das, was er an Aussicht bietet zu teuer ist… und für eine Aussicht muss man nochmals 50 NOK dazu zahlen. Da wir hier am Torghatten nur eine Nacht schlafen und es schon recht spät ist, entscheiden wir uns für den Stellplatz gegenüber des Parkplatzes am Torghatten. Dieser reicht uns völlig aus. Es gibt auf die Schnelle leckeren Bacalaoeintopf vom Eide-Handel. Ralf beschließt heute mit Jazz eine Abendrunde zu drehen. Es ist schon dämmrig…. und man will’s kaum glauben, er trifft tatsächlich auf einen ELCH! Tja, Jazz riecht ihn eh schon weit im Voraus und zieht an der Leine wie ein Ochse. Jazz stellt sich auf beide Hinterbeine und möchte mit dem Elch Freundschaft schließen. Leider gibts kein Foto von diesem Elch mit prächtigem Geweih! Ein Reh kreuzt auch noch den Weg und steht ein paar Meter vor Moby Dick und will gar nicht mehr weg. Das ist zu viel für einen Hund wie unserem mit ausgeprägtem Jagdtrieb. Es dauert später auch eine ganze Weile bis Jazz endlich einschlafen kann.
Torghatten
Der Torghatten ist das Wahrzeichen der Helgelandküste. Der mächtige Granitkoloss ist 258 m hoch und liegt verloren auf der vorgelagerten Insel Torget. Das Loch ist 35 m hoch und 21 m breit. Von Touristen wird dieser Berg gerne besucht.
In aller Früh, es ist es noch leicht bewölkt, die Sonne kommt ab und zu hinter den Wolken hervor machen wir uns fertig. Wir möchten doch recht früh zu diesem Loch aufsteigen, hindurch gehen und hinten wieder absteigen um dann das „begehrte“ Foto zu schiessen. Das Postkartenmotiv macht man am besten unten am roten Bauernhof vor einem kleinen See. Die Entscheidung früh los zu laufen, ist ziemlich klug von uns.
Denn: wie wir von einer netten Dame (Reiseleiterin eines Hurtigruten Kreuzfahrtschiffes, Ralf unterhält sich kurz mit ihr) erfahren, werden gegen 9.30 Uhr und noch später etliche 100 Passagiergäste dieses Schiffes hier am Torghatten eintreffen. Das ist definitiv nix für uns. Schnell gehen wir los! Der Weg hoch zum Loch führt durch einen kleinen Birkenwald über Steinblöcke, ein Geröllfeld bis zum Loch, um dann über eine Holztreppe wieder ins Loch hinabzusteigen. Vom Loch aus hat man einen tollen Ausblick auf die vorgelagerten Schären. In der Ferne unten sehen wir die ersten Passagiergäste/Gruppen des Hurtigruten Schiffes. Der Weg nach unten geht über Steinblöcke von klein bis groß. Bis wir unten am Bauernhof sind ist vorerst von den Passagiergästen niemand mehr zu sehen. Ich schiesse zum Glück in Ruhe ein paar Fotos und wir machen uns an der Küste entlang auf den Rückweg…. da kommt uns schon der nächste Schwung der Passagiere entgegen. Am Parkplatz stehen jetzt mehre Busse. Es wimmelt nur noch von Passagiergästen mit roten Hurtigrutenjacken.
Zurück am Moby Dick trinken wir erst mal einen Kaffee und kommen zu dem Entschluss:
Torghatten ist nett… aber nicht der Wow-Effekt. Es gibt definitiv schönere Berge mit „Loch“. Wir denken da an das Martinsloch bei den Tschingelhörnern bei unserem Freund Raini von der Segnespasshütte in der Schweiz, Kanton Glarus. Etwas Werbung muss sein.
Die Fahrt geht weiter ca. 40 km an dieser Küste entlang, Richtung Vik, auf eine vorgelagerte Insel. Endpunkt: bei Vik abbiegen und 3 km abseits auf einer Schotterstraße weiterfahren bis zum Bjørnvika Natursenter.
Warum wir hier gelandet sind? Klar, wir möchten nochmals angeln und wenn wir nix fangen gibts einfach eine Sightseeingtour durch die Schären….und wenn gar nichts geht fahren wir mit Moby Dick weiter nach unten.
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Lecker Bacalao vom Eide-Handel, der Torghatten
zum Vergleich: das Martinsloch an den Tschingelhörnern, Schweiz
Bjørnvika
Bjørnvika ist ein familienbetriebener kleiner Platz mit ein paar Stellplätzen, Gänsen, kleinem Museum und „eigenem Minihafen“ mit Booten. Genial, superschön, toll! Ein netter, sympathischer Vermieter. Er spricht ausgezeichnet Deutsch! Wir kommen in ein nettes Gespräch und erfahren so einiges von ihm. Hier auf seinem Fleckchen sind fast nur Deutsche die zum Fischen hier her kommen….und das Wetter diesen Sommer an der Helgelandküste….. sei verrückt. Der Juni war wohl ein sonniger Monat, Juli nur Regen und August auch sehr viel Regen. In seiner schmucken Holzhütte befindet sich die Rezeption und gleichzeitig ein kleines Museum mit tollen alten Erinnerungsstücken aus Norwegen und aller Welt. Das Tollste: es gibt superschöne, selbstgestrickte (von der Schwester gestrickt) Norwegerpullis, Handschuhe und Mützen zu kaufen. Wer noch Material (Köder und so vieles mehr) zum Angeln braucht, findet hier bestimmt etwas. Fischen tut man hier im Moment auf dem offenem Meer. Im Fjord sind nur noch einzelne bis keine Fische mehr (für die Jahreszeit zu spät). Er kennt "seinen Fjord" genau.
Ralf checkt schon ein Boot für morgen. Das Wetter soll gut werden (aber man weiß ja nie). Abends laufen wir noch kurz auf den Bjørnvika hauseigenen Inselberg Knubben. Die Mädels stapfen noch durchs Watt und finden große Jakobsmuscheln. Der ein oder andere Seeadler sitzt stolz auf den Holzbohlen und schaut zu uns herüber. So ist der Abend bald zu Ende.
Der Dienstag beginnt mit Sonne/ Wolkenmix, es weht ein Wind (der nicht vorhergesagt war). Der nette Vermieter der sich mit Ralf um 9 Uhr zur Bootsübergabe trifft, rät uns jetzt für den heutigen Tag vom Fischen ab. Es meldet gegen späten Vormittag starken Wind. Tja, da hat uns das Wetter einen „Strich durch die Rechnung“ gemacht. Im Fjord selbst sind im Moment kaum Fische, d.h. wir müssten bei diesem Wind auf jeden Fall auch, wie bei ruhigem Wetter aufs offene Meer hinaus, was wir definitiv bei diesen Verhältnissen mit Kindern und Hund nicht tun werden. Das war’s vorerst mit angeln.
Bis Trondheim fahren wir weitere 300 km und bleiben für eine Nacht in Trondheim und essen in unserer Lieblingspizzeria leckere Pasta, Pizza und süsse Nachtische. Unseren Angeltag haben wir noch nicht aufgegeben und wir haben schon einen Plan. Ein Boot ist für uns reserviert.
Bjørnvika´s eigener kleine Hafen, das Museum und gleichzeitig die Rezeption und ein kleiner Laden. Aussicht vom kleinen Inselberg Knubben.
Kurzer Abstecher für eine Nacht nach Trondheim in unsere Lieblingspizzeria, Sonnenuntergang in einem Wohnviertel in Trondheim. Mehr Bilder von Trondheim gibt es unter Norwegen 2021.
Kleiner Umweg,
Teil 8
Am Mittwoch geht’s los in den großen Supermarkt! Um 9 Uhr sind wir in Trondheim im Extra. Hier kaufen wir kräftig ein! Unser Vorrat für 1 Jahr muss aufgefüllt werden. Lieblingsmarmelade von Lerum Erdbeer Mosa Jordabeer, Himbeere, schwarze Johannisbeer, Preiselbeer… insgesamt 35 Gläser. Also, die Erdbeer schmeckt wir frisch gekocht. Da wird man zum Selbermachen gerade zu faul. Chips von Sørland 15 Tüten, Riesenschokolade Freja 15 Tafel, Schokotrops/Bonbons von Freja, Schokokeks Grosspackung KVIKK 15 Stück, Rentierfleisch tiefgefroren, Limonaden.
Als alles einigermaßen verstaut ist geht die Fahrt weiter. Nicht die E6 gerade runter sondern über die E39 und die 70 bis nach Halsa. Die Landschaft ist hier sehr schön und man sieht sehr oft das Schild mit dem „braunen Hahn“ am Straßenrand. Der „braune Hahn“ ist ein Hinweisschild auf besondere Beherbergungs- und Gastronomieorte. Das Schild gibt es seit etwa 2005. Der „braune Hahn“ ist eine Art „Gütesiegel“ des Vereins für den ländlichen Tourismus, Land- und Süßwasser-Fischen in Norwegen. Es gibt ihn als kleines Schild am Tourismus-Objekt selbst und als Hinweisschild an öffentlichen Straßen auf die oftmals etwas abseits gelegenen Lokalitäten. So haben wir letztes Jahr z.B. auf den Lofoten schon den ein oder anderen netten Bauernladen mit Cafe gefunden.
Von Halsa geht es mit der Fähre nach Kanestraum und auf der E39 und 70 über Kristiansund bis nach Kårvåg an die schöne Atlantikstrasse ( Atlanterhavsveien). Hier waren wir vor 3 Jahren schon zum Fischen. Die Gegend ist schön und diese Norwegische Landschaftsroute einzigartig.
Wir kommen mittags um 14 Uhr im Sjøstuer Fischercamp an und machen es uns in der warmen Sonne gemütlich. Abends checken wir noch mit dem Vermieter das Boot und genießen den schönen Sonnenuntergang mit Aperol Spritz.
Atlantikstrasse, „Atlanterhavsveien“
Die „Straße der Meere“, wie der Atlanterhavsveien (so die norwegische Originalbezeichnung) auch gern genannt wird verbindet die Küstenorte Vevang und Kårvåg und misst stolze 8274 Meter Länge. Dieser Abschnitt führt über 8 Brücken sowie unzählige Inseln, Holme und Schären quasi direkt durch das Meer.
Es gibt hier einen sehr schönen Platz, der Atlanterhavsveien Sjøstuer, ein kleines Fischercamp wo man auch nur für einen Tag ein Boot mieten kann. Mit dabei auf diesem Platz sind ein paar Stellplätze, Boote, schöne Holzhütten, Duschen, WC und eine Ausnehmküche. Die meisten Gäste sind leidenschaftliche Fischer und kommen hier gleich für 1 Woche nur zum Fischen her. Witzig, wir sind zum gleichen Datum wie vor 2 Jahren hier und treffen die gleichen Jungs, die damals auch wie wir zum Fischen da waren.
Die Angel auswerfen kann man hier im Fjord oder auf dem offenen Meer. Was besonders schön hier ist: Man kann die Atlantikstrasse mit ihren Inseln, die ja wiederum mit mehreren Brücken verbunden sind vom Boot aus sehen. Falls wir nichts fangen, gibt es eine Sightseeingtour. Unser Bootsvermieter teilt uns noch mit, dass dieses Jahr ein schlechtes Fischjahr und überhaupt das Wetter diesen Sommer sehr schlecht war. Juli nur Regen, August auch nicht besser und immer viel Wind mit dabei.
Morgens um 7 Uhr geht der Wecker. Entweder um 8 Uhr oder 10 Uhr mit dem Boot aus dem kleinen Hafen rausfahren. Der Wasserstand ist dazwischen sehr niedrig. Wir entscheiden uns für 10 Uhr. Mit laufendem Motor können wir gar nicht aus dem Hafen fahren, die Motorschraube wird eingefahren und wir tasten uns mit 2 Paddeln langsam aus dem Hafen. Ganz schön knapp. Das Wasser wird endlich tiefer und wir können los düsen. Es geht entlang der Atlantikstrasse, zwischen den Schären und Brücken hindurch. Endlich fahren wir unter der bekannten Brücke Storseisundbrua durch bis aufs offene Meer. Diese Brücke ist das Wahrzeichen der Atlantikstrasse und überbrückt den Storseisund. Sie ist die höchste und längste der 8 Brücken. Wenn man sie von Osten her ansieht, könnte man meinen, sie stürzt ins Meer.
Wir werfen unsere Angel aus und warten geduldig ab ob was anbeißt. Auf dem offenem Meer schaukelt unser Boot ziemlich, so dass wir beschließen in den Fjord zurückzufahren. Leider hat uns ja unser Vermieter nicht allzu große Hoffnungen gemacht was der Fischfang angeht. Auch die ganzen Jungs, die gerade zum Fischen hier sind haben nicht viel in der Kiste. Über den Tag verteilt haben wir eine einzige Makrele gefangen und diese wieder ins Meer zurück gelassen. Auf jeden Fall gibt es heute Abend keinen Fisch. Da unser Tank vom Boot noch recht voll ist, beschließen wir noch etwas zwischen den Schären zu cruisen und machen noch Fotos mit der Drohne. Die Einfahrt in den kleinen Hafen klappt super, die Flut hat das Wasser gut herein gespült. Abends laufen Ralf, Jazz und ich noch zur Storseisundbrücke und genießen den Sonnenuntergang.
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Sjøstuer Stellplatz und Fischercamp mit kleinem Hafen, Restaurant mit Gütesiegel "brauner Hahn"
Atlantikstrasse von oben mit der Drohne
Fischen an der Antlantikstrasse
Freitag starten wir früh vom Fischercamp Sjøstuer und fahren auf der E39 Richtung Molde und weiter auf der E136 durch die Region Romsdalen und Rauma. Eine sehr schöne Gegend und nicht stark befahren…im Gegenteil zur Passtrasse Trollstigen und Geiranger. Beides kennen wir schon gut.
Beim Trollveggen machen wir Halt und schauen uns von unten die mächtige Steilwand an. Mit 1000 Meter Höhe ist Trollveggen Europas höchste senkrechte und teils überhängende Bergwand. Auf dem Foto kommt sie nicht sehr steil heraus…aber wenn man unter ihr steht ist sie sehr senkrecht. Es gibt wohl einige der schwersten Kletterrouten der Welt in dieser Wand. Gegen Ende im Romsdalen stoßen wir auf Avdemdbue. Ein toller Bauernladen (Gütesiegel brauner Hahn) mit Café und allerlei Leckereien. Im alten Gebäude befindet sich der Laden und im Neubau aus Holz (er soll einen aufgeschnittenen Käseleib darstellen) das Café . Die Besitzer verarbeiten Ziegen und Schafskäse, bieten aber auch Käse von anderen Regionen an. Für uns gibt es leckere, knusprige Waffeln mit Vanilleeis und Erdbeermarmelade und selbstgemachte Minipizza. Gegen Abend kommen wir im Dovrefjell Nationalpark an und schlafen an unserem alten Platz vom letztem Jahr.
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2. und 3. Foto der Trollveggen, Besuch im Avdemsbue,
Dovrefjell Nationalpark,
Teil 9
Im Dovrefjell-Sunndalsfjell Nationalpark ist das Reich der Moschusochsen. Vor Jahrzehnten wurde hier eine kleine Gruppe von Moschusochsen angesiedelt. Inzwischen leben hier mehrere Gruppen von Tieren in freier Wildbahn.
Letztes Jahr hatten wir das große Glück eine Gruppe dieser beeindruckenden Tiere auf eigene Faust zu finden und zu beobachten. Ganze 17 km sind wir damals gelaufen. Im Dovrefjell befindet sich auch einer der höchsten Berge Norwegens, die Snøhetta (Schneekappe).
Morgens um 7 Uhr klingelt der Wecker. Die Wolken hängen noch tief. Es soll aber am späten Vormittag schöner werden. Trotzdem kommen wir erst gegen 10 Uhr los. Vollbepackt, jeder trägt seinen Rucksack mit Regenbekleidung (immer dabei), viel trinken und Essen. Mit dabei auch Stativ und Mega-Fotoapparat. Klar, warum wir wieder in diesem wunderschönem Nationalpark sind: unsere eigene Tour zu den Moschusochsen. Das heißt: „Laufen und nochmals laufen, weit in den Park hinein.“ Der Dovrefjell Nationalpark hat eine unendliche Weite, rauh und karg, der Boden ist mit farbigen Flechten übersät. Blickpunkt ist auch die 2286 m hohe Snøhetta.
Es geht auch wirklich etliche Kilometer, bis ich den ersten Moschusochsen rechts oben, ca. 250 m in einem Hang sehe. Das Stativ wird ausgepackt und wir entdecken noch fünf weitere Tiere, es sind auch Kälber mit dabei. Trotz der Entfernung können wir ein paar gute Fotos machen und schauen den Tieren zu. Die Mädels freuen sich sehr, die Anstrengung hat sich bisher sehr gelohnt. Nach eine Vesperpause laufen wir einige hundert Meter zurück und entdecken oben in einem steilen Hang eine weitere Gruppe von Tieren. Ralf und ich (die Kids lassen wir mit Jazz in der Ebene zurück) laufen den steilen Hang querfeldein nach oben ( das war echt anstrengend) und bleiben in ca. 150 m Entfernung leise vor der Gruppe stehen. Zwei kräftige Bullen (wunderschön), kämpfen um die Rangordnung, es werden die Köpfe aneinander geschlagen und man hört sie kräftig schnaufen. Mit uns steht noch ein Norweger im Hang, auch seine Kamera klickt nur noch so durch. Es geht noch eine Weile und die zwei Bullen ziehen auf die andere Seite des Hangs. Der Norweger erzählt uns später, dass er einmal hier eine geführte Moschusochsensafari gemacht hat und kaum wurde nur „ein Ochse“ gesichtet, war die Tour zuende. Seitdem zieht er, so wie wir, auf eigene Faust los und kann in Ruhe länger die Tiere beobachten und laufen so lange er möchte.
Ziemlich müde kommen wir nach der anstrengenden Tour am frühen Abend am Moby Dick an und sind froh, dass wir unsere Wanderschuhe ausziehen können. Bald ist Ruhe und wir sind im Bett.
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Zugang zum Dovre Nationalpark, Jazz riecht immer etwas.
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Die erste Moschusochsengruppe.
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Zwei Moschusochsenbullen.
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Zwei Moschusochsenbullen, Machtkämpfe.
Am Sonntag in der Früh hängen, wie gestern die Wolken noch sehr tief. Wir stehen hier auf knapp 900 m Höhe an unserem Platz im Dovrefjell Nationalpark. Gegen 9 Uhr laufen wir noch zum Snøhetta Viewpoint. Ein sehr schöner Aussichtspunkt. Ein großer Kubus, die Außenwände aus Cortenstahl, innen ausgekleidet mit warmem Holz und Kamin. Wie ein großes Wohnzimmer. Durch eine große Fensterfront sieht man auf das darunterliegende Tal und die Snøhetta. Im Innenraum brennt Holz im Kamin. Ein paar Norweger machen es sich am Feuer gemütlich. Sie waren wohl ein paar Tage im Park unterwegs. Leider zeigt sich nur kurz die Sonne und wir sehen das unten liegende Tal und in weiter Ferne noch die Snøheimenhütte. Die Snøhetta bleibt in den Wolken verschwunden….aber wir haben sie ja gestern schon gesehen. Heute werden wir uns leider von diesem wunderschönem Park verabschieden. Die Fahrt geht aus der Hochebene hinaus und vorbei an einer Region mit vielen Seen und Sümpfen. Diese Region gehört auch noch zum Dovre Nationalpark. Hier kann man an geführte Elchsafaris teilnehmen. Ideales Elchgebiet! Wir brauchen keine Elchsafari….denke ich mir, (irgendwann werde wir noch einen Elch in freier Natur sehen…davon bin ich überzeugt, Ralf hatte ja schon das Glück)… doch in dem Moment, wo ich darüber nachdenke, entdeckt Ralf am Strassenrand im Gebüsch einen ELCH! Natürlich bremst er leicht ab und der Elch springt vor unseren Moby Dick über die Straße und verschwindet auf der anderen Seite im Gebüsch. Die Freude ist groß, endlich einen Elch in freier Natur zu sehen. Aber wir sind auch froh, dass er uns nicht „gerammt“ hat.
Auf der E6 fahren wir weiter über Lillehammer bis nach Oslo um Lenas 14. Geburtstag dort zu feiern. Übernachtet wird auf dem Ekeberg Campingplatz. Der Platz befindet sich oberhalb von Oslo auf einem Berg mit Wiesengelände und man kann gut mit dem Fahrrad oder Bus (12 Min.) ins Zentrum von Oslo fahren. Wir werden den Bus bevorzugen da ich hier mit Jazz nicht am Rad fahren möchte.
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Aussichtspunkt Snøhetta im Nebel
Aussicht vom Aussichtspunkt ins Tal, die Snøhetta in Wolken. Fahrt aus dem Dovrefjell mit Elchbegegnung.
Oslo,
Teil 10
Die norwegische Hauptstadt Oslo liegt an der Südküste des Landes am Eingang zum Oslofjord. Die Stadt ist bekannt für ihre Grünanlagen und Museen. Sehr moderne Architektur vermischt sich mit Altem und Vergangenen. Die Skandinavier sind bekannt für ihre klare Linie.
Montag, der 05.09., unsere Lena feiert heute ihren 14.Geburtstag. Wie schnell vergeht doch die Zeit. Lena wünscht sich zum Geburtstag einen Tag Oslo, shoppen, schauen, Neues entdecken oder Grossstadtleben? Ralf und ich sind zuerst skeptisch. Großstadt mit Hund? Für Hunde echt Stress. Von einem Geschäft ins nächste, hoher Geräuschpegel, viele Menschen….Kopenhagen war letztes Jahr sehr anstrengend. Es war einfach zu viel los.
Zum Frühstück gibt es Joghurt/Sahne/Fruchttorte, schließlich sind wir ja den ganzen Tag in der Stadt. Die Geschenke werden ausgepackt. Einen Jahreskalender 2023 mit den schönsten Fotos von Jazz, eine Fleecedecke mit Jazz in extragross und noch Kleinigkeiten. Die Busverbindung vom Ekeberg Camping sind super, alle 15 Min. fährt die Linie 34 an den Osloer Busbahnhof. Der Tag soll ohne Stress verlaufen. Oslo kennen wir schon sehr gut, 2020 haben wir hier zwei Tage verbracht und tolle Museen angeschaut. Die Carl Johans Gate ist zuerst an der Reihe. Tolle Geschäfte von Nike, Norønna, Peak Performance, Fjäll Raven usw. Unser Jazz ist überall herzlich willkommen und darf mit rein zum schnuppern. Wird vom Personal gekrault, geknuddelt… und… oh my god, what a beautiful dog! Wie recht sie haben. Jazz ist ein toller Hund, so entspannt wie er das alles meistert. Von der Carl Johans Gate gehen viele Nebenstraßen ab mit tollen kleinen Geschäften, Bäckereien mit Leckereien und Cafés. Am Ende der Gate, vorbei am Parlament sieht man schon das königliche Schloss. Vorbei an den königlichen Wachen machen wir es uns im königlichen Park gemütlich und hoffen auf ein Treffen mit dem zukünftigem König Haakon. Leider vergebens. Abends schauen wir mit unseren vielen Taschen noch bei unserer Lieblingseisdiele Paradis vorbei. Ein waschechter, muskulöser und grosser Italiener in Norwegen. Mit der Größe der Eisportionen nimmt er es nicht so genau.. da wird kräftig dazu geschaufelt. Unser großes Eis genießen wir an der Promenade am Oslofjord. Hier pulsiert das Abend- bzw. Nachtleben. Man trifft sich zum Essen und genießt die letzten warmen Abende. Ganz toll: schwimmende Holzsaunen mit denen man den Oslofjord hinauf- und hinunterfahren kann. Schließlich fahren wir müde mit der Buslinie 34 zum Ekeberg zurück. Jazz ist auch sehr müde von den vielen Eindrücken. Er hat das alles supertoll gemacht und es gab keine Sekunde, wo ich ihn nicht dabei haben wollte. Morgen, am Dienstag geht es für uns weiter und wir werden Norwegen verlassen.
Geschenke werden ausgepackt, das Rathaus, das königliche Schloss, am Hafen, schwimmende Saunen, Oslo bei Nacht vom Ekeberg Camp.
Unsere Heimreise
Am Dienstag starten wir früh vom Ekeberg Campingplatz. An Oslo vorbei gehen wir noch ins Oslo Fashion Outlet um für die Mädels Daunenjacken für den kommenden Winter zu kaufen.
Von dort aus geht es Richtung Grenze und wir verlassen schweren Herzens Norwegen und kommen in Schweden an. Die Nacht verbringen wir in der Nähe von Bastad auf einem Stellplatz des Norrvikens Camping Platzes. Sehr schön, direkt am Meer. Mittwoch möchten wir früh starten um noch ins Klippan Outlet zu fahren. Hier gibt es tolle Wolldecken zu kaufen. Wer strickbegeistert ist kann sich hier mit Wolle eindecken. Wir entscheiden uns für drei schöne Decken, die wir bereits auf unserem Sofa sehen. Vorbei an Malmö, die imposante Öresundbrücke überqueren wir bei schönem Wetter. Dänemark ist erreicht und wir fahren mit der Fähre von Puttgarden zur Insel Fehmarn.
Willkommen in Deutschland! Der Weg führt in die Lüneburger Heide, wo wir im Grünen die Nacht verbringen werden um dem lautem Autobahnrummel zu entgehen. Freitag möchten wir daheim am Bodensee sein. Zuvor fahren wir noch einen Schlenker nach Kaisersesch (bei Koblenz) um bei hightowers-siberian-huskies.de die Familie von Jazz zu besuchen. Darauf freuen wir uns sehr.
Norwegen hat uns mal wieder total begeistert und wir fühlen uns noch mehr mit diesem Land verbunden. Wir haben einzigartige, wunderschöne, einsame und so unterschiedliche Landschaften gesehen. Nette Norweger kennen gelernt und mit ihnen Small talk geführt.
Wahnsinnig gut hat uns die Insel Senja gefallen. Vom Tourismus noch verschont und sozusagen noch am Anfang. Senja hat (und bietet) im Moment noch nicht die Kapazitäten um auf einen großen Tourismus vorbereitet zu sein. Auf der ganzen Insel gibt es nur 5 kleine Campingplätze, freie Stellplätze an der steilen Westküste sind rar. Über Senja sagt man, es sei wie Norwegen in Miniaturformat, weil sich hier quasi alles findet, was Norwegen zu bieten hat: Fjorde und Steilküsten, Felsformationen und Trolle, Wasserfälle und Nordlichter, Rentiere und Elche. Die Lofoten oder Vesterålen sind bei Touristen deutlich beliebter. Dafür aber haben wir uns in Senja verliebt. Das Straßennetz ist wie so oft in ländlichen Gebieten Norwegens auf Senja nicht besonders gut ausgebaut. Einkaufsmöglichkeiten gibt es so gut wie keine. Am besten man deckt sich vorher mit Vorräten ein. Das Wetter spielt hier aber die wichtigste Rolle. Da man auf Senja ausschließlich wandert und in den Bergen unterwegs ist, muss das Wetter passen. Wenn es sich einregnet…Pech gehabt, aussitzen oder weiter fahren. Die Natur, die Einsamkeit, die Weite - das ist wahrlich faszinierend. Senja ist wirklich ein Abbild Norwegens. Mit dieser Insel sind wir noch nicht fertig.
Auf den Vesterålen hat uns besonders die Insel Langøya gefallen. Hier gibt es viele tolle freistehende Plätze am Meer und am Fjord. Ein geländegängiges Gefährt ist hier im Vorteil. Tolle Landschaft und schöne Fischerdörfchen. Die Dronningruta ist hier das absolute Highlight und eine wunderschöne Wanderung durchs Gebirge mit schönen Ausblicken rundum.
Andenes auf Andøya ist bekannt für Whalewatchingtouren. Das merkt man natürlich auch an der anreisenden Menschenmenge. Die Touren sind ok, es wird sehr auf die „Garantie auf Walsichtung“ gesetzt. Mir kam es so vor, ein Wal gesichtet und zurück. Hauptsache eine Sichtung. Von den Azoren sind wir hier ganz anderes gewöhnt. Die Artenvielfalt ist hier viel größer und vielfältiger man ist doch die volle Zeit (4 Std.) auf dem Meer.
Schön ist der vorgelagerte Vogelfelsen Bleiksøya oder der lange Strand beim Stave Camp.
Tromsø haben wir nur im Dauerregem erlebt um die Zeit zu überbrücken um nicht auf Senja im Regen zu sitzen. Dafür haben wir hier den norwegischen Wanderführer „Senja og Mid Troms“ gefunden. Hier sind alle Routen auf Senja aufgeführt. Außer natürlich die Berge, die noch nicht bestiegen wurden… und da gibt es wohl noch einige.
Das Fischen hat mal wieder mega Spaß gemacht. Jahrgänge bis 1980 brauchen keinen Bootsführerschein in Norwegen. Dieses Jahr waren nicht die großen Fänge mit dabei. Wohl war zum Teil auch kein gutes Fischjahr. Verhungert sind wir trotzdem nicht. Etwas gefangener Fisch haben wir als Filets eingefroren und essen diesen daheim. Die Fischgründe sind allerdings auf den Lofoten größer. Gerne wären wir hier auf dem Rückweg vorbei um nochmals die Angel auszuwerfen.
Dovrefjell Nationalpark war wieder einmal absolut genial. Auf Moschusochsensuche zu gehen… ist glaube unser neues Hobby geworden. Diese Tiere in freier Natur zu beobachten ist so beeindruckend auch wenn sie 150 m weit von einem entfernt stehen. Ein Fernglas und eine gute Kamera machen hier absolut Sinn. Überhaupt ist dieser Nationalpark wunderschön. Toll wäre noch die Snøhetta zu besteigen als Zweitagestour (Aufstieg allein schon 6 Std.). Wir kommen wieder.
Gefahren sind wir insgesamt vom Bodensee nach Norwegen und wieder zurück: 9000 km. Wir haben mal wieder Menschen getroffen die in 12 Tagen von Deutschland ans Nordkap fahren.
Norwegen kann man nicht vom Auto aus genießen, eintauchen in die Natur ist der richtige Weg. Wir haben es wieder richtig gemacht.
Gerne hätten wir mehr Wanderungen mit Zeltübernachtung gemacht. Hier war das Wetter über mehrere Tage nicht stabil genug. Yr.no ist hier immer eine Hilfe. Norweger des Nordens haben uns erzählt, dass das Wetter dieses Jahr sehr verrückt war, viel Regen mit Wind, wechselhaft. Ja, das haben wir auch zu spüren bekommen. Eine heftige Nacht wurden wir im Moby Dick durchgerüttelt wie in einer Waschmachine. Trotzdem können wir zufrieden sein und haben auch viele schöne Tage mit Sonne/Wolkenmix dabei gehabt.
Endlich eine (bzw. zwei) Elchsichtung! Lange haben wir darauf gewartet einen Elch in freier Natur zu Gesicht zu bekommen. Ein kurzer aber toller Moment.
Norwegen werden wir sehr vermissen. Pläne für kommenden Sommer gibt es schon. Wir kommen auf jeden Fall zurück.